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AckermannWiedersehen der früheren Belegschaft von Gummersbacher Traditionsfirma

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Das Foto zeigt das Organisationsteam der Veranstaltung, nämlich Petra Stein, Wolfgang Blume, Mirjam Bell und Kerstin Dietz.

Die Organisatoren des zweiten, sehr familiären „Ackermänner“-Treffens im Gummersbacher Brauhaus waren (v.l.) Petra Stein, Wolfgang Blume, Mirjam Bell und Kerstin Dietz.

Ehemalige Ackermann-Mitarbeiter trafen sich zum Wiedersehen in Gummersbach.

Massenweise Umarmungen gab es am Samstagabend beim Treffen der „Ackermänner“ im Gummersbacher Brauhaus. Nach dem ersten Wiedersehen der ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gummersbacher Traditionsunternehmens Ackermann unter dem Titel „Back to Basic“ im Jahr 2008 gab es nun 18 Jahre später eine Neuauflage unter dem ähnlichen Motto „Back2Basic“. Selbstverständlich waren die Buchstaben „a“ darin mit dem Ackermann-Symbol, dem doppelten „A“ geschrieben. Ein Gast hatten sogar die Ackermann-Krawatte angelegt.

Organisiert hatten das Treffen der ehemalige Versandleiter Wolfgang Blume und seine Kolleginnen Mijjam Bell, Kerstin Dietz, Ivonne Pätzold und Petra Stein. Zu Gast waren nicht nur die Mitarbeiter aus dem Werk in Derschlag, sondern auch die Angestellten der früheren Technischen Büros in Essen, Hamburg, München, Leipzig und Thüringen – insgesamt fast 100 Leute.

Die Klimaanlage dort war legendär – viele Kollegen klagten über Nackenschmerzen und Mandelentzündungen.
Petra Stein erinnert sich an Besonderheiten

Auf den Tischen im Obergeschoss des Brauhauses lagen Bierdeckel mit einem Foto des „Rostigen Albert“, wie das Verwaltungsgebäude des Unternehmens von Albert Ackermann an der Alberstraße scherzhaft bezeichnet wurde. Petra Stein schilderte: „Die Klimaanlage dort war legendär – viele Kollegen klagten über Nackenschmerzen und Mandelentzündungen.“ Erinnerungen an die frühere Belegschaft weckten auch ausliegende Telefonlisten und Tischkalender der ehemaligen Firma. Dazu lief eine Bildpräsentation mit mehreren hundert Fotos aus dem Betriebsleben.

Besondere Erinnerungen weckten Aktionen, die in den vergangenen Jahren vor der Übernahme durch den britischen Konzern Novar gestartet wurden. So gab es etwa eine Nordic-Walking-Tour unter dem Motto „Ackermann geht am Stock“, eine Box-Veranstaltung „Die Firma schlägt zu“ oder in den unsicheren Zeiten über die Zukunft des Unternehmens einen Spinning-Wettbewerb auf Home-Trainern: „Die Firma dreht am Rad“.

Familiäres Arbeitsklima

Einer der frühesten Mitarbeiter auf dem Treffen war Guenther Knier. Er hat seine Laufbahn bei Ackermann 1953 begonnen und sagte lachend: „Damals war ich das Technische Büro.“ Als Einzelkämpfer hatte er die Entwicklung unter sich. Stolz ist er noch heute, dass die Konstruktion eines Schalters auf der Hannover-Messe bei der Designshow in der Kategorie „Gute Industrieform“ prämiert wurde. Später wurde er Entwicklungschef des Bereichs Installationssysteme und war Direktor des Derschlager Werks bis zu seinem Ausscheiden 1995: „Es tut mir weh, wenn ich sehe, dass von all dem nichts mehr geblieben ist.“

Volker Hollmann und Helge Lewin aus der Logistikabteilung erinnerten sich daran, wie sie Mitte der 90er Jahre eines der modernsten Hochregallager für 13.000 Kisten und 2000 Palettenplätzen mitinstalliert und programmiert hatten. Hollmann bekannte: „Es war gut, was ich alles bei Ackermann gelernt habe – ich habe viel mitgenommen.“ Und Sabine Söhnchen erzählte: „Das Arbeitsklima war fantastisch und sehr familiär. Wir haben uns gezofft und gut zusammengearbeitet – das habe ich später nie mehr so erlebt.“

Eine Gedenkminute gab es zwischendurch für die inzwischen verstorbene Marion Jäger, die das erste Treffen 2008 maßgeblich organisiert hatte. Wolfgang Blume bekundete: „Wäre sie damals nicht im Team gewesen, dann hätte es weder die damalige Veranstaltung gegeben und wahrscheinlich hätten wir uns auch heute nicht getroffen.“

Für die musikalische Unterhaltung sorgte das Gummersbacher Rausch Entertainment – Horst Rausch als Disc-Jockey und seine Ehefrau Bianca als Live-Sängerin. Zu vorgerückter Stunde wurde das Treffen mit Karaoke gekrönt – ganz im Sinne des familiären Zusammenhaltes der „Ackermänner“.