Am Mittwoch gaben die Sportkommissare des Deutschen Motor Sport Bunds die nachträgliche Disqualifikation von Alt bekannt.
OscherslebenMotorradrennfahrer aus Engelskirchen in Unfall verwickelt - Nachträglich disqualifiziert

Die Kollegen halfen Florian Alt nach dem Sturz wieder auf die Beine.
Copyright: EuroMoto/Dino Eisele
Für mehr als eine Schreckminute sorgte ein Motorplatzer im ersten Lauf der Superbike-Klasse der EuroMoto in Oschersleben. Mittendrin Florian Alt. In der sechsten Runde explodierte der Motor der Yamaha von Twan Smits, der hinter dem Führenden Luca Tulovic auf Platz zwei fuhr. Direkt im Windschatten folgte Florian Alt.
„Es kam wie aus dem Nichts“, berichtet der Engelskirchener, dass er plötzlich voll mit Öl war und nichts mehr sehen konnte. Nicht nur das, er hatte auch keine Möglichkeit mehr auszuweichen. So blieb ihm nur in Erwartung des Sturzes den Körper anzuspannen, ehe er mit seiner Honda im Reifenstapel landete. Genau an der Stelle, wo die Mehrzahl der rund 15.000 Zuschauer saßen.

Trotz der Schmerzen im lädierten Knöchel jubelte der Engelskirchener über Platz drei im zweiten Lauf in Oschersleben.
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Er wurde von seinem Motorrad getroffen und in der Angst, in der Sturzschneise der folgenden Motorräder zu sein, robbte er sich zehn Meter weiter. Im Kiesbett halfen ihm die Konkurrenten hoch. Von den fünf Motorrädern, die wie in einer Kettenreaktion in den Unfall verwickelt waren, lagen vier zwischen den Reifenstapeln und dem Fangzaun. Anderthalb Stunden dauerte die aufwendige Bergung. Das Rennen wurden abgebrochen und mit der halben Punktzahl gewertet.
Bis auf eine schmerzhafte Knöchelprellung blieb Alt unverletzt und an der Box begann ein Wettlauf gegen die Zeit. Alts Teamchef Jens Holzhauer erklärte, dass sie bis zum Start des zweiten Laufs schon irgendetwas hinkriegen würden. An einen Chassis-Rohling bauten sie den Motor, den Florian Alt schon am Sachsenring gefahren war. Die Statuten erlauben es dagegen nicht, das Ersatzmotorrad zu nutzen.
Erst Zusage der Rennkommissare und anschließend die Disqualifikation
Die Rennkommissare nahmen das neu zusammengestellte Motorrad zunächst ab und der Engelskirchener durfte wieder an den Start gehen. Er fuhr lange auf Platz zwei, konnte Markus Reiterberger auf der BMW aber nicht hinter sich halten und fuhr als Dritter ins Ziel. „Wir waren zehn Sekunden schneller als im vergangenen Jahr“, erzählt Florian Alt. Und das auf einer Honda, die seit 2024 nicht modifiziert wurde.
Doch hatten der Motorradrennfahrer und sein Team bei Tests vor zwei Wochen ein ganz neues Setup gefunden. „Das sind wir vorher noch nie gefahren“, erklärt Alt. Dass es der richtige Weg war, zeigte sich schon am Freitag in Oschersleben im Training, als der 30-Jährige in allen Sessions der Schnellste war. Um die Superpole fuhr er am Samstag auf Platz drei.
Doch die Freude über diesen dritten Platz währte nicht lange. Am Mittwoch gaben die Sportkommissare des Deutschen Motor Sport Bunds die nachträgliche Disqualifikation von Alt bekannt. Grundlage der Entscheidung sei ein Protest des Teams GERT56 by RS Speedbikes gegen die Wertung des zweiten Rennens gewesen. In der Mitteilung der EuroMoto heißt es: „Nach Prüfung des Sachverhalts und mehrstündiger Beratung kamen die Sportkommissare zu dem Ergebnis, dass das von Holzhauer Racing Promotion eingesetzte Motorrad nicht gemäß dem im Reglement vorgeschriebenen Prozess für den Wiederaufbau eines nach Totalschaden für irreparabel erklärten Motorrads aufgebaut wurde.“ Holzhauer Racing hat angekündigt, Berufung einzulegen.
Auf Alts Position in der Gesamtwertung der Meisterschaft hat die Entscheidung jedoch keine Auswirkung. Der oberbergische Honda-Pilot belegt weiterhin Platz vier. Weiter geht es für ihn in Assen, wo vom 14. bis 16. August das fünfte Saisonrennen stattfindet. (mit lth)
