Die jungen Männer hatten sich hoffnungslos in dem weitläufigen Tunnelsystem verirrt.
Polizei warntNotruf aus 32 Metern Tiefe – Männer aus Lava-Stollen in der Eifel gerettet

Unter der Stadt Mendig liegen durch Basaltabbau entstandene Hohlräume.
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Drei Heranwachsende aus Nordrhein-Westfalen haben sich in den unterirdischen Lava-Tunneln von Mendig in der Osteifel hoffnungslos verirrt – und konnten sich nur durch einen Notruf retten. Die jungen Männer waren trotz Verbots in das weit verzweigte Stollensystem in 32 Metern Tiefe eingedrungen und verloren dort schnell die Orientierung.
Der Notruf am Mittwoch (8. Juli) erwies sich als entscheidend: Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst konnten die drei aus der Finsternis und Kälte befreien.

Das Höhlensystem darf nicht betreten werden. Aufgrund von Einsturzgefahr wurden bereits mehrere Hohlräume mit Spezialbeton aufgefüllt.
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Ein Experte des Umweltministeriums unterstützte den Einsatz mit Plänen des komplexen Tunnelsystems. Schließlich gelang es den Rettern, die Vermissten an verschiedenen Eingängen zu rufen und zu lokalisieren.
Tunnel-Einsatz in Mendig: Leichte Unterkühlung und rechtliche Konsequenzen
Die Geretteten wiesen leichte Unterkühlungserscheinungen auf – kaum verwunderlich bei konstanten sieben Grad Celsius in dem unterirdischen Höhlensystem in Mendig.
Doch auch strafrechtlich bekommen sie das nächtliche Abenteuer zu spüren: Gegen die drei Heranwachsenden, die „aus Neugier" in die Tiefe stiegen, wurde Anzeige erstattet. Sie müssen mit erheblichen Kosten für den Rettungseinsatz am Mittwochnachmittag rechnen.

Die Basaltschicht ist aus einem Magmastrom beim Ausbruch des Laacher See-Vulkans entstanden.
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Die Polizei nutzte den Vorfall zu einer eindringlichen Warnung: „Die unberechtigt befahrenen unterirdischen Tunnelsysteme gefährden nicht nur das eigene Leben, sondern auch das der Einsatzkräfte."
Jahrhundertealte Bergbau-Geschichte unter der Stadt Mendig in der Eifel
Das Lava-Tunnelsystem unter Mendig erzählt eine Geschichte von Jahrhunderten: Im späten Mittelalter begannen die Mendiger, den wertvollen schwarzen Basalt abzubauen – das Erbe der letzten Vulkanausbrüche der Region. Aus diesem intensiven Abbau entstand das größte Basaltlava-Bergwerk der Welt mit einem Netz von etwa drei Quadratkilometern Felsenkellern.
Ihren größten wirtschaftlichen Nutzen hatten die Stollen im 19. Jahrhundert: Die damals 28 Brauereien Mendigs nutzten die Felsenkeller dank ihrer konstant idealen Temperatur zur Bierlagerung. Heute können Besucher das historische System in organisierten Führungen des Vulkan-Museums Lava-Dome erkunden – sicher und legal. (jv/dpa)
