Die Redaktion hat bei öffentlichen Personen in Leverkusen nachgefragt.
JahreswechselWas sich bekannte Leverkusener für das Jahr 2026 wünschen

Die Redaktion hat bei öffentlichen Personen in Leverkusen nachgefragt.
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Viele Menschen sind verunsichert angesichts der vielen und vielfältigen Krisen auf der Welt und auch in Leverkusen. Die Redaktion hat bei Leverkusenerinnen und Leverkusenern, die mal mehr und mal weniger in der Öffentlichkeit stehen, nachgefragt, was sie sich für das kommende Jahr 2026 wünschen. Eine inhaltliche Vorgabe gab es nicht, die Wünsche konnten sowohl allgemein-gesellschaftlich als auch persönlich sein.
Stefan Hebbel, Oberbürgermeister: Ich wünsche mir, dass 2026 ein richtig gutes Jahr für unsere Stadt wird. Dass wir uns gemeinsam mit den Menschen auf den Weg machen, Leverkusen sicherer, moderner und lebenswerter zu machen. Ich wünsche mir einen lebhaften und ehrlichen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. In Leverkusen steckt sehr viel mehr Potenzial als es die Schlagzeilen der vergangenen Monate vermuten lassen. Den Menschen und ihren Familien in unserer Stadt wünsche ich Gesundheit, Energie und Zuversicht. Und dass wir gemeinsam als Gesellschaft wieder mehr zusammenwachsen. Das macht uns stark, um die Herausforderungen in diesen nicht ganz einfachen Zeiten zu meistern.

Stefan Hebbel ist seit November im Amt.
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Maren Gottschalk, Autorin: Ich wünsche mir, dass wir lernen, verschiedene Meinungen auszuhalten, dass wir uns offen und wertschätzend miteinander austauschen, diskutieren, zuhören, nachdenken. Die Spaltung unserer Gesellschaft macht mir Sorgen. Wie oft gehen die Menschen zornig aufeinander los, wenn jemand mal anderer Meinung ist. Ich glaube, dass Frieden dort beginnt, wo einzelne sich begegnen. Kultur ist ein Raum, der einen friedlichen Austausch ermöglicht, schaffen wir doch mehr Kulturräume anstatt sie wegzusparen. Musik, Theater, Ballett, Literatur und Kunst bieten immer Möglichkeiten der Verständigung. Ich habe noch nie erlebt, dass sich Leute nach einer Ballettaufführung gegenseitig die Köpfe einschlagen.
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Maren Gottschalk
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Ich wünsche mir, dass die Gewalt gegen Frauen und Mädchen abnimmt. Wir haben in Leverkusen schon ein breites Bündnis dafür geknüpft, aber noch reicht unser Engagement nicht aus. Ich wünsche mir, dass wir die Natur bewahren für uns und diejenigen, die nach uns hier leben wollen. Dass die Erde ein Zuhause bleibt für Menschen, Tiere und Pflanzen. Wie das gelingen kann – darüber gehen die Meinungen auseinander, aber es muss doch unser aller Anliegen sein, die Expertinnen und Experten zu hören, nicht die Zyniker und Populisten. Es gibt nicht immer nur eine richtige Antwort und eine einzige Lösung. Aber in der Tendenz sind sich die Forscherinnen und Forscher einig und daran sollte die Politik sich ausrichten.
Markus Grawe, Vorstandsvorsitzender Sparkasse Leverkusen: Für das Jahr 2026 wünsche ich mir, dass wir das umsetzen, was wir uns seit Jahren immer wieder vornehmen: Die Dinge und Herausforderungen mit mehr Zuversicht und Optimismus anzugehen. Es geht dabei nicht um Perfektion, sondern um das mutige Ausprobieren neuer Wege. Leverkusen bietet dafür beste Voraussetzungen, sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich und menschlich. Für unsere Stadt wünsche ich mir eine Aufbruchsstimmung, die Mut macht und verbindet. Leverkusen ist ein Ort, an dem vieles zusammenläuft, manchmal ganz sinnbildlich am Autobahnkreuz: nicht immer ohne Stau, aber mit dem klaren Ziel, voranzukommen. Diese Fähigkeit, Dinge gemeinsam zu bewegen, macht unsere Stadt stark. Denn niemand erreicht etwas allein: Ein Vorstand führt die Sparkasse nicht allein, ebenso wenig ein Chefredakteur eine Tageszeitung. Es braucht Teams, die vertrauensvoll, engagiert und mit einem gemeinsamen Ziel arbeiten.

