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Holocaust-GedenktagLeverkusener Schüler wollen „den Menschen ihren Namen zurückgeben“

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Am Holocaust-Gedenktag putzen Schüler des Landrat-Lucas-Gymnasiums Stolpersteine in Opladen, hier Mika Itzwerth.

Am Holocaust-Gedenktag putzen Schüler des Landrat-Lucas-Gymnasiums Stolpersteine in Opladen, hier Mika Itzwerth.

Schülerinnen und Schüler des Landrat-Lucas-Gymnasiums reinigen Opladener Stolpersteine und erinnern an NS-Opfer.

Albert Joseph. Emma, Helene und Antonie Benjamin. Siegmund, Sophia und Günter Salomon. „Diese Menschen wurden zu Nummern gemacht, ich finde es wichtig, dass wir ihnen ihren Namen zurückgeben“, sagt Mika Itzwerth, während er den Stolperstein von Albert Joseph in der Opladener Fußgängerzone poliert. Es sei ihm wichtig, daran zu erinnern, „dass diese Menschen hier waren, unsere Nachbarn, dass alles auch hier angefangen hat“. Und wenn der Stein nach der Putzaktion wieder golden strahlt, fällt er vielleicht auch wieder mehr Passanten ins Auge.

Hohe Motivation

Schon seit einigen Jahren säubern die Schülerinnen und Schüler des Geschichts-Leistungskurses am Landrat-Lucas-Gymnasium zum Holocaust-Gedenktag die Stolpersteine in der Nähe des Schulgeländes – zusätzlich zur schon seit viel längerer Zeit üblichen Aktion am 9. November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht. Wer heute den Geschichts-LK an der Opladener Schule besucht, kennt die Aktion und die Geschichten hinter den Namen also zumeist schon. Dennoch nimmt die Motivation nicht ab, sagt Jan Hermes, Lehrer des Q1-Kurses: „Die Schülerinnen und Schüler finden die Aktion immer noch gut und richtig.“

Robert Flocke putzt, der Geschichts-LK schaut zu.

Robert Flocke putzt, der Geschichts-LK schaut zu.

„Ich finde, es wird immer wichtiger, in einer Zeit, in der sich politische Strömungen immer mehr in die Richtung bewegen, wegen der wir jetzt hier sauber machen“, findet Robert Flocke. Die Steine seien eine gute „Alltagserinnerung“ für jeden, der die Fußgängerzone entlanggeht. Nicht gut findet der 18-Jährige, dass der Nationalsozialismus erst ganz zum Ende der Schullaufbahn tiefergehend thematisiert wird. „Natürlich muss das altersgerecht sein und gehört vielleicht nicht in die Unterstufe. Aber wir sind jetzt auch schon eine Weile in der Oberstufe und das Thema kommt erst nächstes Jahr.“

Das bestätigt auch Lehrer Hermes: „Aktuell stecken wir noch mitten in der Industrialisierung.“ Aber zumindest für einen Tag, diesen Holocaust-Gedenktag, tauchen die 16 Schülerinnen und Schüler ein in das Leben und Sterben der Opladener Juden.