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SchulbautenDiese drei Leverkusener Grundschulen sollen ausgebaut werden

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GGS Waldschule

Die GGS Waldschule steht schon lange auf dem Maßnahmenplan der Stadt.

Im Bildungs- und im Schulausschuss wurde allen drei Projekten einstimmig zugestimmt – aber es gibt noch Hürden.

Trotz Haushaltskrise will die Stadt an dem Plan festhalten, ihre Beschlüsse im Schulbau umzusetzen. Drei große Projekte standen im parallel stattfindenden Bildungs- und Bauausschuss auf der Tagesordnung. Alle Beschlüsse gelten allerdings nur unter Vorbehalt: Die Aufsichtsbehörde für die Haushaltssicherung muss dem zustimmen. „Zum jetzigen Zeitpunkt kann nicht ausgeschlossen werden, dass entweder schon die Planungsmittel nicht freigegeben werden oder die daraus resultierenden Investitionsmaßnahmen nicht weiter umgesetzt werden können, da die notwendige Genehmigung zur Kreditaufnahme seitens der Bezirksregierung nicht erteilt wird“, heißt es in den Vorlagen. Stimmt auch der Stadtrat zu, werden vorläufig 1,5 Millionen Euro Planungsmittel pro Projekt im noch zu genehmigenden Haushalt eingeplant.

GGS Waldschule

Plan: Im März 2021 wurde der Neubau der 1952 gebauten GGS Waldschule am jetzigen Standort Carl-Maria-von-Weber-Platz beschlossen. Wegen der ungeplanten Flutsanierungen war die Umsetzung zunächst zurückgestellt worden und schließlich an einen Generalplaner vergeben worden. Geplant ist ein vollständiger Neubau für eine dreizügige Grundschule inklusive einer Einfeldsporthalle, beides in Holzbauweise. Die Schule soll während der Bauzeit komplett in die Containeranlage in der Merziger Straße ziehen, in die aktuell noch die GGS Morsbroicher Straße ausgelagert ist.

Kosten: Geplante Baukosten 37,2 Millionen Euro, inklusive Risikozuschlägen 46,5 Millionen Euro, einschließlich Mehrwertsteuer. Eine Million Euro könnte das KfW-Programm für klimafreundliche Neubauten zusteuern.

Zeitplan: Es folgen Entwurfsplanung, Baugenehmigung und Vergabe. Mitte 2028 soll die Schulgemeinschaft an die Morsbroicher Straße umziehen. Die neue Schule soll dann Mitte 2030 bezugsfertig sein, danach folgen Abbruch und Neubau der Sporthalle.

Das sagt der Bildungsausschuss: Es gibt nur eine Frage von Gisela Schumann zur Auslagerungssituation. „In den Containern in der Merziger Straße ist aktuell auch eine dreizügige Grundschule“, sagt Andrea Pesch (Gebäudewirtschaft). Der Wechsel passe zeitlich und räumlich gut aufeinander. Der Beschluss fällt einstimmig.

Das sagt der Bauausschuss: Benedikt Rees weist als nicht stimmberechtigtes Mitglied des Ausschusses für die Klimaliste darauf hin, dass sich sich die geschätzten Kosten verglichen mit der Vorlage aus dem Jahr 2020 verdoppelt haben. Vor sechs Jahren seien die Kosten für eine Sanierung im Bestand mit 22,2 Millionen Euro, und diejenigen für einen Neubau in Holzbauweise mitz 28,8 Millionen Euro angegeben worden. Rees regte eine Sanierung im Bestand an. Gregor Steiniger, Leiter der Gebäudewirtschaft im Baudezernat, erläutert, dass die Kostenschätzung im Jahr 2020 vor der Corona-Pandemie und vor Ausbruch des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine – beides starke Kostentreiber im Baugewerbe – gemacht worden sei. Auf Rees Einwände bezüglich der Baumaterialien beim Neubau entgegnet Steiniger: „Wir reduzieren den Stahlbetonanteil ganz erheblich.“ Der Beschluss ergeht einstimmig.

GGS Herderstraße

Plan: Die Quettinger Grundschule ist seit 2023 als dringend sanierungsbedürftig eingestuft. Dazu kommen stetig steigende Schülerzahlen, für die die zweizügige Schule weder im Unterrichts- noch im Nachmittagsbereich ausgestattet ist. Mit Erweiterungsneubauten und einer Sanierung im Bestand soll die Schule künftig dreizügig werden.

GGS Herderstraße in Quettingen

GGS Herderstraße in Quettingen hat einen neueren und einen älteren Gebäudeteil

Kosten: 48,5 Millionen Euro, einschließlich Mehrwertsteuer. Hierin enthalten ist ein Risikozuschlag von 17 Prozent und eine Indexierung bis zum Baubeginn in Höhe von 10 Prozent.

