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Stars auf VereinsanlageWie der RTHC Leverkusen zum Filmset von „Extrawurst“ wurde

4 min
bei den Dreharbeiten von EXTRAWURST

Filmstars beim RTHC: Friedrich Mücke, Fahri Yardim, Anja Knauer, Regisseur Marcus H. Rosenmüller, Hape Kerkeling, Christoph Maria Herbst, Gaby Dohm

Sechs Wochen lange drehte das Team um die Stars Hape Kerkeling und Christoph Maria Herbst in Leverkusen den Kinofilm, der jetzt gestartet ist.

Es ist der erste Probentag, alle sind eingenordet: Bitte das Filmteam und die Schauspieler erst einmal in Ruhe ankommen lassen. Wenig später steht der Haustechniker bei Anke Holterbosch: „Schau mal, ich habe ein Selfie mit Hape Kerkeling!“ Das aber sei auf Vorschlag des Schauspielers entstanden. „Hape Kerkeling ist alleine über die Anlage spaziert, um sich erst einmal alles in Ruhe anzuschauen“, erzählt die Geschäftsführerin des RTHC Leverkusen. Dabei sei er dem Techniker begegnet und habe gesagt: „Das ist ja ein toller Drehort hier, da müssen wir doch direkt mal ein Selfie machen!“

Hape Kerkeling + Anja Knauer + Fahri Yardim

Hape Kerkeling, Anja Knauer und Fahri Yardim bei Dreharbeiten in der Tennishalle des RTHC

Blick aus der Gastronomie in die Tennishalle, beide wurden als Drehort genutzt.

Blick aus der Gastronomie in die Tennishalle, beide wurden als Drehort genutzt.

Das war im vergangenen April, als auf dem Gelände des RTHC sechs Wochen lang der Kinofilm „Extrawurst“ gedreht wurde, der seit vergangener Woche in den Kinos läuft. „Wir haben Ende 2024 eine Anfrage von einem Location-Scout bekommen, der für eine Szene eine Umkleidekabine mit Spinden gesucht hat“, erzählt Holterbosch. Bei dessen Besuch und vielen weiteren der Produktionsfirma „Lieblingsfilm“ stellten alle fest: Das Gelände des RTHC hat noch viel mehr zu bieten. „Man konnte in den Gesichtern sehen, wie die Künstlerseelen Flic-Flac schlugen“, erinnert sich Holterbosch.  „Letztendlich wurde bis auf zwei Szene der ganze Film hier gedreht – aber keine Einzige in der Umkleidekabine.“

Vereinsgelände wird in Beschlag genommen

Es folgte eine aufregende Zeit für den Verein: Viele Absprachen mussten getroffen werden, damit Dreharbeiten und Sportbetrieb nebeneinander laufen können. Sechs Wochen lang nahm das Filmteam Teile des Geländes in Beschlag: Die Gastronomie, in der viele Szenen gedreht wurden, wurde für Publikumsverkehr ganz geschlossen, Räume für Technik, Maske und Catering freigeräumt, Wohnwagen für die Crew standen auf dem Gelände. Abwechselnd wurde in der Tennishalle und auf den Außenplätzen gedreht. „Zum Glück hatten wir schon Freiluftsaison, sodass die Halle nicht mehr dringend gebraucht wurde“, sagt Holterbosch. Und bei 24 Außenplätzen sei zu verschmerzen gewesen, wenn auf zweien Kerkeling und Co. unterwegs waren. 

Ein riesiger Tennisschläger wird per Kran angeliefert.

Ein riesiger Tennisschläger wird per Kran angeliefert.

„Natürlich haben wir uns Gedanken darüber gemacht, ob wir so einen langen Dreh unseren Mitglieder zumuten können“, sagt die Geschäftsführerin. Es hätten schon einige kleinere Dreharbeiten auf dem Gelände stattgefunden, aber noch nie für einen Kinofilm über Wochen. „Letztendlich haben wir uns aber gefragt: Können wir es uns erlauben, es nicht zu machen?“ Denn natürlich hat das Produktionsteam eine ordentliche Nutzungsgebühr für das Gelände gezahlt.

Gemeinsamer Kinoabend

Das kann der Verein gut gebrauchen: Der Kunstrasenplatz muss erneuert werden, das Hockeyfeld ebenfalls, das Bootshaus braucht eine energetische Sanierung und die Rudersportler Unterstützung auf ihrem Weg zu den Olympischen Spielen in LA. „Jede Einnahme hilft, um den Sportbetrieb zu finanzieren.“ Als Entschädigung für die Einschränkungen waren die Vereinsmitglieder am vergangenen Freitag von der Produktion zu einer Sondervorstellung im Leverkusener Kinopolis eingeladen. „Das war echt aufregend, alles wiederzuerkennen“, sagt Holterbosch.  

Anke Holterbosch vor dem Platz, auf dem die Außendrehs stattgefunden haben.

Anke Holterbosch vor dem Platz, auf dem die Außendrehs stattgefunden haben.

Hape Kerkeling

Hape Kerkeling auf der Anlage, im Hintergrund der Riesenschläger

Das allerdings ist gar nicht so einfach: Das Produktionsteam hat Wände umgestrichen, im Restaurant Teppich ausgelegt und alle Vereinsembleme entfernt - von den „RTHC“-Großbuchstaben an der Fassade des Clubhauses bis hin zum kleinen Symbol in der Außenuhr. Im Teich der Angler steht nun ein neuer Steg – der durfte bleiben, im Gegensatz zu dem gigantischen Tennisschläger, der mit einem Kran angeliefert wurde. Das ein oder andere Vereinsmitglied hat sich sogar selbst im Film wiedergefunden: Einige durften als Komparsen mitwirken und mit Tennistaschen durchs Bild laufen. 

Rückblicken beschreibt Holterbosch die Zeit als anstrengend, aber auch sehr spannend. Die Crew habe auf der Anlage auch Teamabende von Kegeln bis Grillen am Beachvolleyplatz veranstaltet. „Es ist selten, dass bei so einem Dreh das ganze Team an einem Ort ist, das haben die sehr genossen“, berichtet die Vereinsverantwortliche, die auch an einigen der Abende teilgenommen hat. „Es war eine richtig schöne Stimmung.“ Und auch die Schauspieler rund um die Stars von Kerkeling über Fahri Yardim, Anja Knauer, und Gaby Dohm bis hin zu Christoph Maria Herbst seien sehr nett und umgänglich gewesen. „Die haben gerne vor unserem Büro einen Kaffee getrunken und dann konnte man mal ein bisschen quatschen“, erzählt Holterbosch. Und am Ende hat auch jeder, der das wollte, sein Selfie bekommen.