Leverkusen – Wo sollte geblitzt werden? Dort, wo es gefährlich ist? Oder da, wo es besonders einträglich ist? Darüber wurde im Finanzausschuss lebhaft gestritten. Denn es gibt ein Konzept der Stadtverwaltung – und einen Beschluss des Stadtrats zu dem Thema. Beide widersprechen sich.
Derzeit funktionieren noch drei der 17 Starenkästen in der Stadt. Auch die gehen außer Betrieb, weil die Technik zu alt ist. Wieder gefährlich werden soll der Starenkasten an der B 8 in Wiesdorf, gegenüber der neuen Covestro-Zentrale. Dort gilt Tempo 60, als Unfallschwerpunkt ist die Stelle allerdings nicht bekannt.
Es geht ums Geld, nicht um Gefahren
Deshalb fühlt sich Erhard Schoofs in seinem Verdacht bestätigt: „Es wird nicht geblitzt, wo es am gefährlichsten, sondern da, wo es am lukrativsten ist“, sagte der Fraktionschef der Bürgerliste am Montagabend. Offenbar sehe sich die Stadt genötigt, geringere Einnahmen an anderer Stelle wieder auszugleichen: Auf der Rheinbrücke mit Tempo 60 und Lkw-Fahrverbot wird längst nicht mehr so viel eingenommen wie früher.
Der Stadtrat hatte indes schon vor Jahren beschlossen, dass Geld keine Rolle spielen soll bei der Standortwahl. Es gehe darum, gefährliche Stellen sicherer zu machen. Daran erinnerte Monika Ballin-Meter-Ahrens. Mit Blick auf den Plan der Stadtverwaltung, auf der B 8 in Wiesdorf, der Gustav-Heinemann-Straße in Manfort und der Burscheider Straße in Pattscheid wieder Starenkästen aufzubauen, sagte sie: „Vieles geht am Sicherheitsbedarf vorbei.“ Die Freidemokratin wünscht sich mehr mobile Kontrollen – und zwar dann, wenn Schnellfahrer von der Stadt nichts zu befürchten haben: nach 21 Uhr und an Wochenenden.
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Die SPD dagegen hat kein Problem mit der Standortwahl der Stadtverwaltung. „Das ist alles mit Augenmaß gemacht“, fand Dirk Loeb. Außerdem: „Wer sich an die Regeln hält, hat doch nichts zu befürchten. Egal, wo geblitzt wird.“ Das Meinungsbild bei den Grünen ist dagegen nicht klar. In der Bezirksvertretung I hatte Wolfgang Berg das Konzept der Verwaltung noch kritisiert. Etwas wenig, fand nun sein Parteifreund Stefan Baake: „In den Bezirken hätte man Standorte nennen sollen.“ Alternativen zu den Vorschlägen aus dem Rathaus gibt es aber nicht. Das Thema bleibt auf dem Tisch.



