In der oberen Verkaufsetage der Rathaus-Galerie hat der OGV jetzt sein eigenes Ladenlokal.
„Geschichtsgalerie“Opladener Geschichtsverein will Historie näher zu den Leverkusenern bringen

In der oberen Verkaufsetage der Rathaus-Galerie hat der OGV jetzt sein eigenes Ladenlokal.
Copyright: Niklas Pinner
Der Opladener Geschichtsverein (OGV) will näher an die Menschen. Dafür haben die Lokalhistorikerinnen und Lokalhistoriker am Freitag ihre neue Geschichtsgalerie eröffnet: In einem Ladenlokal auf der ersten Etage – vom Haupteingang aus links gesehen – haben die OGV-Mitglieder jetzt einen Anlaufpunkt für Leverkusener Geschichte eröffnet.
Wer also nebenan bei H&M Kleidung sucht, kann sich durch einen kleinen Abstecher zu den Zeittafeln des OGV beim Shoppen mit Lokalhistorie beschäftigen. Gleich ins Auge springt die große Schwarz-Weiß-Satellitenaufnahme, aus einer Ecke lacht den Besucherinnen und Besucher Ex-Hohn Henning Krautmacher entgegen – einer der Leverkusenerinnen und Leverkusener, die Bert Gerhards, OGV-Mitglied und ehemaliger Redaktionsleiter des „Leverkusener Anzeiger“, für die Reihe „Gesichter einer Stadt“ interviewt hat. Auf den Zeittafeln hat der OGV Wissenswertes zu 50 Jahren Kommunale Neugliederung gebündelt, zudem gibt es einen historischen Stadtfilm.

Michael Gutbier (r.) und der Leiter der Rathaus-Galerie Frederik Schmälter (l.) freuen sich beide über die Kooperation.
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Wann die Geschichtsgalerie immer geöffnet sein wird, ist noch nicht ganz klar. Das sollen die nächsten Wochen zeigen. Das nächste Mal soll Samstag, 25. Juli, sein. Dann plant der OGV dort eine Ideenwerkstatt, in der über Zielgruppen und die Weiterentwicklung der historischen Bildungs- und Vermittlungsarbeit diskutiert werden soll.
„Die Geschichtsgalerie soll wie ein Schaufenster wirken“, sagte OGV-Vorsitzender Michael Gutbier zur Eröffnung. Sie soll offen sein und eine Anlaufstelle bieten für Menschen, die sich für Geschichte interesssieren. Und sie soll eine „Brücke“ sein zur Arbeit der Leverkusener Geschichtsvereine, deren Zentrum sich in der Villa Römer befindet. Wichtig sei aber auch, dass der OGV den „Raum mit Aktivitäten beleben“ wolle, so Gutbier.

Martin Krampf, der OB Stefan Hebbel vertrat, sieht die Geschichtsgalerie als „Ort der Begegnung“.
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Bert Gerhards kann sich den Raum als Stätte für Diskussionsveranstaltungen vorstellen. Gern öffentlich, vielleicht auch mal politisch. Denn letztlich, so sagt er, sei es das, worum es bei der Arbeit des OGV gehe. Darum, neue Perspektiven und Zusammenhänge zu erkennen. Und darum, Neugierde zu wecken. „Wenn ich micht für meine Umgebung und die Gesellschaft interessiere, kann ich mich engagieren und mir eine Meinung bilden.“ Und dafür sei jeder willkommen, wenn das Schaufenster geöffnet sei.

Bert Gerhards (r.) erklärt den Anwesenden um OGV-Chef Michael Gutbier (l.) den Reiz von Lokalhistorie.
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Als Ort der Begegnung, der „Identität, Zusammenhalt und Bewusstsein“ stärke, sieht auch Bezirksbürgermeister Martin Krampf die Geschichtsgalerie. Die Idee, sie in der Wiesdorfer Rathaus-Galerie einzurichten, hatte nach eigenen Angaben Centermanager Frank Schmälter. Als er gelesen habe, dass der OGV auf der Suche sei, habe er den Vorstand angeschrieben und sei prompt in die Villa Römer eingeladen worden. Er sagte, er sei froh, die „Historie Leverkusen in die Rathaus-Galerie bringen“ zu können. Und darüber, dass ein leeres Ladenlokal zumindest zeitweise gefüllt wird, dürfte sich Schmälter auch freuen.
Verantwortlich für den neuen Geschichtsraum in Wiesdorf war eine Arbeitsgruppe. Deren Leiter war Bert Gerhards, maßgeblich beteiligt waren zudem Harald Cremer und Norbert Kaluza.
Bürgerstiftung übergibt 15.000 Euro
Über einen Förderbescheid von 15.000 Euro von der Bürgerstiftung Leverkusen freute sich der OGV zuletzt. Die Historiker wollen das Geld in drei Projekte stecken, „die sich der Erforschung, Vermittlung und Weiterentwicklung der Leverkusener Stadtgeschichte sowie dem europäischen Austausch widmen“. Einmal geht es um „LEV – Stadtgeschichte mit Zukunft“. Das Projekt beschäftigt sich mit der Entwicklung der Stadt seit ihrer Gründung, vom 12. September 2026 bis zum 28. Februar 2027 soll es dazu in der Villa Römer eine Ausstellung unter dem Titel „Gewachsen. Geplant. Gelungen? Stadtentwicklng in Leverkusen“ geben. Dazu der OGV: „Sie zeichnet die Stadtentwicklung Leverkusens vom Industriezeitalter bis in die Gegenwart nach und beleuchtet Themen wie Wohnen, Industrie, Verkehr, Infrastruktur und Stadtplanung.“ Daraus soll die Publikation „50 Jahre Leverkusen“ entstehen.
Das zweite Projekt heißt „StadtRäume – Europa vor Ort“. In einem internationalen Workshop (10. bis 14. September in Leverkusen und Jülich) beschäftigen sich Jugendliche unter der Leitung von Experten aus Wissenschaft, Kultur und Kommunen mit nachhaltiger Stadtentwicklung. „Im Mittelpunkt stehen der Austausch über historische Erfahrungen, die Bedeutung demokratischer Teilhabe sowie die Rolle der Erinnerungskultur für ein gemeinsames Europa“, so der OGV.
Der dritte Förderschwerpunkt ist das Projekt „Leverkusener Geschichtswege“: Mit den Fördermitteln werden die Neuauflage des Informationsflyers, die Erweiterung und Erneuerung der Beschilderung an historischen Orten sowie die Produktion von Audioaufnahmen realisiert. (nip)
