Abo

Blättern, scannen, anmelden:Die VHS setzt auf ein neues Programmheft

3 min
Günter Hinken (Leiter der VHS) und Uta Wagner (Leiterin VHS und VHA-Öffentlichkeitsarbeit), präsentieren das neue Programm.

Günter Hinken (Leiter der VHS) und Uta Wagner (Leiterin VHS und VHA-Öffentlichkeitsarbeit), präsentieren das neue Programm.

90 Prozent der Anmeldungen laufen online, doch die Volkshochschule setzt weiter auf das gedruckte Programm mit QR-Codes, neuen Kursen und dem Ziel, Bildung für alle bezahlbar zu halten.

Das neue Programmheft der Volkshochschule Leverkusen sieht anders aus als bisher. QR-Codes führen direkt zur Anmeldung, die Gestaltung ist kompakter und stärker auf digitale Nutzung abgestimmt. Dennoch bleibt die gedruckte Ausgabe ein fester Bestandteil des Konzepts. „Wir haben die neue Form der Medienwahrnehmung aufgenommen“, sagt VHS-Leiter Günter Hinken. Rund 90 Prozent der Anmeldungen würden inzwischen online erfolgen, viele davon über die App. „Trotzdem wollen wir das praktische Blättern anbieten.“ Deshalb werden weiterhin 5000 Exemplare im gesamten Stadtgebiet ausgelegt. Das Heft verbindet analoge und digitale Welt: Wer stöbert, kann sich per QR-Code unmittelbar für einen Kurs anmelden.

400 Angebote trotz finanzieller Einschnitte

Die Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd. In den vergangenen zwei Jahren musste die Volkshochschule rund 15 Prozent ihres Programms aufgrund der Haushaltslage einsparen. Dennoch umfasst das aktuelle Semester noch immer 400 Kurse, Seminare und Einzelveranstaltungen mit insgesamt 1000 Unterrichtseinheiten. Im vergangenen Jahr verzeichnete die VHS rund 16.000 Belegungen. „Die Volkshochschule möchte der Stadt nach den Kürzungen Mut zusprechen“, betont Günter Hinken. Die Einrichtung verstehe sich weiterhin als Ort der Begegnung. „Menschen kommen in die Volkshochschule, um zusammen  zu lernen.“ Unterstützt wird dies durch inzwischen 50 Kooperationen mit anderen Einrichtungen und Initiativen.

Die Volkshochschule möchte der Stadt nach den Kürzungen Mut zusprechen
Günter Hinken, Leiter der Volkshochschule

Zwischen Webstuhl, K-Pop und Häkelkunst

Neben bewährten Angeboten setzt die VHS auch neue Akzente. Im Bereich Gestalten gehört ein dreitägiges Webeseminar zu den Besonderheiten des kommenden Semesters. „Ich wollte schon immer einen Webkurs in der VHS anbieten“, sagt die stellvertretende Leiterin und Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit, Uta Wagner. An größeren Webrahmen lernen die Teilnehmenden verschiedene Techniken und Muster kennen.

Große Nachfrage gibt es auch nach aktuellen Trendthemen. Der erste K-Pop-Tanzkurs war sofort ausgebucht, inzwischen folgt ein zweites Angebot für Erwachsene. „Nachfrage muss manchmal geschaffen werden“, sagt Uta Wagner. Ebenfalls im Programm: Amigurumi, die japanische Häkel- und Strickkunst, bei der kleine Tiere, Figuren oder Gegenstände entstehen.

Sprachen bleiben Publikumsmagnet

Besonders gefragt sind weiterhin die Sprachkurse. Insgesamt bietet die VHS 15 Sprachen an, darunter zehn Anfängerkurse. Eine Sprachberatung am 2. September soll Interessierten helfen, den passenden Kurs zu finden. Bereits im vergangenen Jahr wurden die Kursgebühren um zehn Prozent erhöht. Die aktuellen Preise bleiben gleich. „Wir müssen sehr darauf achten, unsere Preise nicht kaputt zu machen. Jeder, der möchte, soll sich den Kurs leisten können“, sagt Günter Hinken.

Eine besondere Rolle spielt die VHS in der Integrations- und Grundbildungsarbeit. Bundesweit wird rund ein Drittel aller Integrationskurse von Volkshochschulen angeboten. „Das ist ein Bereich, bei dem wir eine wichtige soziale Funktion erfüllen. Die Menschen kommen über den Spracherwerb in Arbeit.“

Als einziger Anbieter von Alphabetisierungskursen in der Stadt übernimmt die VHS zudem eine besondere Verantwortung. Hinzu kommen aktuell sechs Schulabschlusslehrgänge mit rund 150 Teilnehmenden. Wer einen Abschluss nachholt, habe bessere Chancen, dauerhaft unabhängig von staatlichen Hilfen zu werden. Im kommenden Jahr feiert die Volkshochschule ihr 80-jähriges Bestehen. Für Günter Hinken liegt das Erfolgsrezept auf der Hand: „Die Programmvielfalt ist unsere Stärke. Das kann man nur schaffen, wenn man immer wieder innovativ ist.“

Als Beilage erscheint das Programm der VHS auch an diesem Samstag in der Leverkusener Ausgabe des „Kölner Stadt-Anzeiger“.