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Altenpflege-MesseGummersbacher Firma bewirbt Innovationen

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Das Foto zeigt das Team der Gummersbacher Firma Hospicall in Essen.

Das Team von Hospicall und Sachverständiger Oliver Müller (r.) an einem Bett mit Belegungsüberwachung.

Firma Hospicall stellte in Essen Innovationen auf dem Feld der Rufsysteme vor

Oberbergische Unternehmen sind nicht nur in der Region präsent, sondern auch außerhalb. So zeigte etwa die Gummersbacher Firma Hospicall aus dem Gewerbegebiet Herreshagen-Sonnenberg in der vergangenen Woche ihr Leistungsspektrum auf der dreitägigen Essener Messe „Altenpflege 2026“. Nach einem etwas ruhigeren Auftakt am Dienstag war am Mittwoch die Hölle los. „Wir hatten einen sehr großen Zulauf und interessante Fachgespräche mit Systemhäusern für Brandmeldeanlagen und Rufanlagen sowie Errichtern von Elektroanlagen“, berichtete die Marketingchefin Manuela Kathmann begeistert.

Patientensicherheit erhöhen

Das Unternehmen hat sich auf Systeme spezialisiert, die in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen das Pflegepersonal herbeirufen. „Ein brandaktuelles Thema für die Besucher war die neue Norm, die noch in diesem Halbjahr verabschiedet werden soll“, schilderte der Lindlarer Rufanlagensachverständige Oliver Müller auf der Messe.

Hintergrund der Novellierung sei, die Sicherheit von Bewohnern und Patienten zu erhöhen. Das werde vor dem Hintergrund des demografischen Wandels immer wichtiger, da absehbar weniger Personal immer mehr Menschen pflegen müsse. Die Bedienung der Ruftaster am Bett bleibe die gleiche, doch an die Ausfallsicherheit der Anlagen würden deutlich höhere Ansprüche gestellt: „Die oberste Maxime ist, dass auf Knopfdruck Hilfe kommt.“

Es ist sehr wichtig, dass diese Menschen nicht einfach eingeschlossen werden, sondern ohne Freiheitsberaubung nicht in ungesicherte Umgebungen geraten.
Roland Baumann, Serviceleiter

Serviceleiter Roland Baumann beschrieb, dass zunehmend demenzkranke Bewohner in den Fokus geraten: „Es ist sehr wichtig, dass diese Menschen nicht einfach eingeschlossen werden, sondern ohne Freiheitsberaubung nicht in ungesicherte Umgebungen geraten.“ Dafür leiste etwa das Personenschutzsystem von Hospicall gute Dienste. Über einen Transponder am Arm würde zuverlässig erkannt, ob sich die Erkrankten in sicheren und zuvor definierten Bereichen bewegen. Beim Verlassen werde sofort das Pflegepersonal alarmiert: „Das sind unsichtbare Zäune und sie sind gleichzeitig ein guter Schutz vor dem Weglaufen.“

Derweil rauschte der Serviceroboter „BellaBot“ von der Mindener Firma „RoboPlanet“ mit deutschlandweiten Standorten durch die Gänge und bot Werbematerialien an. In seinem richtigen Leben ist es seine Aufgabe, Speisen und Getränke an Patienten und Bewohner zu verteilen. Gleich daneben reinigte der Wischroboter „CC1“ den Boden des Messehalle.

Die Vertriebsleiter Sebastian Hosbach aus Dortmund und Daniel Sengstock aus Hamburg erklärten, dass es zunächst darum gehe, den Menschen die Angst vor Robotern zu nehmen: „Servicekräfte haben Sorge, ihren Job zu verlieren und Patienten fürchten, von den Robotern bedrängt oder verletzt zu werden.“

Beides sei angesichts des Fachkräftemangels und der technologischen Entwicklung absolut unbegründet, erläuterte Sengstock: „Meine Frau als examinierte Pflegefachkraft muss putzen, weil das Reinigungspersonal fehlt und die Roboter haben so viel Sensorik, dass garantiert nichts passiert.“ Die Zukunft haben beide klar vor Augen: „Wenn sich die aktuellen Robotsysteme etabliert haben, wird es noch etwa fünf Jahre dauern, bis Roboter auch Pflegeleistungen direkt an Menschen vornehmen.“