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BildungsausschussGroßes Interesse an Diskussion zu Schulumzügen in Leverkusen

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Ungewöhnlich viele Zuschauer kamen in den Sitzungssaal des Bildungsausschusses in der Goethestraße.

Ungewöhnlich viele Zuschauer kamen in den alten Opladener Ratssaal, in dem am Montag der Bildungsausschuss tagte.

Viele Fragen zum Umzug der Gesamtschule Rheindorf und der Förderschule an der Wupper bleiben offen, dennoch gibt es einen einstimmigen Beschluss.

Zu Beginn der einstündigen Diskussion zu den geplanten Schulumzügen im Bildungsausschuss stehen die Zeichen noch auf Vertagung. Sowohl die SPD als auch die Grünen hatten Fragenkataloge an die Verwaltung eingereicht, zu denen noch keine Antworten vorlagen. „Wir haben alles beantwortet, was uns betrifft“, betont Caroline Maus, Leiterin des Fachbereichs Schulen, am Montag. Weil noch Antworten aus anderen Fachbereichen ausstanden, sei das den Fraktionen noch nicht zugegangen. „Wir können aber alles hier beantworten“, bietet Maus an – es wird deutlich, dass der Verwaltung sehr an einer schnellen Entscheidung gelegen ist.

Gisela Schumann (CDU) kann als ehemalige Lehrerin sehr gut nachvollziehen, dass die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule sich einen gemeinsamen Standort in Rheindorf wünscht. „Und in den Räumen der Förderschule an der Wupper möchte ich auch nicht unterrichtet werden“, fügt sie hinzu. Also befürwortet sie die angedachten Umzüge: Die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule soll am Standort Deichtorstraße zusammenfinden, der dann frei werdende Standort Elbestraße für die Förderschule hergerichtet werden. Allerdings macht Schumann sich Sorgen, ob die Kapazitäten für die Gesamtschule an der Deichtorstraße für 600 zusätzliche Kinder ausreichend sind. Eine Sorge, die sie mit den vielen Anwesenden auf den Zuschauerplätzen teilt. Selten war ein Bildungsausschuss so gut besucht.

Wann kommt der Anbau an der Deichtorstraße?

Zweifel bestehen vorrangig, wann und in welcher Form ein „mittelfristig“ angedachter Anbau an der Deichtorstraße umgesetzt werden kann. „Kurzfristig kann in der Stadt schon ein Jahrzehnt bedeuten, da frage ich mich, was mittelfristig heißt?“, fragt Rüdiger Scholz (CDU) mehrfach hartnäckig nach. Optimal wäre es, wenn die Schule erst umziehen würde, wenn der Anbau steht, sagt der Rheindorfer.

Die Verwaltung will und kann sich auf keinen Zeitraum festlegen. „Wir haben den Planungsprozess gestartet und stehen in Abstimmung mit der Schule“, sagt Andrea Pesch von der Gebäudewirtschaft. Nach der Planung muss europaweit ausgeschrieben werden. „Sie können mich nicht auf eine Dauer von vier, fünf oder sechs Jahren festnageln.“ Ob man den Beschluss zum Umzug dann nicht vielleicht erst fassen sollte, wenn es auch einen Baubeschluss für den Anbau gebe, will Lena Marie Angermann (SPD) wissen. Auch die Grünen sehen „große Schwierigkeiten“ bei der Umsetzung dieses „ambitionierten Vorhabens“.

Finanziert werden sollen Umbau und Umzug teilweise aus dem Startchancen-Programm von Bund und Land, auch deswegen besteht ein gewisser Zeitdruck. Wie viel von den Leverkusen zugewiesenen 16,22 Millionen Euro konkret in das Umzugsprojekt fließen sollen, wollen die Politiker wissen. Auch das kann die Verwaltung bisher nicht beziffern. „Wir haben 14 teilnehmende Schulen am Startchancen-Programm“, erklärt Andrea Werner. Jede von diesen Schulen muss bedacht werden. Wer in welcher Höhe und mit welchem Projekt, muss noch in Zielvereinbarung zwischen Schulaufsicht und Schulen vereinbart werden, immer vor einem pädagogischen Hintergrund, ergänzt Schulrat Martin Schneider.

Keine VHS mehr in Rheindorf

Der SPD ist noch wichtig, zu erfahren, was mit der Volkshochschule in Rheindorf passieren soll, wenn sie aus der Elbestraße ausziehen muss. „Es wird einen guten neuen Standort geben, aber nicht in Rheindorf“, sagt Dezernent Marc Adomat. Die Gespräche laufen noch, der derzeit favorisierte Standort sei aber zentral und sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden.

Silke Ratte, Vorsitzende der Stadtschulpflegschaft, betont im Namen der Eltern den Wunsch, dass Schule und Eltern eng in den Planungsprozess einbezogen werden. „Natürlich können wir uns alle etwas anderes wünschen“, sagt sie in Bezug auf die Erklärung der Förderschule, dass sie einen Neubau bevorzugen würde. Gemeinsam wolle man jetzt aber daran arbeiten, aus den gegebenen Umständen „das Beste herauszuholen“.

Die Diskussion schließt Caroline Maus mit einem flammenden Appell: „Es geht hier um Bildungsgerechtigkeit. Ich werde es niemals unterstützen, wenn wir sagen würden: Nehmt irgendwelche Container, die da noch stehen. Wir sehen das auch mit einem pädagogischen Blick, aber wir können nicht warten, bis ein Neubau entsteht.“ Schon bei einem kleinen Wasserschaden könnte es passieren, dass die Schule an der Wupper komplett geschlossen werden muss, der Umzug sei zwingend. „Die Chance haben wir jetzt und kein anderes Mal. Schon der kleinste Vertagungsgedanke würde uns zurückwerfen“, appelliert sie an den Ausschuss. Das zeigt Wirkung: Die Bildungspolitiker stimmen einstimmig zu.