Leverkusen – Ein kleines bisschen scheinen die Verantwortlichen selbst zu staunen: Dass die Sanierung des Willy-Brandt-Rings bisher so zügig – und vor allem problemlos – verlaufen ist, hatten sie offenbar selbst nicht erwartet. Gut sechs Wochen nach Beginn der Sommerferien sind die Arbeiten zu einem Großteil erledigt; bis der Verkehr wieder völlig ungestört fließen kann, werden aber wohl noch weitere vier bis fünf Wochen vergehen, schätzten gestern Klaus Timpert und Daniel Warwas von den Technischen Betrieben Leverkusen (TBL) an der Baustelle.
Dabei handelt es sich allerdings um eine extrem vorsichtige Schätzung, die eine dramatische Verschlechterung der bisher fast optimalen Bedingungen einkalkuliert. Denn nur, wenn es trocken und nicht zu kalt ist, kann der neue Flüsterasphalt verlegt werden, während es für den besonders widerstandsfähigen Spezialbelag vor den Ampeln nicht zu heiß sein darf. Wegen der teilweise tropischen Temperaturen in den vergangenen Wochen sind etliche dieser Arbeiten bereits in die Morgen- und Abendstunden verlegt worden.
Diese Flexibilität des beauftragten Bauunternehmens habe für den zügigen Fortgang der Sanierung überhaupt eine tragende Rolle gespielt, lobte Klaus Timpert. Zehn, zwölf und teilweise mehr Stunden sei pro Tag gearbeitet worden, zusätzlich auch noch an manchen Samstagen. Bisher sind auf der 1,2 Kilometer langen Strecke zwischen Autobahn und Friedrich-Ebert-Straße (B 8) rund 10 000 Tonnen neuer Asphalt verlegt worden. Gleichzeitig haben die Straßenbauer die Einmündung der Heymannstraße umgebaut: Die Bürgersteige wurden dabei weiter in die Fahrbahn gezogen, so dass der Fußgängerüberweg jetzt kürzer und damit sicherer ist. Auf dem Willy-Brandt-Ring selbst sind darüber hinaus die Ampelanlagen angepasst und modernisiert worden.
Später gilt dort außerdem ein Tempo-50-Limit, während derzeit nicht schneller als 30 km/h gefahren werden darf – woran sich offensichtlich aber längst nicht alle Verkehrsteilnehmer halten. Dennoch ist Helmut Louis vom Straßenverkehrsamt äußerst zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Einerseits aufgrund der Ferien, andererseits wohl auch wegen der – dank abgeschalteter Ampeln – ungehinderten Fahrt seien nennenswerte Behinderungen bisher selbst in den Stoßzeiten ausgeblieben. Louis kann nur hoffen, dass es auch in den kommenden Wochen dabei bleibt und die Autofahrer weiterhin den Umleitungsempfehlungen folgen. Wer nach Schlebusch will, lautet sein Tipp, sollte außerdem den Moosweg statt der Stixchesstraße nutzen.
