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Leiterin Verbraucherzentrale„Viele sind bei Klimaanlage auf Fake-Shops reingefallen“

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Doreen Adam ist zufrieden mit ihrem neuen Arbeitsplatz als Leiterin der Verbraucherzentrale Leverkusen

Doreen Adam ist zufrieden mit ihrem neuen Arbeitsplatz als Leiterin der Verbraucherzentrale Leverkusen

Nach vier Monaten als Leiterin der Verbraucherzentrale Leverkusen hat Doreen Adam schon einige Überraschungen und Abzock-Trends erlebt.

Frau Adam, Sie sind seit rund vier Monaten Leiterin der Verbraucherzentrale Leverkusen. Ist es nicht auf Dauer anstrengend, immer mit den Problemen anderer Menschen umgeben zu sein?

Doreen Adam: Ich bin das schon gewöhnt aus meinem alten Job. Da habe ich auch viel mit den Schwierigkeiten im Alltag zu tun gehabt, damals eher mit Migrantinnen und Migranten. Aber ja, manchmal ist es eine Herausforderung, gerade bei existenzbedrohenden Situationen oder wenn Leute auch mal in Tränen aufgelöst hier stehen. Das kann schon herausfordernd sein und das nimmt man dann auch mal mit nach Hause und fragt sich, hätte man noch was anderes machen oder noch schneller helfen können. Aber man tut, was man kann.

Erzählen Sie, wie Sie aus Würzburg nach Leverkusen gekommen sind.

Ich war in Würzburg in der Erwachsenenbildung an der Volkshochschule tätig, vor allem im Bereich Sprachen. Das war auch spannend, aber ich habe einen neuen Job gesucht. Und die Verbraucherzentrale hatte ich schon auf dem Schirm, die waren bei uns im Studium mal zu Besuch und haben ihr Geschäftsfeld vorgestellt. Ich habe aus dem Studium ein paar Freunde hier aus der Gegend und dachte, Rheinland ist toll. Und dann habe ich die ausgeschriebene Stelle gesehen, habe Leverkusen gesehen, habe Verbraucherzentrale gesehen, habe mich beworben und alles passte … und jetzt bin ich hier.

Und ist das Rheinland so, wie Sie sich das vorgestellt haben?

Ja. Ich habe ja in Bayern gelebt, also in Unterfranken, und alle Leute haben vorher gesagt: „Oh ja, da ist es ein bisschen offener, ein bisschen geselliger, man wird öfter mal angeplaudert“ – und es stimmt, also es ist genau so, wie ich es mir vorgestellt habe. Die Leute machen es einem wirklich leicht, hier anzukommen.

Wie macht sich das bemerkbar?

Egal, wo man anruft, die Leute sind immer nett, sie sind immer verfügbar, die helfen super gerne weiter. Es ist auch egal, wen man anspricht, es kommt immer was Nettes zurück und das finde ich schön. Auch, dass die Leute so neugierig sind. Ich war komplett neu hier und irgendwie sind alle auf mich zugekommen und haben gefragt, ob sie mir jemanden vorstellen sollen oder ob sie mir irgendwas zeigen sollen. Das war richtig schön.

Ist die Arbeit auch so, wie Sie es sich vorgestellt haben, oder gab es Überraschungen?

Ich wusste, dass die Verbraucherzentrale viel rechtliche Beratungen macht und dass ich auch viel am Empfang arbeiten werde. Aber das Drumherum habe ich nicht erwartet: Etwa wie viele Aktionen wir machen, wie wichtig der Kontakt zur Kommunalpolitik ist, auch Pressegespräche zum Beispiel und dass man so viele Leute kennenlernt – das war überraschend für mich. Aber es ist schön, so wird es nie langweilig.

Doreen Adam freut sich über jeden, der den Weg in die Beratungsstelle in der Dönhoffstraße 27 findet.

Doreen Adam freut sich über jeden, der den Weg in die Beratungsstelle in der Dönhoffstraße 27 findet.

Gibt es einen Fall aus Ihrer ersten Zeit, der Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Nicht an einem einzelnen Fall, aber das Thema Schockanrufe und Abzocke hat mich doch beeindruckt. Man hört das immer in den Medien, aber auch weil es mir noch nie passiert ist, dachte ich irgendwie immer: Mensch, das kann doch nicht sein, dass so was so oft vorkommt. Ich war wirklich überrascht, wie vielfältig es ist. Im Moment zum Beispiel das Inkasso-Thema: Da bekommen Menschen vollkommen wahllos Inkasso-Schreiben für irgendwelche Dienstleistungen, die man nie gebucht hat. Ein tägliches Horoskop-Abo zum Beispiel. Die Leute wissen von nichts und sollen auf einmal Hunderte von Euro für so ein Abo zahlen. Das ist für mich völlig faszinierend, dass es das wirklich gibt.

Mittlerweile konnten Sie sich sicher einen Überblick über die Arbeit verschaffen. Gibt es Dinge, die Sie in Zukunft verändern oder Schwerpunkte, die Sie setzen möchten?

Also eigentlich bin ich ziemlich fröhlich mit dem, was ich vorgefunden habe. Es war bei der Übergabe alles super vorbereitet, das finde ich ziemlich toll. Für mich persönlich habe ich das Ziel, die Leute noch ein bisschen mehr kennenzulernen, vielleicht noch ein bisschen bessere oder engere Kontakte zu knüpfen, etwa auch für die Zusammenarbeit mit anderen Beratungsstellen.

Gibt es ein Thema, wo Sie sagen: Damit kennen sich die Leute viel zu wenig aus?

Ja. Zum Beispiel beim Unterschied zwischen Kündigung und Widerruf oder auch zwischen Gewährleistung und Garantie. Das ist nichts, was man in der Schule lernt, aber es ist wichtig. Da verwechseln die Leute oft Dinge und denken dann, sie haben Rechte, die sie aber leider in dem Fall nicht haben. Hier wäre mehr Aufklärungsarbeit wichtig.

Gibt es jetzt im Sommer spezielle Themen, die gerade aufkommen?

Wo wir gerade richtig viele Anfragen haben, ist zum Thema Klimaanlagen. In der Hitzewelle sind leider viele auf Klimaanlagen-Fake-Shops reingefallen. Die sprießen einfach aus dem Boden, weil es mit KI immer leichter wird, eine Website nachzubilden, die auch wirklich seriös aussieht. Man bestellt eine Klimaanlage, denkt sich: „Mensch, Schnapper gemacht“ – dann überweist man das Geld und dann ist es aber leider weg. Also das ist tatsächlich ein Thema: Fake-Shops, wenn es um Klimaanlagen und Ventilatoren und so geht.

Und im Herbst sind es vielleicht Laubbläser und im Winter künstliche Tannenbäume … Wie kann man sich davor schützen?

Gerne immer den Fake-Shop-Finder von der Verbraucherzentrale nutzen. Ich benutze den inzwischen auch immer, wenn ich in einem Shop bestelle, wo ich noch nie bestellt habe. Und ich habe auch schon ein paar rote Aufleuchter gehabt. Die Leute hätten nicht drauf reinfallen müssen, hätten sie das Tool gekannt. Es ist tatsächlich ein ziemlich praktisches Ding.


Zur Person

Doreen Adam, 35, ist seit März 2026 Leiterin der Verbraucherzentrale Leverkusen. Die studierte Sonderpädagogin stammt aus Offenbach am Main und war zuletzt in der Erwachsenenbildung bei der VHS in Würzburg zuständig.