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Bilanz der JägerschaftSo viele Kitze konnten in Leverkusen gerettet werden

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Rehkitze im Heu

Diese Rehkitze wurden von Leverkusener Jägern gerettet.

Schon im dritten Jahr suchen Jäger erfolgreich Felder nach versteckten Rehkitzen ab, bevor diese vom Mäher erfasst werden.

Es ist ein alljährliches Problem: Die erste Mähzeit der Wiesen fällt genau in die Setzzeit der Rehe. Während sie auf Nahrungssuche gehen, verstecken die Mütter den Nachwuchs im hohen Gras. Das Mähwerk bedeutet für viele Kitze den sicheren Tod, da ihr natürlicher Instinkt sie in den ersten Lebenswochen bei Gefahr regungslos im hohen Gras verharren lässt.

Bereits im dritten Jahr setzt die Leverkusener Jägerschaft nun Drohnen ein, um die Kitze im Gras aufzuspüren. Mit Erfolg: Insgesamt waren in dieser Saison 44 ehrenamtliche Helfer der Jägerschaft in enger Abstimmung mit den Landwirten und den örtlichen Jagdpächtern unterwegs, um Rehkitze vor dem Mähtod zu bewahren.

Vier Drohnen mit Wärmebildkameras

Das Kitzrettungsteam der Leverkusener Jägerschaft verfügt über vier Drohnen, die mit Wärmebildkameras ausgestattet sind. Damit wurden an 30 Einsatztagen 114 Wiesen mit einer Gesamtfläche von knapp 250 Hektar im gesamten Stadtgebiet abgeflogen. Es konnten 25 Kitze gerettet werden.

Das Vorgehen erläutert der Leiter der Kitzrettung, Dirk Riedel: „Die Landwirte melden sich bei der Jägerschaft, wann welche Wiesen gemäht werden. Daraufhin werden kurzfristig die Helferteams zusammen gestellt. Während der Drohnenpilot die Wiese abfliegt, beobachtet eine weitere Person, ob ein Kitz auf dem Bildschirm der Drohnensteuerung erscheint.“ Ist dies der Fall, machen sich Läufer mit Handschuhen, Keschern und Kisten auf den Weg und sichern das Tier. Aus der Kiste am Feldrand wird das Kitz nach dem Mähen wieder in die Freiheit entlassen. „Meist hält sich die Ricke bereits in der Nähe auf und führt ihr Junges in Bereiche, wo noch genügend Deckung zu finden ist“, erklärt Riedel. 

Später Schnitt rettet viele Kitze

Dadurch, dass wetterbedingt die meisten Landwirte in diesem Jahr sehr spät mit dem ersten Schnitt der Wiesen begonnen haben, hatten viele Kitze bereits ihren Fluchtreflex entwickelt und flüchteten selbständig aus den Wiesen. 25 Kitze, die aufgrund ihres Alters diesen Fluchtinstinkt noch nicht ausgebildet hatten, konnten die Freiwilligen retten. Auf den abgesuchten Flächen meldeten Landwirte keine Kitzverluste.

Dirk Riedel freut sich, dass sich die Abläufe mittlerweile gut eingespielt haben. Entscheidend sei, dass die Mähtermine genau abgestimmt und die Wiesen direkt nach dem Absuchen gemäht werden. Auch die überregionale Zusammenarbeit sei erfreulich: Auch in den angrenzenden Jägerschaften Köln und Rheinisch-Bergischer Kreis konnte die Leverkusener Jägerschaft aushelfen und einige Flächen absuchen.