Abo

„Young Stage“Leverkusen bereitet sich auf Farbenstadt-Musical vor

4 min
young stage

Zahllose Jugendliche haben in den vergangenen Jahren schon im Rahmen der „Young Stage“ auf der Bühne gestanden. (Archivfoto)

Ein großer, amerikanischer Medienkonzern war schon für Dreharbeiten für eine Streaming-Doku in der Stadt.

Arthur Horváth ist sich sicher. Wenn er die Jugendlichen oder inzwischen jungen Erwachsenen, mit denen er in mehr als zehn Jahren „Young Stage“ zusammengearbeitet hat, anrufen würde, wenn er sie bräuchte, dann wären sie zur Stelle. Und er umgekehrt für sie natürlich ebenfalls. Selbst wenn man sich über Jahre nicht gesehen habe, die Verbindung, sie bleibe.

Ihren Ursprung hat die „Young Stage“, also die „Junge Bühne“ im Jahr 2011. Damals hieß das Projekt noch „Westside Cologne“ und war noch nicht in die Hände der Stadt, deren Kulturchef Arthur Horváth inzwischen ist, übergangen. Für 2030, also fast 20 Jahre später, steht mit dem „City of color“-Musical (Farbenstadt-Musical) zum 100. Geburtstag der Stadt Leverkusen das nächste Young-Stage-Großprojekt an.

Und das, so berichtet Arthur Horváth, werde von einem großen amerikanischen Medienkonzern begleitet, der daraus eine über Jahre andauernde Doku – von jetzt bis zum Farbenstadt-Musical – für die großen Streamdienste drehen will. Details will Horváth noch nicht verraten, gedreht hat der Medienkonzern schon bei den laufenden Young-Stage-Projekten. Jetzt müsse man schauen, ob ein Streamingdienst das Produkt abnehme.

Das Zusammenbringen von Jugendlichen unabhängig ihrer Herkunft war schon immer ein großes Ziel der Initiative. (Archivfoto)

Das Zusammenbringen von Jugendlichen unabhängig ihrer Herkunft war schon immer ein großes Ziel der Initiative. (Archivfoto)

Die Geschichte von „Young Stage“ in aller Kürze: 2011 hatte Arthur Horváth erstmals ein Musical-Projekt für Kinder und Jugendliche aller Schichten auf die Beine gestellt. Die Abschlussaufführung fand im Tanzbrunnen statt. Ein Abend, an den sich Arthur Horváth auch heute noch gern erinnert.

Den Ansatz, Kinder komplett unabhängig von ihrer Herkunft, zusammenzubringen, verfolgte Arthur Horváth auch weiter, als die „Young Stage“ 2013 erstmals nach Leverkusen kam, ins Forum. „Die Jugendlichen hätten sonst nie was miteinander zu tun gehabt“, erzählt Horváth über damals. Acht Stunden habe man jeden Tag geprobt. 2015 gab es dann ein weiteres Projekt und 2018 das große Bayer-04-Musical. Und nun – zwölf Jahre später – kommt das Farbenstadt-Musical.

Die Grundlagen für das Farbenstadt-Musical werden derzeit in verschiedenen Projekten gelegt. Die „Young Stage“ hat Arthur Horváth inzwischen in sein Ressort bei der Stadt überführt. Mit Emily Otto und Luna Keller fördert die Stadt zwei Künstlerinnen. Es gibt ein Tanzensemble, das zwei ehemalige „Young-Stage“-Jugendliche leiten. Im kommenden Kulturprogramm der Stadt soll das Ensemble seinen ersten Auftritt haben und einen ganzen Abend gestalten. Etwa 30 Leute wolle man am Ende im Ensemble haben, sagt Arthur Horváth. Rund 25 seien beim ersten Casting gewesen.

Ein Tänzer auf einer Bühne

Kevin Claudio Ponge Kassoma in seiner ersten Performance des Abends „It's Showtime Baby“ ein tänzerischer Ausdruck von Lampenfieber, inneren Konflikten und purer Leidenschaft.

Ein Popchor ist ein weiterer „Young-Stage“-Ableger, Ji In Chjo ist die Leiterin. Die Gruppe soll ungefähr aus sieben Sängerinnen und Sängern bestehen, irgendwas zwischen „Pitch Perfect“ und den „Pentanonix“ schwebt Horváth vor. Interessierte können sich noch bewerben, eine erste Kostprobe hat das Gesangsensemble bei der Eröffnung der Kunstnacht bereits gegeben, ein weiterer Abend ist in Planung, in Verbindung mit Chören der weiterführenden Schulen.

Das dritte Standbein sind die „Young Actors“. Ein Regisseur der Folkwang-Universität soll eine Leverkusener Nachwuchsschauspielgruppe leiten, im Frühjahr sollen dafür die Castings beginnen. All diese Ensembles sollen die Struktur dafür bilden, was dann 2030 im Farbenstadt-Musical auf die Bühne gebracht wird, so Arthur Horváth. Auch das Orchester „L'arte del mondo“ soll dabei sein, wenn es um die Geschichte der Stadt Leverkusen geht.

Aber in all den Jahren haben wir nie einen verloren.
Arthur Horváth

Die „Young-Stage“-Angebote sind kostenlos, angesprochen sind Jugendliche der weiterführenden Schulen und junge Menschen bis etwa 25 Jahre, berichtet Arthur Horváth. Einige der Jugendlichen, die Teile der Projekte in den vergangenen Jahren waren – so übrigens auch Emily Otto, die 2018 beim Bayer-04-Musical dabei war -, hätten die Kunst inzwischen zu ihrem Beruf gemacht, sagt Arthur Horváth. 

So zum Beispiel Kevin Claudio Ponge Kassoma. Der sei, als er vor Jahren bei einem Young-Stage-Projekt dabei gewesen sei, total schüchtern gewesen und habe mit Tanz nichts am Hut gehabt. Dann sei er in die Tanzgruppe gekommen und schließlich hat er den Tanz sogar zu seinem Beruf gemacht.

„Wir waren immer superhart“, sagt Horváth über die Arbeit mit den Jugendlichen. Man verlange immer maximale Leistung und Hingabe. „Aber in all den Jahren haben wir nie einen verloren“, sagt er.