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Radiokonzert abgesagtOhrwürmer am Samstag, Enttäuschung am Sonntag

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Volle Bühne: Arthur Horváth (M), der bunt gekleidete Leverkusener Kinder- und Jugendchor und die Bayer-Philharmoniker.

Leverkusen – Musik der ungewöhnlichen Art wurde am Samstag im Erholungshaus präsentiert: „Der beste Mix meets Klassik“, das klingt nach Radio-Popsongs und Orchester, die eine Liaison eingehen – und genau das bekam das Publikum serviert. Die Bayer-Philharmoniker füllten die Bühne bis in den letzten Winkel, auch eine Bandbesetzung und der Leverkusener Sänger Arthur Horváth fanden noch Platz. Und das vor fast ausverkauftem Saal.

Konzert am Sonntag abgesagt

Die zweite Ausgabe des Radiokonzertes, die für Sonntagabend geplant war, musste wegen der Unwetterwarnung abgesagt werden. „Aufgrund höherer Gewalt können die bereits gekauften Karten leider nicht zurückerstattet werden“, heißt es vom Veranstalter.

Karteninhaber können ihre Tickets aber kostenlos gegen Karten für das Konzert in der Historischen Stadthalle in Wuppertal am Mittwoch tauschen. Wer das nicht möchte, solle die Karten aufbewahren, man arbeite an einer „fairen Lösung“, hieß es am Sonntag. (stes)

Unter Dirigent Bernhard Steiner spielen die Musiker das Hauptthema von „Star Wars“, großartig komponiert von John Williams, und ein Medley von Hans Zimmers „Fluch der Karibik“.

Klang vermischt sich

Der Sound wird für das Radio abgenommen, leider aber auch beim Konzert in den Saal verstärkt, was die Dynamik und die Soloparts zu einem recht flächigen Klang vermischt. Bei der Auswahl der Filmmusik verließ man sich auf Evergreens, die die Philharmoniker aus dem Ärmel schütteln können. Schön ist das Liebesthema aus Nino Rotas „Der Pate“ in Szene gesetzt, die zitternden Tremoli intoniert Detlef Tewes vom Mandolinenorchester, der als Gast auf die Bühne kommt.

Erwartbare Antwort

Bei Coldplays „Viva La Vida“ stechen die verstärkten und teils zu schnellen Paukenschläge heraus, Moderator Thomas Wagner schreit in den Applaus wie bei einer Fernsehshow, die Hübscheste der Hörerinnen, die sich Stücke gewünscht haben, wird auf die Bühne gebeten. Was sie sonst so höre? Antwort natürlich: „Radio Leverkusen“.

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AC/DCs „Thunderstruck“ bringt einen guten Drive, auf dröhnenden Bass, Schlagzeug und E-Gitarre kann man dazu natürlich nicht verzichten. Zu „Music“ von John Miles fängt das Publikum hier und da mit Sitztanz an, beim schnellen, treibenden Part klatscht man mit, im Saal wird es immer heißer.

Wohlfühlen mit Artur Horváth

Der Moderator will schon wieder weitermoderieren, doch das Publikum hört nicht auf, für das Orchester zu klatschen und zu johlen. Sie haben ihren Job ja auch gut gemacht. Bisher kamen die Schunkel-Parts der Musik am Besten an, und für die volle Befriedigung des wohlfühlfreudigen Publikums sorgt nun Horváth. Mit Begleitung am Flügel und durch das Orchester, „in völlig neuem Gewand, genau wie ich“, sagt der Radiomoderator im Jackett, singt Horváth mit gefühlvoller Dringlichkeit. „Später ans Meer“, „Erinnern“, „Orange bis feuerrot“ und „Geschenke des Lebens“ finden beim Publikum Begeisterung, die Klassik steht dem Leverkusener Sänger.

Bühne läuft über

Endgültig zum Überlaufen bringt die Bühne dann der Leverkusener Kinder- und Jugendchor, der die in sich stimmige Darbietung gelungen abrundet. Mit der „Heimathymne“ des Senders und Ohrwürmern für die ganze Woche im Ohr summen sich die Live-Radiohörer glücklich nach Haus.