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Überfälle auf Leverkusener TankstellenRäuber muss für 54 Monate ins Gefängnis

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Gerichtsfoto dpa Polizist mit Aufschrift Justiz

Ein Gerichtsprozess (Symbolbild)

Leverkusen – Zwei Raubüberfälle, sieben teils erfolgreich durchgeführte Diebstähle und mehrere Verkehrsdelikte beging Tarik S. (Name geändert) zwischen dem 22. Oktober und 16. Dezember 2020 in Leverkusen. Jetzt wurde er zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die Verteidigung kündigte bereits an, keine Rechtsmittel einzulegen, somit ist die Entscheidung des Landgerichts Köln rechtskräftig. Die Strafkammer folgte dabei dem detailliert ausgearbeiteten Schlussplädoyer des Vertreters der Staatsanwaltschaft.

„Leider alles wahr“

Tarik S. zeigte sich von Anfang an geständig: „Das ist leider alles wahr“, hatte der Leverkusener nach der Verlesung der Anklage gegen ihn kommentiert und sich bei den geschädigten Kassiererinnen der zwei Tankstellen, die er überfallen hatte, im Gerichtssaal glaubhaft entschuldigt.

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Der Richter stufte die Straftaten des 22-Jährigen als Beschaffungskriminalität ein. Denn von den erbeuteten 2253,70 Euro und etlichen Schachteln Zigaretten kaufte sich der Süchtige Kokain.

Tarik S. wendete ein Maß an roher Gewalt beim Aufstemmen der Eingangstüren von Supermärkten an, so zeigen es Überwachungsvideos, das in keinem Verhältnis zu seiner kleinen Beute stehe, heißt es im Urteil. Ein Kiosk-Betreiber und die Discounterketten erlitten einen Sachschaden im Wert von tausenden von Euros, Tarik S. nahm jeweils höchstens wenige Hundert mit. In zwei von den sieben Fällen schreckte ihn die Alarmanlage ab und in zwei weiteren ließ er Beute am Tatort zurück. Bei den zwei Raubüberfällen sprach der Richter von einer „dilettantischen Ausführungsweise“, die vermutlich auf die Drogensucht des Verurteilten zurückzuführen sei.

Festnahme nach Verfolgungsjagt

Zu seiner Festnahme führte eine Verfolgungsjagd, die er im Rauschzustand durchführte und ihm die drei Anklagepunkte des Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Fahrens mit Fahrzeug ohne Haftpflichtversicherung und Urkundenfälschung – Kennzeichen hatte Tarik S. von einem anderen Auto gestohlen und an seines geschraubt – einbrachte. Wegen Gefahr vor Flucht und Wiederholungstaten bleibt der Haftbefehl aufrecht. Allerdings ordnete der Richter eine Entziehung an.

Gute Erfolgschancen

Eine psychiatrische Gutachterin prognostizierte eine gute Erfolgschance für eine Therapie für Tarik S. Auch seine Familie, die immer wieder an der Verhandlung teilnahm, scheint ihn zu unterstützen. Im Gerichtssaal kümmerte sich seine Familie um die Überweisung einer ausstehenden Geldstrafe. Der 2013 aus Bosnien eingewanderte ist bereits verheiratet und Vater. Er scheint mit der frühen Verantwortung nicht klargekommen zu sein, glaubte auch die Ärztin. Tarik S. ist bereits mehrfach vorbestraft, bisher hatten die Gerichte das Jugendstrafrecht angewendet.

Der jetzige Entzug könnte für den jungen Leverkusener ein Wendepunkt seines Lebens sein.