Die Kosten für einen Umbau können schnell Dimensionen annehmen, die in keinem Verhältnis zu den damaligen Neubaukosten von 13 Millionen stehen.
Hallen-GipfelArchitekt soll prüfen, ob in Gummersbacher Schwalbe-Arena mehr Besucher Platz haben

Sie sprachen in der Arena über Erweiterungsmöglichkeiten (v.l.): Raoul Halding-Hoppenheit, Antonino Vultaggio, Jürgen Hefner, Harald Kawczyk, Wolf-Dietrich Weithöner und Christoph Schindler.
Copyright: Andreas Arnold
Beim kleinen Gummersbacher Hallen-Gipfel am Mittwoch in der Schwalbe-Arena ist eines deutlich geworden: Die im Vorfeld in den Raum gebrachte Wunschvorstellung des VfL, den Handballtempel um 2000 Plätze auf 6000 aufzustocken, wird eine solche bleiben. „Diese Zahl ist illusorisch“, sagen Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit und Jürgen Hefner, Erster und Technischer Beigeordneter, und stützen sich dabei auch auf den Architekten Antonino Vultaggio vom Düsseldorfer Büro HPP, das seinerzeit für den Bau der Schwalbe-Arena verantwortlich war. Und eins wurde noch klar: Die Kosten, die bei einem Umbau entstehen, können schnell Dimensionen annehmen, die in keinem Verhältnis zu den damaligen Neubaukosten von 13 Millionen stehen, sodass man auch schnell bei der Frage eines Komplettneubaus sein dürfte.
Aber es gibt eine Idee, wie man dem VfL zumindest etwas helfen kann: Eine deutlich kleinere Erweiterung soll jetzt auf dem Wege einer Machbarkeitsstudie beleuchtet werden. Diese soll Vultaggio liefern, nachdem er der Stadt ein Angebot gemacht und den Zuschlag bekommen hat. Die Rede ist von einer „kleinen dreistelligen Zuschauerzahl“. Ob das nun 200 oder 300 sind, darüber soll die Studie Auskunft geben. Auch darüber, ob man Sitzplätze zu Stehplätzen macht.
Enges Korsett für eine Erweiterung der Schwalbe-Arena
Architekt Vultaggio erläuterte auf Nachfrage die Ausgangslage: Das städtebauliche Korsett an der Schwalbe-Arena sei sehr eng geschnürt. Da seien der Heiner-Brand-Platz, zwei Straßen und ein denkmalgeschütztes Gebäude, die die Halle umgeben. „Da sind die Möglichkeiten nicht üppig, über eine Erweiterung nachzudenken“, so der Experte. Man müsse sehen, was technisch „vielleicht machbar“ sei. In diesem Zusammenhang verwies er auf komplexe Themen wie den Brandschutz, die Fluchtwege und deren Breite. „Wenn man davon ausgeht, dass ich in so einer Halle mit einem Quadratmeter Platz pro Besucher kalkulieren muss, kann man sich schnell ausmalen, was das heißt mit Blick auf die Plätze, die Aufenthaltsflächen und eben auch die Fluchtweg“, so Vultaggio.
Halding-Hoppenheit, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Arena Gummerbach GmbH ist, sagte, dass die Gesellschafter der Halle und der VfL Gummersbach sich einig darüber seien, dass eine Erweiterung der Halle „finanziell und wirtschaftlich vertretbar sein“ müsse. Und er denkt, dass man besagte Erweiterung um eine „niedrige dreistellige Zahl“ mit einem „relativ überschaubaren Aufwand hinbekommen“ könnte.
Schwalbe-Arena in Gummersbach: „2000 Plätze sind illusorisch“
Alles andere würde, wie Jürgen Hefner erläuterte, „utopisch“ sein. „Man müsste vermutlich das Dach anheben und dann an die gesamte Technik“, erläutert der Baudezernent. Am Ende würde das so in die Tiefe des Gebäudes gehen, dass die Arbeiten zu einem „halben Neubau“ würden. Hefner macht aber auch deutlich, welchen Rattenschwanz selbst eine kleine Erweiterung mit sich ziehen wird. Schon bei zehn zusätzlichen Plätzen sei die Nutzung der Halle durch die aktuelle Genehmigung nicht mehr abgedeckt. Und ein weiteres Thema sind die Parkplätze. Diese müssten zusätzlich nachgewiesen werden.
Die Idee, Sitzplätze in Stehplätze umzuwandeln, kommt übrigens aus Flensburg. In der GP JOULE Arena (ehemals Campushalle/Flens-Arena) wurde eine ganze Tribüne so umgewandelt. Ob das dem VfL am Ende hilft, wird der Verein sagen müssen, der ja mit Blick auf die begrenzten Kapazitäten und die 35 in Folge ausverkauften Heimspiele den Vorstoß in Richtung Hallenerweiterung bei der Stadt gemacht hatte. Und das vor allem mit der Idee, auf diese Weise auf der Einnahmeseite den „Nachteil“ gegenüber anderen Bundesligavereinen mit deutlich größeren Hallen kompensieren zu können.
Christoph Schindler war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

