Leverkusen – Chanel wird teurer – und zwar in vier Jahren. Luxusmarken für Damen lassen Thomas Gibbösch aber eher kalt. Umso wütender schaut der Leverkusener auf die Erhöhung der Hundesteuer, die er 2018 für seinen Hund Chanel bezahlen muss. Statt 132 Euro sind es dann 156 Euro im Jahr. Voll Zorn hat er sich bei der Stadtverwaltung beklagt, um danach noch wütender zu sein: „Man konnte mir nicht sagen, wofür das Geld eingesetzt wird. Es werden bloß Löcher im Haushalt gestopft“, erbost er sich. Außerdem findet Gibbösch, dass die Stadt zu wenig für die Hundebesitzer und ihre vierbeinigen Gefährten tue. „Ich wünsche mir mehr Hundekotbeutel, wie es in vielen anderen Städten gibt. Außerdem wäre eine Hundewiese sinnvoll, wo die Tiere freien Auslauf haben.“
Im vergangenen Jahr hat die Stadtverwaltung 830 000 Euro Hundesteuer angenommen. 6425 Vierbeiner sind angemeldet. Das eingenommene Geld ist laut Stadtsprecherin Ariane Czerwon nicht zweckgebunden: „Bei der Hundesteuer handelt es sich um eine kommunale Aufwandssteuer, der keine konkrete Leistung etwa das Reinigen von Straßen und Wegen von Hundekot gegenübersteht.“ Die Steuer besitze zudem eine Lenkungsfunktion, um die Zahl der Hunde in einer dicht besiedelten Stadt auf ein verträgliches Maß zu begrenzen. Der aktuelle Hundesteuersatz entspreche dem Durchschnitt in Nordrhein-Westfalen. Ein Grund für die Erhöhung sei die Sanierung des Haushalts, bestätigte die Stadtsprecherin.
Die von Gibbösch gewünschten Spenderboxen für Hundekotbeutel seien auf dem Gebiet der Neuen Bahnstadt aufgestellt, so Czerwon. In den Grünanlagen am Oulusee würden gemäß eines Beschlusses der Bezirksvertretung vom Mai keine Spenderboxen aufgestellt. Freilaufzonen für Hunde gebe es derzeit in Leverkusen zwar nicht: „Nach dem Inkrafttreten des Landschaftsplanes soll jedoch eine Konzeption zum Thema »Hunde in der freien Landschaft« erarbeitet werden.“
Der Vorsitzende des Leverkusener Tierschutzvereins, Gerd Kortschlag, findet ein Hundeleben in Leverkusen gar nicht so schlecht: „Das ist nicht schlimmer als in anderen Städten auch.“ Besonders positiv findet er sogar ein Entgegenkommen der Stadt bei der Hundesteuer. „Menschen, die einen Hund aus dem Leverkusener Tierheim, müssen im ersten Jahr keine Hundesteuer zahlen.“ Mit einem entsprechenden Papier vom Tierschutzverein läuft die einjährige Befreiung automatisch bei der Anmeldung des Hundes.
Außerdem hat der Tierschutzverein Hundekotbeutel bei sich aufgestellt: „Als Tierheim stehen wir natürlich unter besonderer Beobachtung.“ Deshalb hielte das Tierheim alle Gassigänger der Hunde zur Nutzung der Kotbeutel an. Glücklich macht Gibbösch das alles nicht. Er hätte nach wie vor gerne gewusst, wohin das Geld für seine Chanel geht.
