Geld aus dem „NRW-Plan für gute Infrastruktur“ soll in den Bau der kreiseigenen Förderschule fließen. Entstehen könnte die in Bergneustadt.
LandesgeldKreistag gibt zehn Millionen Euro für die dritte Förderschule in Oberberg frei

Offiziell bestätigt ist nichts, aber das frühere Schullandheim in Bergneustadt bietet sich nach Meinung von Kreis- und Stadtpolitikern als Standort für eine dritte kreiseigene Förderschule geradezu an.
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Zehn Millionen Euro stehen für die Errichtung einer dritten kreiseigenen Schule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung zur Verfügung. Einstimmig hat der Kreistag einen gemeinsamen Antrag von CDU und SPD befürwortet, demzufolge der Kreis dafür ein Drittel der ihm zustehenden Mittel aus dem „Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur“ einsetzt. Wie berichtet, sollen die beiden anderen Drittel für die Modernisierung der Kreisleitstelle und die mögliche Sanierung von Verwaltungsgebäuden an der Gummersbacher Moltkestraße verwendet werden.
Weiter steigende Schülerzahlen in Oberberg
Die Absicht, neben der Helen-Keller-Schule in Oberbantenberg (die zum Schuljahr 2027/28 eine Zweigstelle im Oberwiehler Paul-Schneider-Haus bekommt) und der Wipperfürther Anne-Frank-Schule eine dritte Förderschule zu bauen, ist nicht neu – der Kreistag hat bereits 2024 einen solchen Beschluss wegen stetig steigender Schülerzahlen gefasst. Nun sehen Kreisverwaltung und Politik die günstige Gelegenheit, das Vorhaben mit Fördergeld aus einem Topf des Landes zu finanzieren. Die Verwaltung wird, auch dies ist Teil des jüngsten Kreistagsbeschlusses, beauftragt, die Planungen rund um einen dritten Hauptstandort fortzusetzen.
Kleine Weltreise für Kinder aus Bergneustadt und Gummersbach
Noch nirgends offiziell bestätigt, aber inzwischen wohl ein offenes Geheimnis ist die Adresse der geplanten Förderschule – immer wieder wird hier das ehemalige Schullandheim hoch über der Bergneustädter Innenstadt ins Gespräch gebracht. Das würde nicht nur Sinn machen, weil das Gelände schon die erforderliche Infrastruktur für eine Schule besitzt (etwa Bushaltebuchten) und gerade Kinder und Jugendliche aus Bergneustadt und Gummersbach aktuell eine kleine Weltreise nach Wipperfürth antreten müssen – offenbar ist der Standort inzwischen auch politisch mehrheitsfähig.
So sagte Daniel Grütz, seit dem Herbst für die SPD im Kreistag, er werbe ausdrücklich für das Schullandheim als neuen Standort. Noch im vergangenen Mai hatte Grütz in seiner Funktion als Fraktionsvorsitzender im Neustädter Rat betont, das Areal sei ein echtes Filetstück, das die SPD auf keinen Fall an den Kreis abgeben wolle. Fairerweise muss man dazu sagen, dass die Bezirksregierung in der Zwischenzeit die Pläne der Bergneustädter SPD zum Bau eines Wohngebietes mit dem Namen „Neustadtblick“ auf dem Schullandheim-Gelände beerdigt hat, weil sie aus Kölner Sicht nicht in den Regionalplan passen. Bergneustadts Bürgermeister Matthias Thul wiederum hatte schon zu Beginn dieses Jahres erklärt, er wünsche sich eine Förderschule auf besagtem Gelände, der Stadtrat müsse da aber mitgehen.

