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Leverkusener mit LeidenschaftGeplant für 2026: Vereinsgründung soll Tauben helfen

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Taube an einer Wiesdorfer Kirche.

Die Tauben sind natürlich auch in Leverkusen-Wiesdorf unterwegs (Archivfoto).

Köln, Monheim und Langenfeld sind Leverkusen da aktuell voraus – Jean-Paul Hesse plant nun einen Schritt zugunsten des Tierwohls.

In Köln gibt es sie in der jetzigen Form seit 2013, auch für Monheim und Langenfeld gibt es einen Zusammenschluss – in Leverkusen aber (noch) nicht. Die Planungen, 2026 einen Verein für Taubenhilfe an den Start zu bringen, laufen aber. Initiator des Projektes ist der Leverkusener Jean-Paul Hesse.

Der Anfang seiner Taubenleidenschaft begann vor mittlerweile rund sechs Jahren in Lützenkirchen, da wurde er „In der Wüste“ auf eine Taube aufmerksam, später stellte sich heraus, dass es sich um eine Ringeltaube handelte. Hesse hatte sich nach der Taubensichtung eingelesen, Gefallen an der Vogelfamilie gefunden – und sich dazu entschieden, dies weiter zu verfolgen. Bei seinem ersten Erlebnis hatte der Leverkusener der Taube Wildfutter angeboten – und wollte sich schlaumachen, wie denn der richtige Umgang mit den verschiedenen Taubenarten sei.

Andere Städte in der Umgebung sind Leverkusen aktuell voraus

Dann wuchs die Motivation bei Hesse, den Tauben im Leverkusener Stadtgebiet zu helfen. Dafür habe er sich auch mit den Taubenvereinen Monheim & Langenfeld sowie dem in Köln in Verbindung gesetzt, kam letztlich aber zu dem Entschluss, dies selbst für seine Heimatstadt vorantreiben zu wollen. „So etwas fehlt gänzlich“, befand Hesse.

Unter anderem stört er sich an den sogenannten „Spikes“, die etwa am Busbahnhof in Wiesdorf installiert wurden. Dabei handelt es sich um die Spitzen zur Taubenabwehr, die unter anderem das Landen und Herumsitzen der Tauben verhindern sollen.

So verhindere die Stadt zwar, dass ein „Mistplatz“ entstehe, „die Gefahr für die Tauben ist aber groß“. Darüber hinaus werde Hesse immer wieder auf verletzte und hilfsbedürftige Tiere aufmerksam, bei denen unter anderem die verschnürten Fäden ins Auge stechen.

Jean-Paul Hesse mit Taube.

Jean-Paul Hesse, hier mit Taube, plant 2026 die Gründung eines eingetragenen Vereins, der dem Tierwohl zugutekommen soll.

Eine langfristige Hoffnung des Initiators: in Zusammenarbeit mit der Stadt ein neues Taubenhaus entstehen zu lassen. Einst gab es zwei Taubenhäuser in Leverkusen, auf der Schusterinsel nahe der Bonner Straße und auf dem Dach des damaligen Stadthauses in Wiesdorf. Dass deren Betrieb aber aufgegeben wurde, „da es keine nennenswerte Population mehr gegeben habe“, berichtete der „Leverkusener Anzeiger“ bereits im September 2022.

Nun nimmt sich in Hesse ein neuer Taubenliebhaber dem an. Für die Gründung des Vereins benötigt es mindestens sieben Mitglieder, nach den ersten Anläufen, etwa über die sozialen Medien, ist der geplante Taubenverein schon zu viert – weitere Interessierte können sich über kontakt@taubenhilfe-leverkusen.de bei Hesse melden. Darüber hinaus wurde durch den Leverkusener auch eine Website, taubenhilfe-leverkusen.de, eingerichtet.

Die Gründungsmitglieder hoffen darauf, noch im Frühjahr grünes Licht für den eingetragenen Verein geben zu können. Unter anderem ist auch noch eine Informationsveranstaltung geplant, aktuell werden die letzten Details hierfür organisiert.

Die Schritte sind aktuell noch klein, die Herausforderungen aber machbar
Jean-Paul Hesse plant die Gründung eines Leverkusener Taubenvereins

Für den Verein ginge es darum, „die Bürger aufzuklären und zu informieren“, erklärt Hesse. Dabei spiele unter anderem die richtige Fütterung der Tiere eine wichtige Rolle. Hafer und Brot seien dabei nicht angemessen, vielmehr kann „gezieltes Futter“, das extra zum Wohl der Tauben hergestellt wurde, erworben werden. Hesse zeigt sich überzeugt davon, dass trotz anfänglicher Investitionen, etwa in ein Taubenhaus, ein intensiveres Engagement der Stadt langfristig Geld sparen könne.

In den ersten Wochen des neuen Jahres geht es nun für Hesse darum, erst einmal die formellen Prozesse einer Vereinsgründung voranzutreiben. „Die Schritte sind aktuell noch klein, die Herausforderungen aber machbar“, erklärt der Leverkusener. Je schneller es geht, desto früher ist es ihm möglich, sich noch intensiver für das Tierwohl einzusetzen.