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Leverkusener feiern GnadenhochzeitEine Gitarre schreibt 70 Jahre Liebesgeschichte

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Maria Elisabeth und Johannes Liese feiern an diesem Dienstag ihren 70. Hochzeitstag.

Maria Elisabeth und Johannes Liese feiern an diesem Dienstag ihren 70. Hochzeitstag.

1954 lernte sich das Paar auf einem Kirchenausflug der Manforter Gemeinde kennen.

„Ich kriege ein Kind und jetzt müssen wir heiraten“ – mit diesem Satz überraschte die 20-jährige Maria Elisabeth ihre Familie und heiratete am 18. August 1956 Johannes Liese. Gemäß den damaligen gesellschaftlichen Standards mussten sie heiraten, sagt das Ehepaar heute, aber: „Wir fanden das eigentlich auch ganz gut, denn dann musste ich nicht mehr nachts mit dem Fahrrad von Manfort nach Küppersteg fahren“, erzählt Johannes Liese schmunzelnd.

Im Übrigen war den heutigen Eheleuten wohl schon von Beginn ihrer Geschichte klar gewesen, dass sie heiraten würden – das Schicksal sorgte dann nur für einen früheren Zeitpunkt. 1954 lernte sich das Paar auf einem Kirchenausflug der Manforter Gemeinde kennen. Johannes Liese begleitete den Ausflug mit seiner Gitarre. „Er hat Gitarre gespielt und gesungen und ich war sofort verliebt“, erinnert sich Maria Elisabeth Liese heute – und an die Lodenjacke, die er trug.

Ich war so fasziniert. Ich wusste: Die oder keine, auch obwohl ich noch sehr jung war.
Johannes Liese, Jubilar

Ihr Ehemann ergänzt: „Irgendwann brauchte ich nicht mehr Gitarre zu spielen, dann haben wir nur noch getanzt.“ Es sei Magnetismus gewesen und er war sich sofort sicher, dass er mit dieser Frau sein Leben verbringen wollte: „Ich war so fasziniert. Ich wusste: Die oder keine, auch obwohl ich noch sehr jung war“, erzählt der 95-Jährige. Nach der Hochzeit in der Wallfahrtskirche St. Maria in der Kupfergasse ziehen die frisch gebackenen Eheleute in ihre erste Wohnung in das Haus der Großeltern.

Die Dachgeschoss-Wohnung ist sehr klein, ein richtiges Bettgestell hat keinen Platz, deswegen legen sie ihre Matratze auf Ziegelsteine und sind trotzdem überglücklich in ihrer ersten eigenen Wohnung. „Wir waren frisch verliebt, da konnte es ja gar nicht eng genug sein“, schwärmt Johannes Liese.

Fünf Monate nach ihrer Hochzeit wird dann ihre erste Tochter geboren. An den Tag, an dem sie den Namen ihrer Tochter eintragen lassen wollten, erinnert sich das Ehepaar Liese noch gerne. „Die Standesbeamtin hat ein B bei dem Eintrag in das Stammbuch vergessen. Unsere Tochter hieß dann Gariele“, lacht er. Zu Hause bemerkt seine Frau den Irrtum und sie lassen das B ergänzen. Auf Tochter Gabriele folgen ein Sohn und eine weitere Tochter.

Zur Silberhochzeit feiern die Leverkusener eine Doppelhochzeit

Und so kommt es zur Silberhochzeit des Ehepaars Liese zu einer Doppelhochzeit: Ihre jüngste Tochter heiratete an diesem Tag. „Das war praktisch, so mussten die Verwandten nur einmal anreisen“, berichtet Johannes Liese. Die Doppelhochzeit sei besonders schön gewesen, weil die Kirche voll war und groß gefeiert werden konnte. Und dementsprechend konnte auch die Gold- und Silberhochzeit 25 Jahre später wieder zusammen und im großen Stil gefeiert werden.

In diesen 70 Ehejahren hat das Jubelpaar viele Phasen des Lebens gemeinsam erlebt, vieles hat sich verändert: Mit 90 und 95 Jahren ist die Mobilität eingeschränkt, Altersleiden kommen hinzu. Eines ist aber wohl immer gleich geblieben: Es ist die optimistische Lebenseinstellung der Eheleute. „Natürlich hatten wir auch mal unterschiedliche Meinungen, aber ich kann mich nicht erinnern, dass wir mal Streit hatten. Wir haben immer viel miteinander unternommen und viel miteinander gesprochen“, erzählt Johannes Liese. 

So lautet die Erkenntnis der Jubilare nach 70 Ehejahren: „Hört aufeinander. Sprecht miteinander. Ertragt einander.“