Abo

Leverkusener PolitikIm zweiten Jugendstadtrat soll vieles noch besser werden

3 min
Sitzung des Jugendstadtrates 2022

Eine Sitzung des Jugendstadtrates im Jahr 2022

Interessierte Jugendliche können sich jetzt für das Planspiel von 17. bis 19. Oktober anmelden.

Politik ist mühsam. Das haben die 53 Jugendlichen gelernt, die am ersten Jugendstadtrat im vergangenen Jahr teilgenommen haben. „Aber ich habe auch gelernt: Wenn man dran bleibt, dann kann man wirklich was bewirken“, sagt Marwin Klos. Der 16-Jährige war mit dem festen Vorsatz zum Jugendstadtrat gegangen, sich für sicherere Radwege vor allem auf Schulwegen einzusetzen. In seiner Fraktion hat er einen Antrag ausgearbeitet, der vom Jugendparlament auch angenommen wurde.

Doch beschlossen heißt nicht gleich umgesetzt, das musste er lernen. Der Antrag fand zwar in den Fachausschüssen durchaus Zustimmung, allerdings war er zu ungenau formuliert. „Wir haben uns dann mit der Verwaltung zusammen hingesetzt und besprochen, was der aktuelle Stand ist“, erzählt Marwin. „Und dann habe ich den Antrag entsprechend umgeschrieben.“ Mit Erfolg: Mittlerweile ist ein offizieller Prüfauftrag beschlossen. Die Stadtverwaltung hat die Aufgabe zu analysieren, wie die Radwegesicherheit rund um Schulen erhöht werden kann.

Jonas Döring, Marwin Klos, Moritz Hüttner, Laura Rehm und Verantwortlicher Simon Frädrich

Erfolgreich im Jugendstadtrat: Jonas Döring, Marwin Klos, Moritz Hüttner, Laura Rehm mit dem Verantwortlichen Simon Frädrich

Von den 53 Teilnehmenden der Premiere im vergangenen Jahr ist ein harter Kern von rund 12 Jugendlichen geblieben, die sich auch nach der dreitägigen Veranstaltung weiter getroffen, Anträge bearbeitet und den nächsten Jugendstadtrat mit vorbereitet haben. Viele von Ihnen wollen für den 2. Jugendstadtrat als „Fraktionsgeschäftsführer“ zur Verfügung stehen und so ihre Erfahrung aus dem vergangenen Jahr einbringen. „Im letzten Jahr wurden die Gruppen von Pädagogen geleitet, die teilweise aber selbst nicht richtig wussten, wie politische Prozesse funktionieren“, sagt Moriz Hüttner. „Das war für uns dann schon frustrierend.“

„Insgesamt waren die Rückmeldungen aus dem vergangenen Jahr total super. Wir haben aber einiges, was wir in diesem Jahr noch optimieren wollen“, sagt Simon Frädrich, der bei der Stadt verantwortlich ist für die Kinder- und Jugendbeteiligung.

Zum Beispiel geht es in diesem Jahr mit einer zusätzlichen Auftaktveranstaltung los: Am Mittwoch, 27. September 2023 sollen von 18 bis 20 Uhr im Ratssaal bereits die jeweiligen Fraktionen gebildet und Betreuerinnen und Räume zugeordnet werden. „Wir haben im letzten Jahr festgestellt, dass es etwas chaotisch ist, wenn wir ohne Vorbereitung in die drei Tage starten“, sagt Frädrich. Das dreitägige Programm findet dann von 17. bis 19. Oktober statt.

Planspiel nach echten Mehrheitsverhältnissen

Der Jugendstadtrat ist als Planspiel angelegt, bei dem die Mehrheitsverhältnisse im Leverkusener Stadtrat nachgebildet werden. Im Verlauf der Aktion durchleben die Jugendlichen die Abläufe in der Kommunalpolitik, beginnend mit den Beratungen in den Fraktionen, über die Ausschusssitzung und abschließend einer großen Ratssitzung im Ratssaal. „Wenn ich mich früher mit Politik befasst habe, dann eher mit den großen Themen auf Bundesebene“, sagt Mortiz Hüttner. „Der Jugendstadtrat hat mir geholfen, die kommunale Ebene wahrzunehmen.“

Jene Ebene, auf der man mit Hartnäckigkeit tatsächlich etwas verbessern kann. Neben den Fahrradwegen sind auch offizielle Prüfanträge über die Öffnung von Schulhöfen nach Schulschluss und über eine Disko ab 16 Jahren beschlossen.

Auch Laura Rehm kann die Teilnahme jedem empfehlen: „Ich habe mich in den drei Tagen wie eine richtige Politikerin gefühlt und habe heute auch noch mit vielen Leuten Kontakt, die ich damals kennengelernt habe.“ Da sie in der kommenden Woche 17 wird, ist sie für eine Teilnahme im Oktober zu alt. Sie wird aber als „Fraktionsgeschäftsführerin“ mit dabei sein. „Ich will meine Erfahrung weitergeben, damit wir in diesem Jahr vielleicht noch mehr erreichen können.“


Vorwissen für den Jugendstadtrat nicht erforderlich

Mitmachen beim Jugendstadtrat von 17. bis 19. Oktober können interessierte Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren, von der Schule werden sie für die Zeit freigestellt. Vorwissen ist nicht erforderlich. Fragen und Anmeldungen an Simon Frädrich, Telefon 0172-8715076 oder per Mail an simon.fraedrich@stadt.leverkusen.de