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Gummersbacher Senioren betrogenPolizei nimmt zwei Telefonbetrüger fest

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Symbolbild

Gummersbach – Als die Tatverdächtigen an der Wohnung des Seniors erschienen, um ihre Beute einzustreichen, griffen die Beamten zu: Der Polizei ist es gelungen, zwei Männer aus dem Raum Aachen bei einer fingierten Geldabholung festzunehmen. Der 25-Jährige und der 23-Jährige werden laut Angaben der Polizei dringend verdächtigt, Gummersbacher Senioren angerufen und sich als Polizeibeamte ausgegeben zu haben. In zwei Fällen sei es ihnen mit dieser Betrugsmasche gelungen, Geld und Schmuck in nicht unerheblichem Wert zu ergaunern.

Ein Bankmitarbeiter hatte die Polizei auf die Spur der jetzt Festgenommenen gebracht. Am Schalter seines Geldinstituts waren an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zwei Senioren (77 und 86 Jahre alt) erschienen, die jeweils einen größeren Geldbetrag abholten. Als eine weitere Abhebung im Raum stand, wurde der Bankmitarbeiter skeptisch und verständigte die Polizei. Beamte nahmen Kontakt zu den Senioren auf. Es stellte sich heraus, dass Betrüger erstmals am Montag angerufen und sich als Kriminalbeamte ausgegeben hatten. Sie machten den Angerufenen weis, dass Einbrecher gefasst worden und die Bankkonten der Senioren durch einen unberechtigten Zugriff in Gefahr seien.

Die verunsicherten Geschädigten fielen auf die Lügen herein, hoben Geld von ihren Konten ab und übergaben es mit Schmuck einem unbekannten Mann, der die Beute jeweils an der Wohnungstür abholte. Diese Wertsachen waren den Tätern offenbar nicht genug.

Richter erlässt U-Haft

Sie hätten auch das Wertpapierdepot der Geschädigten plündern wollen, berichtet die Polizei weiter. Weil der Verkauf der Wertpapiere zwei Tage in Anspruch nahm, kündigten sich die Betrüger für den Donnerstag an.

Die zwischenzeitlich von der echten Polizei aufgeklärten Geschädigten gingen zum Schein auf die Forderungen der Betrüger ein. Als die Verdächtigen am Donnerstag um kurz nach 11 Uhr an der Anschrift eines Geschädigten in Niederseßmar erschienen, schnappte die Falle zu. Am Freitag wurden die beiden Männer dem Amtsrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Der Haftbefehl gegen den 23-Jährigen wurde vom Gericht gegen Auflagen zunächst ausgesetzt. Von der Beute fehle laut Polizei bislang jede Spur.

Bei einem ähnlichen Fall in Gummersbach-Strombach konnte ein 80-Jähriger von seiner Tochter noch rechtzeitig davon abgehalten werden, seine Wertsachen einem falschen Polizisten zu übergeben. Er wurde am Donnerstag erstmals von einem Betrüger angerufen und in dem stundenlangen Telefonat so sehr verunsichert, dass er zu seiner Bank ging und sein dortiges Schließfach kontrollierte. „Als der Senior seiner Tochter von dem Anruf berichtete, schrillten bei dieser zu Recht alle Alarmglocken“, schreibt die Polizei.

Die Polizei warnt nachdrücklich vor den Telefonbetrügern: Verwandte und Bekannte sollten ihre älteren Angehörigen und Freunde über die Betrugsmasche aufklären, um sie vor Schaden zu bewahren. Ein guter Schutz sei es zudem, die Telefonnummer nicht in Verzeichnissen zu veröffentlichen. Denn die Täter suchen dort gezielt nach kurzen und somit alten Rufnummern und nicht mehr so gebräuchlichen Vornamen, um potenzielle Opfer zu finden.