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TischtennisDas Finale war für den TTC Schwalbe Bergneustadt zum Greifen nahe

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Die Mannschaftskollegen feuern Romain Ruiz von der Bank an.

Die Bank des TTC Schwalbe Bergneustadt im Halbfinale des TTBL Final Four in Frankfurt mit Leo de Nodrest, Benedikt Duda, Adrien Rassenfosse und Trainer Frederik Duda (v.l.). 

Nach einem Krimi über vier Stunden unterlag Bergneustadt im Halbfinale dem favorisierten Team von Borussia Düsseldorf.

„Der Frust ist riesengroß.“ Auch gut eine Stunde nach der 2:3-Niederlage im Play-off-Halbfinale gegen Borussia Düsseldorf war Heinz Duda immer noch angefressen. Der Sportwart des Tischtennis-Bundesligisten TTC Schwalbe Bergneustadt hätte nur allzu gerne mit seinem Team zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte das Endspiel erreicht. Und es schien zum Greifen nahe.

Nach einer zwischenzeitlichen 2:1-Führung und einem 2:0-Vorsprung von Benedikt Duda gegen Anton Källberg fehlte den Bergneustädtern nur ein Satz zur großen Sensation. Doch das Schwalbe-Eigengewächs verlor noch und auch das abschließende Doppel ging an den deutschen Rekordmeister.

Die Jungs haben sich unheimlich teuer verkauft und ein fantastisches Spiel abgeliefert 
Heinz Duda, Sportwart des TTC Schwalbe Bergneustadt

„Wir hatten heute die einmalige Chance, den arroganten Düsseldorfern eins auszuwischen“, sprach Heinz Duda anschließend Klartext. „Allerdings wurde deutlich, dass wir noch nicht reif für so ein Highlight sind. Trotzdem haben sich die Jungs unheimlich teuer verkauft und ein fantastisches Spiel abgeliefert.“

Einen Vorwurf mussten sich die Schwalben nach der zweiten Play-off-Qualifikation in der Vereinsgeschichte nun wahrlich nicht machen. Knapp vier Stunden lieferten sich die beiden Klubs einen packenden Fight. „Wenn es bei einem Wettanbieter möglich gewesen wäre, einen derart langen Verlauf mit einem 3:2-Sieg für Düsseldorf zu tippen, wäre derjenige nun Millionär.“

Benedikt Duda und Leo de Nodrest brachten Bergneustadt mit zwei Fünf-Satz-Siegen in Führung

Die Partie in der Frankfurter SÜWAG-Arena hatte erwartungsgemäß mit einem 3:1-Sieg von Anton Källberg gegen Romain Ruiz begonnen. Für den Franzosen war nach gewonnenem ersten Satz durchaus mehr möglich gewesen, doch dafür hätte der dritte Abschnitt nach einer 6:1-Führung gewonnen werden müssen. Das Gegenteil war mit 7:11 der Fall. Anschließend war die Gegenwehr von Ruiz gebrochen. „Auf einmal hatte sich die Welt gedreht und Romain traf keine Kugel mehr“, ergänzte Heinz Duda.

Die beiden nachfolgenden Begegnungen waren nichts für schwache Nerven. Sowohl Benedikt Duda (gegen seinen langjährigen Doppelpartner Dang Qiu, als auch Leo de Nodrest gegen den ehemaligen Schwalbe-Akteur Kanak Jha verließen die Box nach fünf Sätzen als Gewinner. Besonders freute sich Heinz Duda über den Erfolg seines Filius. „Damit hat Benedikt die Rangfolge in der Nationalmannschaft klar gestellt.“

Als Anton Källberg seine Taktik änderte, geriet Benedikt Duda auf die Verliererstraße

In seinem letzten Spiel im Bergneustädter Trikot präsentierte sich de Nodrest vor seinem Wechsel zurück in die französische Heimat in einer sehr guten Form. „Leo spielte beeindruckend und ließ sich auch nach dem deutlich verlorenen ersten Satz nicht aus der Ruhe bringen.“ Im Anschluss an seines Triumph verriet der Linkshänder, noch kein einziges Mal gegen den US-Amerikaner verloren zu haben.

Mit einer 2:1-Führung im Rücken ging Benedikt Duda zum Duell der beiden Spitzenspieler mit Anton Källberg in die Box. Als der 32-Jährige die ersten zwei Sätze mit 11:9 und 11:6 für sich entschieden hatte, bahnte sich eine große Sensation an. Doch Källberg änderte seine Taktik, wählte andere Aufschläge und präsentierte sich im Rückschlag deutlich aggressiver. „Damit kam Benedikt leider überhaupt nicht klar“, beobachtete sein Vater, wie die Partie noch in fünf Durchgängen an den Düsseldorfer ging.

Benedikt Duda blickt mit dem Handtuch im Gesicht auf das Ergebnis.

Frust herrschft bei Benmedikt Duda nach der Niederlage gegen Anton Källberg.

Wie schon in der Rückrunde musste damit das Doppel die Entscheidung bringen und erneut setzten sich Dang Qiu/Li Yongyin souverän durch. Diesmal waren Leo de Nodrest und Adrien Rassenfosse die Gegner. Das Schwalbe-Duo hatte einen Start nach Maß erwischt und den ersten Satz mit 11:5 gewonnen. „Leo war nach seinem gewonnenen Einzel noch auf 180 und voller Adrenalin.“ Doch de Nodrest konnte seinen starken Beginn nicht halten. Hinzu kam, dass Rassenfosse aufgrund der großen Bedeutung des Spiels sichtlich nervös agierte.

„Schade, dass wir nur kurzzeitig vom Finale träumen durften“, bilanzierte Heinz Duda den Tag und konnte sich abschließend einen kleinen Seitenhieb gegen die Borussia nicht ersparen. „Im Fußball schießt Geld bekanntlich sehr häufig Tore und im Tischtennis gewinnt es Spiele.“ Der Sportwart spielte darauf an, „dass Li sicherlich so viel Geld bekommt wie bei uns Leo und Adrien zusammen“.

Mit dem Sieg gegen Bergneustadt zog Borussia Düsseldorf ins Finale gegen den 1. FC Saarbrücken ein. Saarbrücken hatte sein Halbfinale   mit 3:1 gegen Werder Bremen gewonnen. Im Endspiel setzte sich Saarbrücken mit 3:1 gegen Düsseldorf durch und wird Deutscher Meister.


Halbfinale: Borussia Düsseldorf – TTC Schwalbe Bergneustadt 3:2

Anton Källberg – Romain Ruiz 3:1 (10:12, 11:9, 11:7, 11:3).

Dang Qiu – Benedikt Duda 2:3 (12:10, 10:12, 11:9, 9:11, 9:11).

Kanak Jha – Leo de Nodrest 2:3 (11:2, 9:11, 11:9, 8:11, 5:11).

Anton Källberg – Benedikt Duda 3:2 (9:11, 6:11, 11:6, 11:7, 11:8).

Dang Qiu/Li Yongyin - Leo de Nodrest/Adrien Rassenfosse 3:1 (5:11, 11:4, 11:7, 11:6).