Am Beginn der Sitzung des TBL-Verwaltungsrats wurde ein neuer Chef eingeführt, der Experte für die Schwammstadt ist.
Neuer TBL-ChefLeverkusen baut am Klinikum einen neuen Abfluss in die Dhünn

Das ist der heutige Regenwasser-Abfluss unterhalb des Klinikums in die Dhünn. Das Klinikum und das angrenzende Viertel sollen in die Dhünn entwässert werden.
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Oberflächlich betrachtet, unterscheiden sich der alte und der neue Arbeitgeber Wulf Riedels nur in einem einzigen Buchstaben: Der neue TBL-Chef (Technische Betriebe Leverkusen) war zuvor 25 Jahre bei den TBS (Technische Betriebe Solingen) beschäftigt.
Etwas genauer betrachtet, ist Riedel jetzt aber Chef von gut 150 Mitarbeitern der Leverkusener Stadtwerke. Die werden vielfältig aktiv. Sie lassen Straßen bauen, Brücken und andere Ingenieurbauten erstellen, legen Kanäle, kümmern sich um Hochwasserschutz. Ein weiteres wichtiges Arbeitsfeld der TBL ist die Unterhaltung: die Pflege der Infrastruktur.
Wulf Riedel ist in Opladen aufgewachsen
Der 57-jährige Bauingenieur kennt die Stadt, er ist in Opladen aufgewachsen und dort zur Schule gegangen. Studiert hat er Siedlungswasserbau. Riedel wohnt in Burscheid. Er will die TBL digitaler machen, sagt er, sowohl nach innen als auch nach außen über die sogenannten sozialen Medien stärker in Erscheinung treten. Ein ökologisch wichtiges Arbeitsfeld, für das es auch in Leverkusen Bedarf gibt, kenne er aus dem Effeff, wie er im Gespräch vor der ersten Verwaltungsratssitzung sagt: „Wir in Solingen waren beim Thema Schwammstadt ganz vorne mit dabei.“

Wulf Riedel, TBL-Chef seit 2023 sagt, er sei Experte für das Schwammstadt-Prinzip.
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Das ist gut, denn vielleicht hätte er zu den Fragen der umstrittenen Regenwasser-Ableitung aus dem Klinikum und des angrenzenden Stadtviertels in die Dhünn noch eine gute Idee gehabt. Über die diskutierte der Verwaltungsrat noch kurz am Dienstag, bevor die Mitglieder ihn einstimmig beschlossen.
Das Regenwasser von den Dächern und den versiegelten Flächen des knapp 300.000 Quadratmeter großen Klinikum-Viertels (43.000 Quadratmeter sind versiegelt) zwischen der Straße Dhünnberg und der Dhünn soll auch künftig ohne Versickerungsmöglichkeit oder Zwischenspeicherung direkt über ein Rohr in den Fluss gespült werden. Ob es angesichts der erlebten Hochwasserkatastrophe stattdessen nicht die Möglichkeit für eine zeitgemäße Versickerung gebe, fragte das Verwaltungsrats-Mitglied Karl Schweiger.
Versickerung nicht geprüft?
Der TBL-Plan ist: Ein neuer 2200 Meter langer Regenwasserkanal soll zur Dhünn geführt werden. Der alte Kanal kann manchmal das viele Regenwasser nicht mehr fassen, bei Starkregen haben sich Kanaldeckel aus der Straße gehoben.
Der Naturschutzbeirat hatte den Kanal-Plan der TBL im Mai 2022 strikt abgelehnt – die Möglichkeiten zur Versickerung und der Bau von Zisternen seien keinesfalls ausreichend geprüft worden, befanden die Mitglieder.
Die fachlich begründete Ablehnung nützte aber nichts: Beschlüsse des Naturschutzbeirats haben keine bindende Wirkung, der Bauausschuss kassierte ihn zwischenzeitlich mehrheitlich und bereitete so den Baubeschluss der TBL vor.