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WalbachtalNeue Führung durch die Nachbarhöhle des Windlochs in Engelskirchen

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Probeführung durch die Aggertalhöhle mit Dr. Sylvia-Kathrin Tanneberger.

Wie die Aggertalhöhle entstand, erklärte Dr. Sylvia-Kathrin Tanneberger den Gästen.

Die Entstehung der Höhlen steht im Fokus einer neuen Führung durch die Aggertalhöhle in Engelskirchen-Ründeroth.

Das neue Angebot soll anders als die herkömmlichen, vor allem beschreibenden Führungen   auf die Prozesse eingehen, die zur Bildung der unterirdischen Hohlräume geführt haben. „Gebirgs- und Höhlenentstehung gehören zusammen“, erklärte Dr. Sylvia-Kathrin Tanneberger vom Führungsbetrieb der Aggertalhöhle beispielsweise am Samstag zu Beginn einer Probeführung mit zehn Gästen.

Tanneberger schilderte die Geschichte der Höhle von der Entdeckung Ende des 18. Jahrhunderts bis zur Betreuung durch den Arbeitskreis Kluterthöhle, dessen Neuvermessung eine Gesamtlänge von 1071 Metern ergab und der vor zwei Jahren eine Reinigung organisierte, die zahlreiche Strukturen freilegte. „Dadurch befinden wir uns jetzt in einem Bilderbuch der Erdgeschichte.“

Ich mag Höhlen - ich bin ein Höhlenmensch.
Dominique Steimel

In der Drachenkopfhalle zeigte sie Korallenfossilien aus dem Devon, die vor 350 bis 390 Millionen Jahren in verschiedenen Gesteinsschichten entstanden waren. Sie erläuterte, dass zu der damaligen Zeit nahezu ganz Europa ein tropisches Flachmeer gewesen sei, ähnlich der heutigen Karibik. Häufig seien die Korallenbänke durch Tsunamis zerstört worden, die Bruchstücke hätten sich in Vertiefungen abgelagert: „So entstand ein Korallenfriedhof in der Gummersbacher Mulde.“

An einer Stelle folgte der Strahl ihrer Taschenlampe nahezu halbkreisförmig gebogenen Gesteinsschichten: „Diese Auffaltungen entstehen beim Zusammenprall von Kontinentalplatten.“ Durch die sich dabei bildenden Risse dringe Wasser ein, die darin gelöste Kohlensäure löse innerhalb von Jahrmillionen das Kalkgestein auf, was zur Höhlenbildung führte.

„Ich mag Höhlen – ich bin ein Höhlenmensch“, sagt die 17-jährige Dominique Steimel aus Marienheide hinterher. „Die Führung war klasse, besonders beeindruckt haben mich die Striemen auf dem Gestein, wo sich die Schichten verschoben haben – und die Lichtshow am Ende.“   Vater Jakob lobt die Führerin: „Das macht sie mit Herzblut.“ Die gut einstündige Spezialführung wird für geologisch interessierte Gäste ab Juni angeboten, weitere sind in Planung.

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