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Von Leverkusen auf den LaufstegOpladener Designerin will Karriere in New York machen

4 min

Sirilak Majaroen aus Opladen will in New York Design studieren. Fast Fashion sieht sie sehr kritisch.

Leverkusen – Von Leverkusen nach New York – diesen Schritt möchte die Modedesignerin Sirilak Majaroen endlich wagen. Nach einem Studium in Düsseldorf bereiste die Opladenerin Modestädte in aller Welt, um ihre aktuelle Kollektion zu präsentieren, Erfahrungen zu sammeln und Kontakte zu knüpfen. Jetzt wurde die 25-Jährige an der Parsons School of Design in New York angenommen, der Nummer eins unter den Design-Schulen in den USA.

„Mit der Zusage ist ein Traum in Erfüllung gegangen“, erzählt Majaroen. An der renommierten Design-Uni will sie ab August den Studiengang „Fashion Design and Society“ studieren und dort ihren Master machen. „Das passt perfekt zu mir“, sagt sie, denn der Studiengang fokussiert sich unter anderem auf den zeitgenössischen Aspekt von Mode. „Warum ist die Mode in dieser Gesellschaft so, wie sie ist? Welche Einflüsse haben gesellschaftliche Strukturen auf die Mode? Das sind Fragen, denen der Studiengang nachgeht.“ Gerade der gesellschaftliche Aspekt von Mode ist Sirilak Majaroen bei ihrer Arbeit wichtig: „Ich achte auf das, was mich beschäftigt und was gerade in der Welt passiert und reflektiere das in meinen Designs.“

Modedesignerin_Siri__Credit_Yulia_Reznikov

Diese Models sind mit Mode-Entwürfen auf Laufstegen in aller Welt unterwegs, die von der 25-jährigen Leverkusenerin kreiert wurden.

Um ihr handwerkliches Können zu verbessern und sich auf ihr Masterstudium vorzubereiten, hat Majaroen von September 2020 bis März 2021 ein Praktikum bei den Kostümwerkstätten des Bundestheaters in Wien absolviert. Trotz der Corona-Pandemie konnte sie dort viele neue Erfahrungen sammeln. „Ich durfte alle Werkstätten besuchen und überall reinschnuppern.“ Die Kostümstätten in Wien statten Opern- und Theaterhäuser in ganz Österreich aus und umfassen verschiedene Werkstätten, unter anderem eine Herrenschneiderei, eine Damenschneiderei oder auch eine Schuhmacherei.

Mit Spitze gearbeitet

Am besten gefallen hat es Sirilak Majaroen in der Weißnäherei. „Dort wird mit sehr feinen Stoffen wie Tüll oder Spitze gearbeitet“, erklärt sie. Die Weißnäherei stellt hauptsächlich Kostüme für Ballette her, darunter historische Halskrausen oder Trikots für Tänzerinnen und Tänzer. Doch auch die Kostümmalerei war für Sirilak Majaroen sehr interessant: „Dort werden die Kostüme so bemalt, dass Stoff zum Beispiel wie Metall einer Rüstung aussieht. Manchmal müssen Kleidungsstücke für eine Produktion auch verbrannt oder schmutzig gemacht werden.“

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Als die Corona-Pandemie Anfang des vergangenen Jahres ausbrach, stand die Welt für Majaroen plötzlich still. „Ich hatte Zeit zu überlegen, was mir wichtig ist und wo ich mit meiner Mode hinmöchte.“ Sie möchte mit ihren Designs Werte vermitteln. Ein Aspekt, der ihr dabei viel bedeutet, ist das Thema Nachhaltigkeit. „Als Modedesignerin trage ich eine Verantwortung gegenüber dieser Welt.“ Insbesondere Fast Fashion sieht die Modedesignerin kritisch. „Ich kann diesem Trend entgegenwirken, indem ich Fast Fashion nicht unterstütze und konzeptionelle Designs kreiere, die eine Nachricht oder einen Aufruf vermitteln.“

Für die gebürtige Thailänderin hat Fast Fashion eine weitere besondere Bedeutung. „Meine Mutter hat in Bangkok in einem Ausbeutungsbetrieb der Modeindustrie gearbeitet, wie man sie aus zahlreichen Dokumentationen kennt.“ Dort habe sie unter schlechten Arbeitsbedingungen für einen Niedriglohn arbeiten müssen, erzählt Majaroen. „Es wäre heuchlerisch von mir, wenn ich die Fast-Fashion-Industrie trotzdem unterstützen würde. Es ist unmenschlich, wie man dort mit den Arbeiterinnen und Arbeitern umgeht.“

Die 25-Jährige hat es als Privileg empfunden, mit sechs Jahren nach Deutschland zu ziehen. „Dadurch habe ich die Möglichkeit, einen Unterschied zu machen. Im 21. Jahrhundert sollten Menschen nicht mehr für Mode ausgebeutet werden.“

An der Parsons School of Design möchte sie ihren Weg in die Modebranche nun fortsetzen. Allerdings ist das Studieren und Leben dort für sie mit hohen Kosten verbunden. Trotz Stipendien und Unterstützung durch die Universität fehlen ihr aktuell noch rund 41 000 Euro, die sie mit einer Crowdfunding-Kampagne reinholen möchte.

Trotz dieser hohen Hürde ist Sirilak Majaroen zuversichtlich, dass sie ihr Traum-Studium in New York antreten kann. „Ich habe es bis hierhin geschafft und werde jetzt nicht aufgeben.“ Und für die Zeit nach ihrem Studium hat sie ebenfalls bereits Pläne: „Ich möchte Kostüme für Filme entwerfen.“

Weitere Informationen zu Sirilak Majaroen gibt es im Internet.https://gofund.me/360020ca