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WarntagLängst nicht überall waren in Leverkusen Sirenen zu hören

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Feuerwehr-Einsatzfahrzeug für Durchsagen auf der Kölner Straße in Opladen

Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr waren an einigen Stellen im Stadtgebiet unterwegs, um Warnhinweise über ihre Lautsprecher zu verbreiten, so auch in Opladen.

Vor allem über Mobiltelefone erreichte der Probealarm dennoch viele Menschen in Leverkusen.

Der bundesweite Warntag, für den am Donnerstag um 11 Uhr über alle verfügbaren Kanäle ein Probealarm ausgelöst wurde, hat wohl die meisten Bürgerinnen und Bürger in Leverkusen erreicht. Allerdings auf sehr unterschiedlichen Wegen. Eine genauere Auswertung wird wohl noch folgen, aber in einer ersten Beurteilung gibt sich die dafür im Einsatz befindliche Feuerwehr in Leverkusen ganz zufrieden.

In den seltensten Fällen dürften es die wenigen noch in Betrieb befindlichen Sirenen im Leverkusener Stadtgebiet gewesen sein, die an den Warntest erinnerten. Das knappe Dutzend fest installierter Anlagen ist bekanntlich rund um den Chempark sowie Chemiebetriebe in Schlebusch, der Fixheide und Rheindorf konzentriert. Erst in nächster Zeit sollen weitere Anlagen hinzukommen – für die es allerdings an manchen Stellen schwierig ist, Standorte zu finden, weil niemand die Krachmacher in der Nachbarschaft haben will. So blieben weite Teile des Stadtgebietes unbeschallt.

Um diesem bekannten Missstand vorübergehend abzuhelfen, war die Feuerwehr mit Fahrzeugen unterwegs, die in den Stadtteilen Opladen, Lützenkirchen, Bergisch Neukirchen und Steinbüchel an jeweils fünf Haltepunkten die gängigen Sirenensignale von Alarm bis Entwarnung über ihre Lautsprecher dröhnen ließen. Wer das vernehmen wollte, musste allerdings schon in der Nähe sein. So weit wie von stationären Anlagen, die deutlich lauter sind, reicht dieser Schall einfach nicht.

Klänge ganz aus der Ferne

Die meisten Autofahrer, die im Norden und Osten des Stadtgebietes unterwegs waren, werden kaum etwas von Sirenensignalen oder Lautsprecherdurchsagen der Feuerwehr in zentralen Gebieten vernommen haben. Und manche Hausbewohner vernahmen allenfalls ganz aus der Ferne gedämpft das Jaulen einer Sirene – sofern sie ein Fenster öffneten.

Deutlich aufschreckendere Wirkung dürften die von vielen Mobilfunk-Nutzern installierten Warn-Apps Nina und Katwarn gehabt haben, die pünktlich auslösten – wenn auch dem Vernehmen nach nicht bei allen Nutzenden. Erstmals kam auch das Warnsystem Cell Broadcast zum Einsatz, das sich unbestellt auf allen Smartphones meldete – und dies überaus deutlich und unüberhörbar. 

Außerdem nutzte die Feuerwehr erstmals die Möglichkeit, eine dringende Warnmeldung an die Bevölkerung direkt aus ihrer Einsatzleitstelle ins laufende Programm von Radio Leverkusen einzusprechen. Feuerwehrchef Hermann Greven: „Bei sehr zeitkritischen Einsätzen und ganz besonderen Ausnahmesituationen mit sehr hoher Dringlichkeit haben wir diese Möglichkeit, um die Informationen noch schneller an die Bürgerinnen und Bürger zu bringen.“

Auch in Zukunft setzt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe auf die Vielzahl von Alarmierungssystemen. In Leverkusen hat es sich gezeigt, dass dies nötig ist. Und der Warntag hat auch vor Augen geführt, wie wichtig weitere Sirenen wären, die beispielsweise bei einem flächendeckenden Stromausfall auch mit Notstromanlagen betrieben werden können.