Leverkusen – Alle Jahre wieder singt der Bayer Männerchor im Awo-Seniorenzentrum Leverkusen – eigentlich. Denn schon zum zweiten Mal fällt wegen des Schutzes der Bewohner und Bewohnerinnen vor Corona auch dieses vorweihnachtliche Mitsingen aus. Aber ein zweites Mal auf diese Freude verzichten wollten die Sänger auf keinen Fall. Chorleiterin Claudia Rübben-Laux zog sich die Winterstiefel und den dicken Mantel über, schnappte sich ein E-Piano und mit Mikrofon und Lautsprechern stimmte der Chor seine Lieder einfach vor den Türen des Zentrums an.
An den Fenstern der Aufenthaltsräume des Zentrums am Mathildenhof kleben aus bunter Pappe gebastelte Adventskränze und Weihnachtsmotive. Dahinter sind Senioren und Seniorinnen zu entdecken, die die Fenster einen Spalt geöffnet haben und der Musik lauschen.
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„Wenn es so kalt ist, gehen viele nicht gerne raus“, erzählt Heinz Neschen vom Sozialen Dienst über seine Schützlinge. Aber das muss auch keiner, denn die bereitgestellten Stühle im Foyer bieten Platz für Schau- und Singlustige und durch die offenen Fenster drang etwa ein vielstimmiges „Süßer die Glocken nicht Klingen“ ohne Probleme zu allen Bewohnern und Bewohnerinnen vor. Außerdem sang der Männerchor sein Programm gleich zweimal, denn nach dem Auftakt vor dem Haupteingang, der auch Passanten zum Anhalten und Mitsingen einlud, zogen die Herren in den Garten um und versorgten den hinteren Teil der Einrichtung mit frohen Stimmen.
Fensterkonzerte gefördert
„Das ist für uns auch etwas ganz Besonderes“, kommentierte Heinz Neschen, der das Open-Air-Konzert eifrig filmte. Unter dem Motto „Mit Mut der Krise trotzen – Kultur gegen Einsamkeit in Wohneinrichtungen“ fördert der Chorverband NRW diese sogenannten „Fensterkonzerte“. Zum Finale vereinten sich die Stimmen der Senioren und Seniorinnen mit denen der Chorsänger zu einem spontanen „Oh du Fröhliche“. Nachdem die Töne zu den Bewohnenden herein gedrungen waren, schickten sie dafür ihren Applaus durch die Fensterspalte zurück zum Chor auf der Straße und winkten zum Dank aus den vielen Stockwerken.
Am Mittwoch traf sich der Bayer Männerchor erneut, um im Innenhof des Haus Upladin weitere ältere Leverkusener und Leverkusenerinnen musikalisch zu beglücken. Wenigstens auf diese Weise Weihnachtsstimmung zu verbreiten sei für den Chor eine Selbstverständlichkeit, auch wenn die Bedingungen in der Kälte schwierig seien.
Am ersten April 2020 hatte Claudia Rübben-Laux die Leitung des Chores übernommen, gleichzeitig fing die Pandemie an, sich zu verbreiten. Die Konzerte des Männerchors wurden jüngst erneut abgesagt. „Ich glaube, das erste richtige Konzert, das wir gemeinsam bestreiten werden, wird etwas ganz Besonderes“, sehnt sie sich seitdem nach Normalität.
Ab Januar werden die Sänger ein weltliches Programm einstudieren, dass sie vielleicht schon im späten Frühjahr präsentieren könnten. „Sobald wir etwas machen können, sind wir da“, verspricht die Chorleiterin.



