Koch beim „Perfekten Dinner“Tobias Woggon aus Wiedenest hält Vorträge zu Sport und Menschen

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Tobias Woggon trägt sein Mountainbike einen Berg hinauf.

Dass Tobias Wogon bei seinen Reisen mit Muskelkraft und Mountainbike unterwegs ist, sorgte vor Ort immer dafür, leicht in Kontakt zu kommen.

Der in Bergneustadt und Wiedenest aufgewachsene Mountainbiker und Wahlfranke war jetzt beim „Perfekten Dinner“ auf Vox zu sehen.

Dass Tobias Woggon beim „Perfekten Dinner“ des Senders Vox der Freitagsgastgeber war, hat er im Grunde dem Drängen seines Freundeskreises zu verdanken. Denn auch wenn er gerne, oft und gut kocht, ist er doch mit seinem Herzen und seiner Seele vor allem eins: Mountainbiker. „Darum habe ich mich zur Bewerbung ein Stück weit überreden lassen“, verrät er, sagt aber auch, dass ihm die Zeit mit den anderen Teilnehmenden eine Menge Freude gemacht hat und die fünf immer noch in Kontakt sind. Gewonnen hat er indes nicht, aber das macht ihm nichts aus. Zumal er sagt: „Ich war mit mir durchaus zufrieden.“

Das Menü des in Wiedenest und Bergneustadt aufgewachsenen Wahlfranken hatte denn auch mit seiner Leidenschaft fürs weltweite Biken zu tun. Der 34-Jährige hatte es „Wild Wide North“ genannt, als Hommage an seine Reisen in den Norden. Diese führten ihn nach Grönland, Alaska oder Kamtschatka und tauchten nicht nur kulinarisch auf den Tellern, sondern auch in Fotos auf dem Esstisch auf.

Schon früh hat der gebürtige Oberberger sein Faible für das Mountainbiken entdeckt und fand im Raum Gummersbach und Bergneustadt tolle Strecken durch die Wälder, wurde später Botschafter des Reichshofer Fahrradreifenherstellers Schwalbe. Dem Oberbergischen ist er auch als Mitglied des Vereins Mountainbike Oberberg weiterhin verbunden.

Ich bin mehrere Saisons mit der Enduro-World-Series um die Welt geflogen, um an den schönsten Flecken der Welt Rennen zu fahren.
Tobias Woggon

Trotzdem führte ihn sein Weg nach der Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer nach Oberfranken, zum Biken näher an die Berge. „Mittlerweile bin ich hier ganz zu Hause. Zu Weihnachten kommt die Familie regelmäßig aus Oberberg, und ich koche für alle.“

Auch damit, Rennen zu fahren, hat er früh begonnen. „Zuerst Downhill-Marathon wie die ,Mega Avalanche’, wo 350 Leute gleichzeitig auf einem Gletscher starten und dann gemeinsam in die erste Kurve schießen. Daraus hat sich dann Enduro entwickelt. Ich bin mehrere Saisons mit der Enduro-World-Series um die Welt geflogen, um an den schönsten Flecken der Welt Rennen zu fahren“, berichtet Tobias Woggon. Allerdings hatte das den Nachteil, dass er von Land und Leuten überhaupt nicht mitbekam. Die Zeit war immer zu knapp.

Inzwischen hat er sich dafür entschieden, ohne den Rennstress zu reisen. Statt auf Siege zu setzen, packt er lieber die Kamera ein, um nach der Rückkehr von den spektakulären Trails Menschen in Deutschland die Schönheiten der bereisten Länder zu zeigen.

Dazu hält er bundesweit Vorträge, zeigt die Fotos, spricht über Menschen, Kulturen und plädiert für sanften Tourismus. Entstanden sind so außerdem zwei Bücher: „Tour du Nord“ und „Spirit of Traveling“ mit vielen Fotos und einigen Rezepten.

Dass er in den jeweiligen Ländern mit Muskelkraft und Mountainbike unterwegs ist, sorgte vor Ort immer dafür, leicht in Kontakt zu kommen. „Das macht die Menschen neugierig, Gespräche ergeben sich wie von selbst.“ Oft auf Englisch, gerne auch mal mit Händen und Füßen.

Natürlich sind Grönland oder Alaska Gegenden, in denen extreme Bedingungen herrschen können. So erfuhr der Mountainbiker, wie nachhaltig Kälte in die Knochen kriechen kann, dass vom eiskalten Regen klatschnasse Schuhe manchmal einfach nicht zu retten sind. Doch trotz aller Strapazen, missen möchte er diese Erfahrungen keinesfalls.

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