Erfolg am LausitzringAutonom fahrendes Pkw-Modell aus Gummersbach

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Gelungene Premiere bei der VDI Autonomous Driving Challenge für das Team "Escuderia Colonia" mit (von links) Hartmut Köhn, Matthias Härle, Prof. Dr. Elena Algorri, Gustavo Olivas und Simon Boes.

Bei der Autonomous Driving Challenge trat das Team vom Campus Gummersbach der TH Köln mit (v.l.) Hartmut Köhn, Matthias Härle, Professor Dr. Elena Algorri, Gustavo Olivas und Simon Boes mit ihrem selbstfahrenden Auto an.

Einer der Megatrends im Mobilitätsbereich ist das Autonome Fahren. Bei einem entsprechenden Wettbewerb trat jetzt auch ein Gummersbacher Team der TH Köln an - durchaus erfolgreich. 

Unter dem olympischen Motto „Dabei sein ist alles“ nahm jetzt das Team „Escuderia Colonia“ des Campus Gummersbach der TH Köln an der Autonomous Driving Challenge (ADC) des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) teil und landete schon im ersten Anlauf auf dem sechsten Platz.

Gustavo Olivas, Simon Boes, Matthias Härle und Hartmut Köhn vom Institut für Automatisierungstechnik hatten sich erst im Frühling zur Teilnahme am Wettbewerb zusammengefunden. Die Vorbereitungszeit, um mit der Basisversion des MXcarkits ein wettbewerbsfähiges autonom fahrendes Auto auf die Piste zu bringen, war also einigermaßen knapp. Entsprechend bescheiden war der Wunsch des Teams: Dass der Wagen den Parkour zumindest sauber abfährt – zumal die Strecke erst wenige Tage vor dem Wettbewerb bekannt gegeben wurde.

Als Neulinge unter Routiniers

Wir hatten die Gelegenheit, uns zu vernetzen, Forschungsideen auszutauschen und Entwicklungsideen zu diskutieren.
Prof. Dr. Elena Algorri

Auf den Kurs musste das autonom fahrende Auto dann trainiert werden. Dafür waren mehr als 3000 Fotos nötig, die die Kamera des Autos während der Fahrt aufnimmt. Ebenfalls zu den Aufgaben gehörte das Ein- und Ausparken aus der Boxengasse.

Simon Boes, Student der Elektrotechnik, sagt: „Dabei besteht eine der Schwierigkeiten darin, dem Wagen beizubringen, dass er die Linien der Parkbuchten nur unter bestimmten Bedingungen überfahren darf und sich ansonsten auf dem Parkour hält.“

Der Wettbewerb fand schließlich am Dekra Lausitzring statt, parallel zur Deutschen Tourenwagen Meisterschaft. Der VDI-ADC war in zwei Kategorien unterteilt: den VDI-Cup und den VDI-SuperCup. Sieben Hochschulen hatten sich zum bundesweiten Wettbewerb angemeldet. Die übrigen sechs studentischen Teams hatten schon Wettbewerbserfahrung und starteten beim SuperCup. Als Neuling trat die Escuderia Colonia zunächst in der niedrigeren Kategorie an.

Mut wurde belohnt

Ohne Konkurrenz wollten die vier Ingenieure aber nicht an den Start gehen. Deshalb entschieden sie sich kurzfristig, gegen die erfahrenen SuperCup-Teams mit der leistungsstärkeren Hardware anzutreten. Und ihr Mut wurde belohnt: Mit einem langsamen, aber stabil fahrenden Auto war die Escuderia Colonia eines von zwei Teams, die es schafften, während des Rennens innerhalb der Streckengrenzen zu bleiben und in allen Disziplinen, vom Einparken über das Rennen bis zum Beschleunigen, Punkte zu sammeln. Die Belohnung war Rang sechs, für die erste Challenge ein Erfolg.

Betreut wurde die Escuderia Colonia von den Professoren Dr. Elena Algorri und Dr. Mohieddine Jelali, finanzielle Unterstützung für die Teilnahme am Wettbewerb leistete der Förderverein des Campus Gummersbach. Die Escuderia Colonia plant nächstes Jahr bei der VDI-ADC wieder anzutreten. Die Teilnahme war eine gute Gelegenheit, die Kompetenzen des Campus Gummersbach im Bereich des autonomen Fahrens mit führenden Universitäten auf diesem Gebiet zu vergleichen. „Wir hatten die Gelegenheit, uns zu vernetzen, Forschungsideen auszutauschen und Entwicklungsideen zu diskutieren“, so Algorri.

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