Leverkusen – Im Wiesdorfer Notenschlüssel hat zum dritten Mal eine Vinyl-Party von Tobias Thüning stattgefunden. „Ab jetzt kann man bei der Veranstaltung schon von Brauchtum sprechen“, sagt der „DJ im Kilt“ des Eirinn Caraidean Clans. Am vergangenen Samstag aber trägt er seinen privaten Kilt. Pub-Betreiber Gerhard Zech habe sich Schallplattenabende in seinem Notenschlüssel schon seit Jahren herbeiersehnt, erzählt er: „Es gibt nichts Schöneres, als in diesem Ambiente Irish-Folk, Irish-Funk und Irish-Pop zu genießen – und das von Vinyl.“
Am Vorabend war hier das Elvis-Presley-Double Cisco Steward aufgetreten. So hält es Thüning mit seinem Sprichwort „Man sollte mit dem Anfangen, womit man aufgehört hat“ – und startet sein Set mit „Rock around the clock“. Er stellt jedoch klar: „Das hier ist Musik, die man nicht ineinander mischen kann, wie es mit elektronischer Musik getan wird.“
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Seine Aufgabe liege vielmehr in der Zusammenstellung der Titel und in der Moderation. „Und da gilt es natürlich, spontan auf die Gäste reagieren zu können“, sagt der „DJ im Kilt“, „aber wenn man sich ein Konzept ausgedacht hat, muss man manchmal auch einfach stur seinen Stiefel durchziehen.“ Nur so könne man ein kontinuierliches Level im Set aufrechterhalten.
Selber Platten mitbringen
Nachdem diese Konzertform schon im Januar und März dieses Jahres gut ankam, planen Zech und Thüning für künftige Veranstaltungen, das Publikum noch mehr einzubeziehen: „Ihr könnt dann auch selber Platten aus eurer Sammlung mitbringen.“ Dabei müsse es sich um Singles, LPs oder Schellacks handeln. Beide sind auch gespannt, was für Geschichten mit dem Vinyl mitgebracht werden. „Dazwischen einen Bogen zu spannen, ist eine neue Herausforderung und hebt das hier auf ein ganz anderes Niveau“, hat Thüning bereits jetzt höchste Erwartungen.

Tobias Thüning ist der „DJ im Kilt“.
Copyright: Michael Wand
Notenschlüssel-Stammgast „Yogy“ genießt die etwas kratzigen Klänge der Nadel in der Rille: „Und es geht auch einfach um das Zusammenkommen hier, hier gibt es nur nette Leute.“ Er finde die Veranstaltungsreihe ziemlich gut, doch eines fehlt ihm: „Wo ist die Vielfalt und wo sind hier die jungen Leute?“ Das scheint aber sonst niemanden zu stören, schon ab dem dritten Lied hält es die ersten nicht mehr auf den Barhockern und es wird fröhlich mitgesungen und getanzt. Für Thüning ein voller Erfolg: „Hauptsache, wir haben eine gute Zeit – dann habe ich meinen Job erfüllt.“



