Am Sonntag spielten alte Freunde ein Konzert im Gedenken an den im Januar gestorbenen Rainer Heide.
Festival am ToposStreetlife lässt Leverkusen an der Hauptstraße zusammenkommen und feiern

Am Freitagabend wurde es bald voll vorm Topos beim Streetlife-Festival.
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Das Streetlife-Festival gibt es seit genau 30 Jahren. Im Juni 1996 lief die Wiesdorfer Musik-Sause zum ersten Mal; damals regnete es zwischendurch immer wieder, das führte damals zu Missmut. In diesem Jahr ist es ganz anders, die Welt hat sich seither irgendwie doch sehr verändert: An ein paar August-Regenschauern würden sich im Jahr 2026 wohl nur wenige stören; zwischendurch den Regenschirm aufspannen zu müssen, wäre eindeutig das kleinere Übel im Vergleich zur Trockenheit.
Noch etwas hat sich mit den Jahren entwickelt: Wer bei der Premiere 1996 50 Jahre alt war, ist jetzt 80, und aus der Altersklasse kommen viele zu den Konzerten. Am Freitagabend waren gar nicht wenige Gäste mit Rollatoren unter den Streetlife-Besuchern.

Streetlife am Freitag: Die Frauen ließen sich einen Wein schmecken.
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Etwa eine Gruppe Damen, die sich einen Wein schmecken ließen. Und im Altenheim Haus Rheinpark gibt es die Eckfenster zur Hauptstraße Ecke Adolfsstraße hin, von denen man zwar nicht auf die Bühne gucken kann, aber auf die Gäste vor der Bühne am Topos. An den Fenstern hängen Zettel: „Haus Rheinpark grüßt Streetlife“: Das Rock-Festival wird nicht als Ruhestörung empfunden, sondern offenbar als willkommene Abwechslung.

Im Eckzimmer im Haus Rheinpark hatten Bewohner einen guten Blick, wenn auch nicht auf die Bühne, aber auf die Hauptstraße - die Musik kam an.
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Yassmo spielte am Freitag.
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Im und vorm Topos floss das Kölsch nur so aus den Leitungen. Das ist auch notwendig, weil die Bands und die Helfer, die der Verein Jazz Lev engagiert hat, über die Getränkeeinnahmen finanziert werden. Für Streetlife galt schon immer: Eintritt frei und Toilette kostenlos.

Ute Werner sammelte am Freitag Spenden in einer Gitarre.
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Wer vielleicht nicht viel trinkt, hatte dennoch Gelegenheit zu einer Spende; am Freitag spazierte Ute Werner während des Auftritts des Sängers Yassmo und Band mit der Spendengitarre über die Hauptstraße.
Der Sonntag gehörte den lokalen Größen. Wohl unbestritten ein Höhepunkt des Tages war ein Auftritt der ehemaligen Musikerfreunde und Fahrensmänner des im Januar gestorbenen Rainer Heide. Heide gehörte zum Wiesdorfer Biotop um Hauptstraße und Topos und die frühere Sponti- und Protestkultur des Viertels. Er hat zeitlebens in der Gegend zwischen Chemietanks und Neulandpark, vormals Giftmülldeponie, gelebt und sich ins dortige Kulturleben eingebracht.
Leverkusen: Die Hauptstraße gedenkt Rainer Heide „Alter Egon“
Eine frühe Band Heides hieß Egon Tripp, zum Gedenkkonzert übernahm sein alter Bandpartner und späterer „Rausch“-Trommler Wolly Düse (Wolfgang Diese) das Schlagzeug. Heide, der später musikalisch als „Alter Egon“ weitermachte, hat bekannte Lieder mit seltsamen deutschen Texten erneuert: Zur Melodie von „Fever, in the Morning“ sang er etwa „Mir ist übel, am Morgen“.
Das ist mehr als einfach gecoverte Musik, denn die Texte sind immer überraschend gut. Der Profimusiker Wolly Düse ist ja auch kein Jüngling mehr, seine heutige Band heißt „Gong Wah“, er kannte aber dennoch die alten Stücke aus dem Effeff auswendig. Das Lied „Fritten mit Mayo“ hat einen besonders lokalen Hauptstraßen-Topos-Bezug: Es handelt von einer Frittenbude im Gebäude, in dem heute das Fellini ist, die geleitet wurde von einem Gastronomen, der in der Szene freundlich „Der fettige Heinz“ oder „Ölprinz“ genannt wurde.

Streetlife: Jazz-Lev-Vorsitzender Tobias Sauter (links) und Wolly Düse am Schlagzeug spielten in Erinnerung an den im Januar gestorbenen Rainer Heide.
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Mit Wolfgang Diese spielten unter anderem der gemeinsame Schulfreund Christoph Waldhauer und der noch-Vorsitzende des Vereins „Jazz-Lev“, Tobias Sauter das Gedenkkonzert.
Niemand wird jünger: Am Sonntag sprach sich schnell herum, dass die Topos-Chefin Birgit Orth am Morgen mit einem schlimmen Hexenschuss ausgefallen war. Ihr Sohn und die vielen Helfer hielten den Laden aber auch ohne sie in Schwung.
Damit auch im kommenden Jahr wieder ein Streetlife-Festival laufen kann, muss der ausrichtende Verein „Jazz-Lev“ in diesem Jahr einen neuen Vorsitzenden finden und wählen. Tobias Sauter hat angekündigt, auszusteigen.