Markus Grawe.
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Gerade in unruhigen Zeiten wünsche ich mir mehr Ruhe und gegenseitiges Verständnis. Ein respektvoller Umgang, weniger Schärfe in Diskussionen und die Bereitschaft, zuzuhören, sind dafür eine gute Grundlage: im Alltag wie darüber hinaus. Meine persönlichen Wünsche für 2026 sind Gesundheit, etwas mehr Zeit für Familie und Freunde und vielleicht die Entdeckung eines neuen Reiseziels. Und zuletzt wünsche ich mir, dass Bayer 04 im kommenden Jahr die Weichen so stellt, dass die Deutsche Meisterschale erneut ihren Weg nach Leverkusen findet.
Susanne Wedewer-Pampus, Vorsitzende Kunstverein: In Zeiten von Haushaltssperre und Finanzmisere stellt sich im kommenden Jahr die Frage, ob Kulturförderung als sogenannte „freiwillige Leistung“ sang- und klanglos gestrichen wird. Nicht wichtig für unser Miteinander, nicht länger entscheidend für die Allgemeinheit. Wirklich nicht? Ist es nicht ein Gut, dass wir in unserem gesellschaftspolitischen System über Kultur streiten können, auch wenn das bisweilen anstrengend, fordernd und zugegebenermaßen manchmal auch lästig ist? Dass uns noch niemand vorschreibt, was unter Kultur zu verstehen ist und was nicht – wie in jenen Systemen, in denen sie entweder instrumentalisiert wird oder gleich verboten – im Bewusstsein um ihre Kraft, ihre Energie. Doch diese Systeme nennt man gemeinhin nicht Demokratien.

Susanne Wedewer-Pampus.
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1954 haben engagierte Bürgerinnen und Bürger der Stadt den Kunstverein zusammen mit Unternehmerinnen und Unternehmern ins Leben gerufen. Auch heute machen unsere Mitglieder und lokale Handwerksbetriebe unsere Arbeit durch ihre Mitgliedschaften erst möglich. Sie sind das Fundament unserer Arbeit, in finanzieller Hinsicht, natürlich, aber auch als Zeichen der Wertschätzung. Dies gibt uns die Hoffnung, auch künftig unser Programm aufrechterhalten zu können. Denn aufgeben werden wir nicht! Ich wünsche mir für 2026, dass der Kunstverein noch stärker als ein Ort der Begegnung und des Austauschs wahrgenommen wird. Als ein lebendiger Ort, an dem Neugierde und Offenheit zählen, nicht Vorwissen oder Kleidung.
Svenja Kollek, Trainerin Wildcats Leverkusen: 2025 war für mich und die Wildcats Cheerleader ein ganz besonderes Jahr. Es war nicht nur sportlich erfolgreich, sondern hat mich auch auf menschlicher und vor allem auf emotionaler Ebene sehr geprägt. Ich durfte viele Entwicklungsschritte miterleben, große und kleine Erfolge feiern. Ich konnte miterleben, wie ein Team Zusammenhalt, Vertrauen und Leidenschaft entwickeln hat.
Für das Jahr 2026 wünsche ich mir von Herzen, dass der gesamte Verein diesen Weg konsequent weitergeht. Ich wünsche mir strahlende Sportlerinnen und Sportler, die an sich glauben, über sich hinauswachsen und ihre ganz persönlichen Ziele erreichen. Vor allem wünsche ich jedem Erinnerungen fürs Leben – Momente, an die sie sich noch lange mit Stolz und einem Lächeln erinnern werden.

Svenja Kollek ist seit vielen Jahren bei den Wildcats Leverkusen tätig.
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Ich wünsche mir Trainerinnen und Trainer, die stolz auf jede einzelne Leistung ihrer Athletinnen und Athleten sind und dankbar dafür sind, sie auf ihrem Weg begleiten und zu Höchstleistungen führen zu dürfen. Ganz persönlich hoffe ich, dass ich mich sowohl als Mutter als auch als Trainerin weiterentwickeln werde. Ich wünsche mir den Mut, Fehler zu machen, aus ihnen zu lernen und daran zu wachsen.
Für meine beiden eigenen Teams wünsche ich mir eine „Cheer Season“, die niemand jemals vergisst. Dass die Mädels nach jeder Routine stolz, glücklich und voller Emotionen von der Matte kommen und mein Trainerteam und ich uns vor Freude in den Armen liegen. Ich hoffe außerdem, dass unsere beiden großen Reisen in die USA und nach Portugal unvergesslich werden und sich all das harte Training und die intensive Arbeit auszahlen. Zu guter Letzt wünsche ich mir für uns alle mehr Vertrauen in das, was wir bereits jetzt gemeinsam erreicht haben.

