Abo

Erste Gespräche mit InvestorenHoffnung für die Bergischen Edelstahlwerke

3 min
IG Metall-Bezirksleiter Knut Giesler besucht die insolvente Bergische Edelstahlwerke GmbH. Auf dem Bild (v.l.) stehen Insolvenzverwalter Martin Plappert, Geschäftsführer Georg Wanders, IG Metall-Bezirksleiter Knut Giesler, Betriebsrat Michael van der Werf und Gewerkschaftssekretär Haydar Tokmak in einer Produktionshalle.

IG Metall-Bezirksleiter Knut Giesler besucht die insolvente Bergische Edelstahlwerke GmbH. Auf dem Bild (v.l.) stehen Insolvenzverwalter Martin Plappert, Geschäftsführer Georg Wanders, IG Metall-Bezirksleiter Knut Giesler, Betriebsrat Michael van der Werf und Gewerkschaftssekretär Haydar Tokmak in einer Produktionshalle.

Die Bergische Edelstahlwerke sind in Insolvenz, doch alle Beteiligten hoffen auf neue Investoren. Die ersten Gespräche waren positiv.

Die Suche nach Investoren für die in finanzielle Schieflage geratenen Bergischen Edelstahlwerke (BEW) läuft auf Hochtouren. Wie berichtet, hatte das Unternehmen im Februar einen Antrag auf vorläufige Insolvenz gestellt.

Die Doerrenberg Edelstahl GmbH hatte die Sparten Gießerei und Stahlwerk 2025 an die Callista Private Equity GmbH verkauft, diese hat die BEW inzwischen weiter verkauft, sagt Insolvenzverwalter Martin Plappert auf Nachfrage. Das sei bei solchen Investoren nicht ungewöhnlich, ändere aber nichts am weiteren Ablauf des Insolvenz-Verfahrens. Ziel der Insolvenz sei der Verkauf des Unternehmens.

Liquiditätslücke ist überschaubar

Es sei zuversichtlich, dass sich ein Käufer für das Unternehmen finde. Die Liquiditätslücke und die Verbindlichkeit seien nicht so hoch, und Aufträge gebe es reichlich, so Plappert. Die ersten Gespräche mit Interessenten laufen bereits.

Die rund 130 Mitarbeiter der Firma erhalten seit Februar Insolvenzausfallgeld. Das wird auch noch in diesem Monat und im April gezahlt. Die Auftragsbücher seien voll, man habe intensiv am Vertrieb gearbeitet und die Liefertreue sei deutlich verbessert worden, berichtet Geschäftsführer Georg Wanders bei einem Termin mit Knut Giesler, dem IG Metall-Bezirksleiter für NRW, dem oberbergischen Gewerkschaftssekretär Haydar Tokmak und Betriebsrat Michael van der Werf.

Gewerkschaft informiert sich über den aktuellen Stand

Giesler ließ sich über die aktuelle Situation des Unternehmens, seine Produkte und Kunden informieren. Trotz guter Auftragslage sei die Liquiditätslücke entstanden, da die Kosten für das Material, insbesondere Schrott sowie der Strom und damit die Produktionskosten sehr hoch seien und die Ware erst nach Lieferung bezahlt werde, erläutert Wanders das Problem.     Ein Auftrag habe sich nach hinten verschoben, die Ausgaben dafür sei aber schon getätigt worden. Im vorigen Jahr habe das Unternehmen allein drei Millionen Euro für Energie bezahlen müssen, informiert der Geschäftsführer.

Man habe das Jahr nach dem Verkauf durch Doerrenberg intensiv genutzt um einige Bereiche, die nicht vielleicht etwas vernachlässigt gewesen seien, wieder auf Vordermann zu bringen. Aber alles habe man in der kurzen Zeit noch nicht anpacken können. Die Kunden hätten Vertrauen in das Unternehmen, das zeige sich auch in der Insolvenz, betonte Plappert. Er zeigte sich nach den ersten Gesprächen mit Investoren zuversichtlich, dass es eine Lösung geben werde, aber wie die aussehen werden, sei noch offen. Es gehe vor allem darum, so viele Arbeitsplätze wie möglich, am besten alle zu erhalten, darin sind sich Geschäftsführer, Betriebsrat und Insolvenzverwalter einig. Auch die Mitarbeiter würden alle mitziehen.

Giesler bot an, seine Kontakte in Politik und Wirtschaft zu nutzen, um Investoren zu finden und machte direkt Nägel mit Köpfen. Für ihn sehe es so aus, als sei es durch unglückliche Umstände zu der Insolvenz gekommen, und auch er sieht gute Chancen für einen Verkauf.