Zu fünf Waldbränden mussten die Feuerwehren am Donnerstag und in der Nacht zu Freitag ausrücken. Der Kreis warnt vor der Waldbrandgefahr.
Erstmals Kreisregner eingesetztNeue Hilfsmittel bewähren sich bei Waldbrand

Bei dem Feuer wurden rund zwei Hektar Wald vernichtet. Der Wind erschwerte die Arbeiten.
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Fünf Wald- und Flächenbrände innerhalb von wenigen Stunden haben am Donnerstag und in der Nacht zu Freitag die Feuerwehren im Kreis massiv gefordert.
Nachdem es um 16 Uhr in Waldbröl und in Lindlar-Scheel gebrannt hatte, sorgte ab 18.40 Uhr ein Waldbrand an der Wolfsschlade in Lindlar für einen Großeinsatz. Rund zwei Hektar Wald standen in Flammen, 150 Helfer waren im Einsatz. Auch die Einheit zur Waldbekämpfung aus Marienheide unterstützte die Löscharbeiten. Neben dem speziellen Löschfahrzeug mit 4000-Liter-Kapazität waren auch zum ersten Mal die Kreisregner im Einsatz, sie funktionieren wie runde Rasensprenger. 27 Stück hat der Kreis angeschafft, eine Strecke von rund 800 Metern kann mit dieser speziellen Art beregnet werden. Der Einsatz habe sich bewährt, so Hans Peter Scheurer, Pressesprecher der Lindlarer Feuerwehr.
In der Nacht flammte das Feuer noch einmal auf, 25 Quadratmeter gerieten in Brand, per Drohne wurde das Gebiet auch am Morgen noch einmal mit der Infrarotkamera auf Glutnester im Boden und Bäumen untersucht, die Kreisregner waren stundenlang im Einsatz, um den Boden auch in tieferen Bereichen zu durchfeuchten und ein erneutes Aufflammen zu verhindern.
In der Nacht mussten auch die Wehren in Gummersbach und Bergneustadt ausrücken. Am Talsperrenweg gab es einen Vegetationsbrand. In Bergneustadt stand eine Gartenhütte in Flamme.
Der Großbrand in Hürtgenwald (Kreis Düren) hat Auswirkungen auf Oberberg. Über die Warn-App Nina warnt die Kreisverwaltung in Gummersbach vor der Ausbreitung von Rauchgasen im Oberbergischen. Fenster und Türen sollten geschlossen bleiben, da gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Brandgase nicht ausgeschlossen sind.
Kreis ruft zu erhöhter Vorsicht auf
Angesichts der Trockenheit ruft der Kreis die Bevölkerung zu erhöhter Aufmerksamkeit auf. Wie ernst die Situation ist, so schreibt der Kreis, zeigte sich seit Donnerstagabend, als Feuerwehren gleich an mehreren Stellen in Oberberg Vegetations- und Waldbrände bekämpfen mussten. Vorerst bleibt die Situation angespannt, der sogenannte Graslandfeuerindex liegt aktuell bereits bei der Stufe 4 von 5 – und damit in einem Bereich mit hoher Gefahr für die Entstehung von Gras- und Vegetationsbränden. Laut Prognose des Deutschen Wetterdiensts soll der Waldbrand-Gefahrenindex am Samstag die Stufe 4 von 5 erreichen.
Besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit seien deswegen geboten. Kreisbrandmeister Julian Seeger appelliert an die Oberberger: „Seien Sie aufmerksam und vermeiden Sie alles, was einen Brand verursachen könnte. Wenn Sie Rauch oder einen Brand beobachten, wählen Sie lieber
einmal zu viel den Notruf 112. Die aktuelle Bodentrockenheit sorgt dafür, dass sich ein Feuer schnell ausbreiten kann.“
Diese Hinweise sollten beachtet werden:
- Im gesamten Wald gilt noch bis zum 31. Oktober Rauchverbot. Zigaretten dürfen keinesfalls achtlos weggeworfen werden.
- Lagerfeuer, Fackeln und Grills sind im Wald tabu. Gegrillt werden soll nur an dafür ausgewiesenen Stellen.
- Das Auto soll nur auf Parkplätzen abgestellt werden. Denn trockene Grasflächen können sich durch die Hitze von Fahrzeugteilen entzünden.
- Zufahrten zu Wäldern, Talsperren und Badeseen sollen als Rettungswege freigehalten werden. Park- und Halteverbote sind zu beachten.
- Müll gehört nicht in die Natur, denn etwa durch Glasscherben können Brände entstehen.
- Wer eine Rauchentwicklung oder einen Brand sieht, soll das umgehend über den Notruf 112 melden. Von eigenen Löschversuchen rät der Kreis ab.