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Junges EngagementRotarier verleihen ersten Jugendpreis in Leverkusen

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Die Platzierten des ersten Rotary-Jugendpreises: Hannah Braun (v.l.), Cedric Deden und Keanu Halfmann gemeinsam mit Jury-Mitgliedern und Laudatoren

Die Platzierten des ersten Rotary-Jugendpreises: Hannah Braun (v.l.), Cedric Deden und Keanu Halfinger gemeinsam mit Jury-Mitgliedern und Laudatoren

Ob in der Politik, im Sport oder der Kultur – junges Ehrenamt gibt es in fast allen Gesellschaftsbereichen. Drei dieser Projekte aus dem Raum Leverkusen zeichnete Rotary nun mit dem Jugendpreis aus.

Wer immer noch denkt, die Jugend von heute würde nur faul auf der Couch herumhängen, den hat der Rotary Club Leverkusen Rhein-Wupper am Dienstagabend im Scala-Club in Opladen eines Besseren belehrt. Dort feierten etwa 160 Gäste die Premiere des ersten Rotary-Jugendpreises, einer Auszeichnung für junge Engagierte im Einzugsgebiet des Clubs.

Das Datum dafür wählten die Veranstalter mehr als passend: Am 5. Dezember war internationaler Tag des Ehrenamts. In Deutschland engagieren sich rund 30 Millionen Menschen ehrenamtlich. Als „Motor der Demokratie“ beschreibt etwa das Bundesministerium des Innern die freiwillige Arbeit. Was sein Engagement für ihn persönlich bedeutet, machte Preisträger Cedric Deden bei der Veranstaltung klar: „Ich will nicht nur vor mich hin leben, sondern auch etwas zur Gesellschaft beitragen“, sagte der spätere Gewinner kurz vor der Verkündung der Platzierungen.

Preisgeld von insgesamt 5000 Euro

Beworben hatten sich 14 Jugendliche und junge Erwachsene aus Leverkusen, Langenfeld, Leichlingen, Monheim und Burscheid mit verschiedenen Projekten. Drei von ihnen schafften es auf die Shortlist der sechsköpfigen Jury, bestehend aus Rotariern und Vertretern aus Wirtschaft, Kultur und Medien. Doch wie die Juroren die Plätze und das verbundene Preisgeld – 2500 Euro für den ersten, 1500 Euro für den zweiten und 1000 Euro für den dritten Platz – verteilten, blieb bis zum letzten Moment ein Geheimnis.

Umso größer die Freude, als das deutlich ältere Publikum den 18-jährigen Cedric Deden, der den ersten Preis stellvertretend für den Jugendrat Langenfeld entgegennahm, mit einer Laola-Welle und lautem Applaus bejubelte. Überzeugt hatte der Jugendrat die Jury nicht nur mit seinem Einsatz für die Interessen von Gleichaltrigen in der Stadt. Insbesondere zeichneten sie die Idee einer Jugendratsfahrt in die Bildungsakademie „Haus Neuland“ aus: Dort warten auf Cedric Deden und seine Ratskollegen Workshops und Seminare in Sachen Kommunalpolitik und Projektmanagement, um auch in Zukunft das Zeug zu haben „als Jugend gehört zu werden“.

Seit der Corona-Pandemie fallen engagierte Kinder und Jugendliche immer mehr aus dem Blickfeld, obwohl viele von ihnen große Verantwortung übernehmen.
Angelika Böhling, Präsidentin Rotary-Club Leverkusen Rhein-Wupper

Nicht minder laut empfingen die Gäste die Zweit- und Drittplatzierten auf der Bühne – und darum sollte es an diesem Abend ja auch gehen. „Seit der Corona-Pandemie fallen engagierte Kinder und Jugendliche immer mehr aus dem Blickfeld, obwohl viele von ihnen große Verantwortung übernehmen“, sagte Angelika Böhling, Rotary-Präsidentin des Clubs Leverkusen Rhein-Wupper. Sie halte nichts von dem „Generationen-Bashing“ (Englisch für „heftige Kritik“) und wolle ein anderes Bild zeichnen. Nämlich das von Heranwachsenden, die sich mit Empathie und Engagement für ihre Mitmenschen und die Gesellschaft starkmachen. „Sie gehören ins Rampenlicht“; so Böhling.

Und da sah sich dann auch Keanu Halfmann gemeinsam mit dem Jugendvorstand der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Burscheid wieder, die den zweiten Platz des Jugendpreises belegten. Mit seinen 19 Jahren bringt sich der Student des Ingenieurwesens bereits im dritten Jahr in die Vorstandsarbeit ein. Neben dem Ehrenamt als Lebensretter und Ausbilder organisiert die DLRG-Jugend vor allem Aktionen für junge Mitglieder: Nachtwanderungen, Schlittschuhlaufen und vieles mehr. „Man lernt viel fürs Leben, auch neben dem Schwimmbecken“, sagte Halfmann.

Preise für DLRG Burscheid und Junges Theater Leverkusen

Wie vielfältig Ehrenamt sein kann, zeigte dann auch noch die drittplatzierte Hannah Braun gemeinsam mit dem Jungen Theater Leverkusen. Das Preisgeld von 1000 Euro will das Ensemble in das Projekt „Kultur der Zukunft“ stecken. „Leider können gerade junge Menschen nicht mehr so viel mit Theater anfangen“, erzählt sie: Doch das will sie in Leverkusen ändern. „Sich mit dem Menschsein zu beschäftigen, das bedeutet dieses Ehrenamt für mich“, sagte die 22-Jährige.

Ab Februar wollen die Nachwuchsschauspieler auf die Straße gehen, mit Bürgern ins Gespräch kommen, andere für ihre Arbeit begeistern und vor allem herausfinden: Welche gesellschaftlichen Themen benötigen mehr Raum? Die Bühne hätte nicht nur das Potenzial, Geschichten zu erzählen, die bewegen, sondern auch solche, die bilden. So etwa das Recherchestück „Auch Deutsche unter den Opfern“ über den NSU-Prozess, das die Gruppe auch an diesem Wochenende im Kulturausbesserungswerk Leverkusen aufführt.

Begleitet wurde die Gala zu Ehren junger Engagierter von dem Leverkusener Klezmer Ensemble Crazy Freilach sowie der Legendary Ghetto Dance Band. Hauptsponsor des mit insgesamt 5000 Euro dotierten Preises war die Volksbank Bergisch Gladbach-Leverkusen.