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Polizei berichtetAuch in Oberberg sind Senioren oft Opfer von Betrugsmaschen

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Ein Polizeiauto mit eingeschaltetem Blaulicht.

Die Polizei warnt vor Betrügern, die vor allem Senioren im Fokus haben.

Ausgehend von einem Fall im Oberwiehl, bei dem zwei Tatverdächtige ermittelt wurden, schildert ein Polizist die Methoden der Verbrecher.

„Straftaten zum Nachteil älterer Menschen“, hat die Polizei am Dienstag während der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik zu einem eigenen Themenblock gemacht. Ausgehend von einem Fall im Oberwiehl, bei dem zwei Tatverdächtige ermittelt wurden, schilderte Niklas Kremer die Methoden der Verbrecher.

Die Banden operierten vielfach vom Ausland aus. Aus Callcentern würden Senioren angerufen. Wie werden die ermittelt? Über einen eher alten Vornamen im Telefonbuch oder aus Todesanzeigen. Also: Besser Vornamen im Telefonbuch löschen und bei Todesanzeigen weniger Details, rät die Polizei. In den Centern säßen „Keiler“, die die Menschen drangsalierten. Daneben gebe es Logistiker, die teils im Ausland, aber auch vor Ort arbeiteten. Und dann schließlich die „Abholer“. Oft seien die Rufnummern, mit denen man angerufen werde, manipuliert. Sogar die 110 der Polizei sei zu lesen.

Bei dem Vorgehen gibt es laut Polizei verschiedene Methoden. Rückläufig sei der Enkeltrick. Nach wie vor gebräuchlich aber seien Schockanrufe, die einen tödlichen Unfall suggerierten, so dass ein Angehöriger Hilfe, sprich Geld bzw. Schmuck brauche, um ausgelöst zu werden. So mancher Senior sei bei diesen Betrügereien schon um seine Altersversorgung gebracht worden. Regelmäßig immer wieder am Start sei auch der falsche Polizeibeamte oder der falsche Bankmitarbeiter. Am Ende gehe es stets darum, ältere Menschen um große Teile ihres Vermögens zu bringen, warnen die Beamten.

Wie sollten Angerufene reagieren? Am besten auflegen, wenn man misstrauisch wird. Mit der Familie Code-Wörter vereinbaren, so dass klar ist, wenn wirklich ein Angehöriger anruft und Geld braucht. Wer Hilfe braucht, soll die 110 wählen. Und bei Bankkarten sei es ratsam, das Kartenlimit zu senken. Sensible Infos gehörten nicht in ein Telefonat. Und wer daheim Wertgegenstände habe, sollte überlegen, ob er diese nicht besser in einem Bankschließfach aufbewahrt.