Zeitplan: Die Entwurfsplanung soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein, es folgen Baubeschluss, Ausschreibung und Vergabe bis Mitte 2028. Gebaut werden soll von Ende 2028 bis 2032.

Das sagt der Bildungsausschuss: „Bei den Kosten bin ich schon rückwärts umgefallen“, sagt Gisela Schumann (CDU). Vor allem aber besorge sie der lange Zeitraum bis zur geplanten Fertigstellung 2032. „Kinder, die diese Schule mal besuchen sollen, sind noch nicht mal geboren.“ Die Frage, ob man das angesichts sinkender Kinderzahlen so noch durchziehen wolle, stellt sie in den Raum. Dezernent Marc Adomat bekräftigt die Notwendigkeit des Ausbaus. Der Bildungsausschuss stimmt einstimmig zu.

Das sagt der Bauausschuss: Kai Riedel will für Volt und Bürgerliste wissen, ob es möglich sei, Fördermittel für die Schulsanierung geben könne. Gregor Steiniger von der Gebäudewirtschaft erwidert, für die Beantragung von Fördermitteln sei in der Regel die Leistungsphase 3 eines Bauprojektes nötig, also die Entwurfsplanung. Die Bestückung des Turnhallendaches mit Fotovoltaik-Paneelen, wie von Benedikt Rees (Klimaliste) angeregt, ist nicht vorgesehen, weil das Dach laut Steiniger „statisch ausgereizt“ sei, sprich kein zusätzliches Gewicht verträgt und weil umstehende Bäume das Dach zu stark verschatten. Auch der Bauausschuss votiert einstimmig für die Vorlage.

GGS Astrid-Lindgren-Schule

Plan: Die Grundschule in Mathildenhof, Baujahr 1960, steht ebenfalls seit 2023 als „dringend sanierungsbedürftig“ im Schulentwicklungsplan. Im Juli 2024 wurde das Projekt an einen Generalplaner vergeben mit dem Ziel einer Sanierung und Erweiterung. Dramatischer wurde die Lage noch einmal, als im Herbst 2025 das OGS-Gebäude wegen durch einen Wasserschaden ausgelöster statischer Mängel geschlossen werden musste. Deswegen geht die Stadt mittlerweile davon aus, dass es wirtschaftlicher und nachhaltiger sein könnte, den Bestand komplett zurückzubauen und neu zu bauen. Das müsse aber in der weiteren Planung erörtert werden.

Die Astrid-Lindgren-Schule in Mathildenhof

Die Astrid-Lindgren-Schule in Mathildenhof

Kosten: Für Sanierung und Erweiterung sind aktuell 45,8 Millionen Euro inklusive Mehrwertsteuer und Risikoaufschlägen geplant. Die Neubauvariante soll nicht wesentlich teurer sein, muss aber noch erarbeitet werden.

Zeitplan: Nach dem aktuellen Plan soll der Baubeschluss 2027 fallen, sodass Ende 2028 gebaut werden kann. Die Fertigstellung wäre dann für Anfang 2031 geplant. „Bei vollständiger Änderung des Gesamtentwurfs würden sich die Termine um circa 1,5 Jahre verschieben“, heißt es in der Vorlage.

Das sagt der Bildungsausschuss: Einstimmige Zustimmung.

Das sagt der Bauausschuss: Ulrike Haase-Mülleneisen fordert als Mitglied des Beirats für Behinderte im Ausschuss ein, dass die Außenanlage der Mathildenhofer Schule ebenso barrierefrei gestaltet werden müsse wie der Zugang zu und die Bewegung in den Interimscontainern. Steiniger sagte das für die Entwurfsplanung zu. Der Ausschuss stimmt der Vorlage einstimmig zu.


Drei Neubauten als Ergänzung für den Berufsschulcampus

Die Leverkusener Immobiliengesellschaft (Levi) hat die nächste Hürde für eine Erweiterung des Berufsschulcampus an der Bismarckstraße genommen. Die Levi plant und steuert das Projekt im Auftrag der Stadt. Nun liege eine „entscheidungsreife Projektstruktur und eine belastbare Kosten- und Finanzierungsgrundlage“ vor, schreibt die Levi in einer Mitteilung. Geplant sind drei moderne Ergänzungsneubauten, die zuletzt auf ökologische, wirtschaftliche und pädagogische Gesichtspunkte hin noch einmal optimiert wurden. „Unser Anspruch ist es, öffentliche Bauprojekte professionell, transparent und wirtschaftlich umzusetzen“, erklärt Björn Krischick, Geschäftsführer der Levi. Die Wirtschaftlichkeit des Projekts sei durch einen unabhängigen Gutachter umfassend geprüft und bestätigt worden. Ergänzend werden Fördermittel, unter anderem für klimafreundliches Bauen, beantragt. Details zu dem Projekt wurden im nicht-öffentlichen Teil des Bildungsausschusses besprochen. (stes)