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ReaktionUWG Bergneustadt warnt in Bezug auf Jägerhof-Umbau vor einem „Millionenrisiko“

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Jens-Holger Pütz im Porträt.

Jens-Holger Pütz, Fraktionsvorsitzender der UWG Bergneustadt.

Die Unabhängige Wählergemeinschaft Bergneustadt fordert als Reaktion auf die aktuellen Zahlen zum Jägerhof-Umbau Nägel mit Köpfen zu machen.

Als Reaktion auf die aktuellen Zahlen zum Jägerhof-Umbau in der Altstadt und dem Bericht darüber in unserer Freitagsausgabe fordert die Unabhängige Wählergemeinschaft Bergneustadt (UWG) Nägel mit Köpfen zu machen. In einer Mitteilung vom Wochenende spricht sich UWG-Fraktionsvorsitzender Jens-Holger Pütz für einen „klaren Kurswechsel“ bei dem Vorhaben aus und geht mit CDU, SPD und der Verwaltung hart ins Gericht.

„Nach Jahren vergeblicher Warnungen sieht sich die UWG durch die aktuelle Diskussion um Abriss und Neubau des Saals bestätigt. Die jetzigen Zweifel von Bürgermeister Thul sowie SPD und CDU kommen viel zu spät“, heißt es in der Mitteilung.

Jägerhof: Besonders kritisch bewertet die UWG die Kostenobergrenze

Besonders kritisch bewertet die UWG die jüngst vom Stadtrat gezogene Kostenobergrenze von fünf Millionen Euro. „Eine politisch motivierte Zahl, die aber fachlich wohl nicht haltbar ist“, so Pütz. Die Fraktion ist davon überzeugt, dass diese Summe weder für die Sanierung des alten Saals noch für den Bau eines neuen Gebäudes (zuletzt machte die Idee eines Kubus die Runde, der anstelle des Saals gebaut werden könnte) ausreichen wird. Solche Überlegungen bezeichnet Pütz als „völlig unrealistisch“ und legt nach: „Ein neuer Saal wäre ein überflüssiges Prestigeprojekt. Bergneustadt verfügt bereits über ausreichend Veranstaltungsräume in der Altstadt und im Stadtgebiet.“

Für die Ratssitzung am 18. März hat die UWG den Antrag formuliert, den Saal abzureißen, einen Neubau auszuschließen und mit den Fördermittelgebern Alternativen zu verhandeln – etwa einen Biergarten mit kleiner Bühne.

Ob der Antrag Aussicht auf Erfolg hat, ist offen. Die Mehrheit der Stadtverordneten dürfte ihr Votum daran knüpfen, wie sich Bezirks- und letztlich die NRW-Landesregierung positionieren, die den Löwenanteil beim Jägerhof-Umbau stemmen. Es muss eine Lösung gefunden werden, die die Stadt vor der Rückforderung gezahlter Fördergelder bewahrt.

Das Jägerhof-Projekt ist Teil des Förderprogramms „Dritte Orte“des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft, das damit „Häuser für Kultur und Begegnung im ländlichen Raum“ entwickelt. Ob ein Biergarten mit kleiner Bühne dem ausreichend Rechnung trägt, ist fraglich. Bürgermeister Matthias Thul hatte dieser Zeitung erst vor ein paar Tagen gesagt: „Eine Spielstätte wird kommen, sie ist der Schwerpunkt der Förderung.“