Abo

Bauverein WipperfürthAnwohner wehren sich gegen Pläne an der Engelbertusstraße

2 min

Um diese Grünfläche zwischen der Graf-von Galen-Straße (l.), der Weststraße (u.) und der Engelbertusstraße (r.) geht es.

Wipperfürth – Der Gemeinnützige Bauverein Wipperfürth will zwischen Graf-von-Galen-Straße und Engelbertusstraße zwei Mehrfamilienhäuser mit zehn bis zwölf seniorengerechten Wohnungen errichten. Dafür wird derzeit ein Bebauungsplan aufgestellt. Doch gegen diesen B-Plan 98 gibt es weiter Widerstand von Anwohnern.

Der Ausschuss berät am 1. Februar

Ein Schreiben an die Fraktionen und den Bürgermeister ist unterzeichnet von Jörg Münnekehoff und Hans-Otto Frielingsdorf, der für die UWG im Rat sitzt. Sie bemängeln, dass die Engelbertusstraße schon jetzt mit dem Verkehrs- und Parkaufkommen völlig überlastet sei, daher sei ein Verkehrsgutachten geboten. Die Einbindung des Parkplatzes in die bisherigen Ruhezonen widerspreche dem Prinzip der gegenseitigen Rücksichtnahme.

Das Lärmgutachten weist nach ihrer Ansicht erhebliche Mängel auf. Der geplante Wendehammer sei mit einem Durchmesser von sechs Metern für die gängigen Mülllaster viel zu klein. Zudem bezweifeln sie, ob der vorhandene Kanal ausreicht.

In einem zweiten Schreiben, das Münnekehoff und Frielingsdorf ebenfalls an die Fraktionsvorsitzenden und den Bürgermeister geschickt haben, machen sie ihrem Unmut über den Bauverein Luft. Dort sei keine Kompromissbereitschaft erkennbar. Man habe dem Bauverein mehrere Alternativvorschläge unterbreitet – unter anderem einen Abriss der Bebauung der Engelbertusstraße und einen terrassenförmigen Neubau, alternativ einen Verzicht auf das vorgesehe Staffelgeschoss. Trotz mehrfacher Nachfragen habe man nie wieder etwas vom Bauverein gehört. Peter Brachmann, Geschäftsführer des Bauvereins und Ratsherr der SPD, stellt die Situation ganz anders dar. Ein Abriss von Wohnungen sei keine Lösung, eine terrassenförmige Neubebauung habe beim Bauamt keine Chance auf Genehmigung. Zudem müsste der Bauverein bei einem Neubau auch Neubaumieten verlangen.

Im Zentrum des Streits zwischen Anwohnern und Bauverein steht die Frage, ob das Grundstück – eine rund 50 bis 60 Meter breite Wiese mit zum Teil erheblichem Gefälle – sich für die vorgesehene Bebauung überhaupt eignet. Das Wipperfürther Bauamt verweist darauf, dass die vorgeschriebenen Mindestabstände eingehalten werden. Das Gebiet ist als allgemeiner Siedlungsbereich ausgewiesen. Eine nachträgliche Verdichtung solcher Flächen sei vom Gesetzgeber ausdrücklich gewollt, so Baudezernent Volker Barthel

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt wird in seiner nächsten Sitzung am 1. Februar den Bebauungsplan 98 Engelbertusstraße erneut beraten. Das letzte Wort hat dann der Rat.