Die Kosten für Gastspiele und Konzerte sind deutlich gestiegen, heißt es aus dem Rathaus.
KulturStadt Leverkusen will Preise für Karten erhöhen

Michael Meierjohann und Wolfgang Müller-Schlesinger in der szenischen Lesung „Empfänger unbekannt“ im Forum: Die Karten für städtische Kulturveranstaltungen sollen teurer werden.
Copyright: Timon Brombach
Die Stadt Leverkusen will die Kartenpreise für Kulturveranstaltungen erhöhen. Wie aus einer Vorlage für den nächsten Kulturausschuss hervorgeht, sollen Einzeltickets, die online gekauft wurden, im Schnitt zehn Prozent teurer werden und Karten, die im Kartenbüro erworben werden, im Schnitt um 20 Prozent teurer werden. Zuletzt, so heißt es in der Vorlage, habe man die Eintrittspreise zur Spielzeit 2020/2021 erhöht.
Die Stadt nennt zwei Gründe für die Erhöhung. Einmal die aktuelle Haushaltslage, die Stadt steckt bekanntlich in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten. Dazu heißt es: „Ziel ist es, einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung zu leisten und gleichzeitig Qualität, Attraktivität sowie Akzeptanz des Gastspielprogramms zu sichern.“ Bei einer durchschnittlichen Erhöhung der Kartenpreise um zehn Prozent kalkuliert die Stadt mit zusätzlichen Einnahmen von 15.000 Euro für das zweite Halbjahr 2026 und ab 2027 mit 30.000 Euro pro Haushaltsjahr. Der zweite Grund sind die „deutlich gestiegenen Kosten für Gastspiele und Konzerte“, das gelte besonders für Reise- und Übernachtungskosten.
„Moderat und sozial ausgewogen“ soll die Preissteigerung zur Spielzeit 2026/2027 sein. Erhöht werden sollen auch die sogenannten „Systemkosten“, also die Kosten für Garderobe, ÖPNV und Gebühr für Ticketanbieter. 3,50 Euro hat die Stadt dafür bisher pro Ticket genommen: 1,50 Euro für die Garderobe, 1,04 Euro für den ÖPNV, 90 Cent für externe Ticketanbieter und 30 Cent für den internen Ticketverkauf übers Kartenbüro. Die Differenz zu 3,50 Euro sollte Preissteigerungen auffangen.
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Leverkusen: Systemkosten steigen
Das reicht aber offenbar nicht mehr. Die ÖPNV-Gebühren erhöhen sich laut Stadt ab 2026/2027 um zwei Cent, damit sei „die Ausgleichsgebühr nun vollständig als Kostenpuffer verbraucht“. Deshalb nimmt die Stadt demnächst insgesamt vier Euro statt 3,50 Euro. Diese Steigerung ist in der Steigerung des Gesamtkartenpreises integriert. Insgesamt, so die Stadt, kosten die Karten durch die Preisanpassungen dann sowohl für externe als auch für interne Künstler gleich viel. Das war bisher nicht der Fall.
Mit der Umstellung will die Stadt auch den Onlineverkauf fördern. Online erworbene Karten sollen nur zehn Prozent mehr kosten. Laut der aktuellen Vorlage will die Stadt die Vorverkaufsgebühr auch für Karten, die im Kartenbüro gekauft werden, um zehn Prozent erhöhen. Bisher schlug dieser Prozentsatz nur bei externen Verkäufern zu Buche. Mit der Stärkung des Onlineverkaufs soll das Kartenbüro entlastet werden und langfristig Personalkosten gespart werden.
Außerdem soll es ab der Spielzeit 2026/2027 vier Abomodelle geben, die seien gut nachgefragt: das Tanztheater-Abo, das Konzert-Abo sowie die Abos für Senioren und für Schüler. Bestehen bleiben soll auch das Wahlabo, der 20-Prozent-Rabatt auf den Gesamtpreis dafür soll schon ab fünf Karten gelten und nicht wie bisher ab sechs.
Bestehen bleiben die Ermäßigungsregeln, ebenso die Familienkarten Plus. Eine Kombination mit weiteren Ermäßigungen dabei ist demnächst aber ausgeschlossen. Einmal pro Abo können Besucherinnen und Besucher eine Vorstellung gegen eine andere eintauschen nur noch, wenn sie Abos für Tanztheater oder Konzerte haben. Senioren, die ein Abo haben, können allerdings weiterhin Gebrauch vom Umtauschservice machen.
Beispiele in Zahlen
Fünf Aufführungen im großen Saal des Forums kosten im Tanztheaterabo von 112 bis 176 Euro, vier Konzerte im Konzertabo von 127 bis 199 Euro. Ein Abo für Schülerinnen und Schüler (fünf Vorstellungen nach Wahl) kostet 32 Euro. Das Abo für Seniorinnen und Senioren (ab 60 Jahren) beinhaltet sechs Aufführungen und kostet 105 Euro.
Der Preis für eine Karte in der ersten Preiskategorie in einem Musiktheater erhöht sich einheitlich auf 40 Euro, bei externen Künstlern lag er bisher bei 37,60 Euro und bei internen bei 34,50 Euro. Die teuerste Karte im Tanztheater kostet nach dem Willen der Stadt demnächst 43 Euro (extern bisher 41,45, intern 38 Euro), und fürs Schauspiel 32 Euro (extern bisher 28,80, intern 26,50 Euro). Die teuerste Veranstaltung ist der Klassiksonntag mit der Westdeutschen Sinfonia, der Preis in der ersten Kategorie soll von 45,20 auf 49 Euro erhöht werden. (nip)

