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Cheerleader-Elite LeverkusensJunge Frauen sammeln Trophäen zwischen Henssler und Lissabon

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Die Wildcats Leverkusen in Aktion.

Die Wildcats Leverkusen blicken auf ein für sie zufriedenstellendes Jahr 2025 zurück.

Die Wildcats blicken auf ein ausgesprochen erfolgreiches Jahr zurück. Abseits der Wettkämpfe gab es noch einige Highlights im Fernsehen.

In der zweiten Hälfte des Dezembers richten die Wildcats Leverkusen natürlich noch einmal den Blick zurück. Die gewisse Gelassenheit war auch Trainerin Svenja Kollek im Rahmen der letzten Einheit des Jahres in Manforter Trainingszentrum am Donnerstag, 18. Dezember, anzumerken: „Allein von den Ergebnissen der Meisterschaften war das Jahr wirklich super erfolgreich.“

Darüber hinaus ließ sich auch einer der Vorsätze für das Jahr 2025 umsetzen – mit Blick auf die lange und kräftezehrende Saison auch immer wieder Regenerationsphasen einzubauen: „Wir haben bis November mit fast allen Teams nur zweimal die Woche trainiert und haben allen die Wochenenden freigelassen, weil wir wussten, die Saison wird sehr lang.“

Weltmeisterliche Erfahrung für die Wildcats aus Finnland

Hierbei spielt auch der Finne Mika Pennanen eine gewichtige Rolle. Der einstige Cheerleading-Weltmeister unterstützt die Wildcats seit 2025 immer wieder in einer beratenden Trainer-Funktion. Sein Augenmerk liegt auf der Zusammenarbeit mit den Elite-Mannschaften: „Mit ihnen hat er ganz viel an der mentalen Vorbereitung gearbeitet. Irgendwann kommst du als Cheerleader auf diesem Niveau an den Punkt, wo du körperlich oder auch technisch ideal aufgestellt bist“, erklärt Kollek.

Dann käme es auf die letzten Prozente an, die sich im mentalen Training noch einmal herausholen lassen. „Mika ist für uns Gold wert“, betont die Trainerin. Besonders zeichne die Arbeit mit ihm aus, dass er seine Erfahrung einbringen könne – und alles auf dem höchsten Niveau auch selbst erlebt habe.

Wenn der liebe Cheer-Gott nicht will, dass es an dem Tag funktioniert, dann funktioniert es nicht
Wildcats-Tranerin Svenja Kollek

Denn gerade auf dem allergrößten internationalen Niveau kommt es auf Kleinigkeiten an, die zwischen Triumph und Rückschlag liegen können – gerade durch die, im Vergleich zu anderen Sportarten, kurzen Auftritte. „Cheerleading ist immer Tagesform. Das darf man nicht vergessen. Du hast nicht 90 Minuten Zeit, um immer wieder aufs Tor zu schießen“, erklärt Cheerleaderin Meike Bürling. Je nach Wettbewerb haben die Sportlerinnen zwei oder zweieinhalb Minuten, um sich bestmöglich zu präsentieren. Im weihnachtlichen Rahmen passend ergänzt Kollek noch: „Wenn der liebe Cheer-Gott nicht will, dass es an dem Tag funktioniert, dann funktioniert es nicht.“

Keineswegs nur auf zwei bis zweieinhalb Minuten beläuft sich die Reisedauer, die die Wildcats auf sich nehmen, um sich eben auch mit den Besten messen zu können. Auch im kommenden Jahr zieht es die Elite-Mannschaften wieder für Wettkämpfe in die Vereinigten Staaten.

Svenja Kollek und Meike Bürling in der Halle in Manfort.

Svenja Kollek (l.) und Meike Bürling von den Wildcats vor der spektakulären Trophäensammlung des Vereins.

Ein „ganz großes Highlight“, wie es Kollek bezeichnet, steht im kommenden Juni in Lissabon an. Erstmals sind die Wildcats bei der neuen „European Summit Championship“, dem Kräftemessen der europäischen Konkurrenz dabei – und das gleich mit vier Mannschaften.

Da ist der Leverkusener Verein aktuell schon gut aufgestellt, vielversprechend ist aber gerade auch der Blick in die Zukunft. „Der Nachwuchs, also gerade schon bei den Kinderteams, platzt aus allen Nähten. Wir konnten jetzt wieder neue Teams gründen, weil die Nachfrage einfach da ist“, schildert die 35-Jährige. Bürling, die bei den „Wildcats Exceed“, eine der Elite-Mannschaften, dabei ist, geht in ihr sechstes Jahr als Leverkusener Cheerleaderin. Bei der Studentin ergab sich die Möglichkeit, gemeinsam mit einer Freundin zu den Wildcats zu wechseln. Und so verhalte es sich bei den Neuen immer wieder: Entweder über Freundinnen und Freunden, Bekannte sowie den guten Ruf des Vereins in der Szene seien immer wieder talentierte Sportlerinnen interessiert daran, nach Manfort zu wechseln.

Zu der Bekanntheit der Wildcats dürften in den vergangenen Monaten auch diverse öffentliche Auftritte der Cheerleaderinnen beigetragen haben. Unter anderem waren sie bei „Grill den Henssler“ und der RTL-Show von Stefan Raab dabei.

Auftritte bei TV-Formaten von Steffen Henssler und Stefan Raab

Bei „Grill den Henssler“, der Kochshow um Steffen Henssler und weitere Prominente, ging es um mehrere kurze Auftritte während der TV-Aufzeichnung in Köln. Wie Kollek erklärt, sei da die Produktionsfirma der Sendung auf die Wildcats zugekommen. Daraufhin habe es die Gelegenheit für die Cheerleaderinnen gegeben, sich vereinsintern zu melden, ob sie sich den Fernsehauftritt vorstellen könnten. Mit dabei war letztlich auch die 20-jährige Bürling: „Ich fand das Erlebnis schon recht cool, weil man ja sonst nie hinter solche Kulissen schauen kann. Wir konnten dann auch in den Sendungen immer wieder kleine Cheerleading-Routinen einbauen.“

Akrobatisch wesentlich herausfordernder waren da schon die Vorbereitungen auf den Auftritt mit Partysängerin Isi Glück, 2026 auch neues Mitglied in der Jury von „Deutschland sucht den Superstar“. Isabel Gülck, so der bürgerliche Name der Musikerin, baute eine gemeinsame Choreografie mit den Wildcats in ihren Auftritt in der Dortmunder Westfalenhalle ein – und profitierte da von ihrem eigenen Cheerleading-Hintergrund. Zunächst schlüpfte Trainerin Kollek in die Rolle von Isi Glück für ein Video der Choreografie. Das bekam dann die Partysängerin, damit sie wusste, welche Bewegungen auf sie zukommen. Wie es dann weiterging, erzählt Kollek: „Aus Trainersicht kann ich sagen, dass sie super gut vorbereitet war. Ich glaube, du hast das im Blut und verlernst es auch nicht.“ Bürling ergänzt: „Es war einfach ein cooler Mix – die Erfahrung mit dem Konzert an sich, dann noch in Verbindung mit der Musik und dass wir es gemeinschaftlich als Team machen konnten.“

Auch auf diese Momente abseits der Wettkämpfe können die Wildcats also positiv zurückblicken. Für Bürlings Team steht schon im Januar die erste Meisterschaft an. Die heiße Phase steht bevor. „Dann gibt es eh keine Pausen mehr, Vollgas bis Juni“, betont Kollek – dann im Idealfall mit einem krönenden Abschied in Lissabon. Zweifelsohne gibt es schlechtere Orte, um den Saisonausstand zu genießen.