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Neuer Sparkassen-ChefDirk Steinbach aus Marienheide wollte ursprünglich zur Berufsfeuerwehr

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Dirk Steinbach im Porträt.

Der Marienheider Dirk Steinbach ist seit Anfang des Jahres neuer Chef der Sparkasse Gummersbach.

Die Sparkasse setzte sich gegen das Chemiestudium durch. Seit Anfang 2026 ist Dirk Steinbach neuer Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Gummersbach.

Dirk Steinbach (51) ist seit dem 1. Januar Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Gummersbach. Andreas Arnold fragte den neuen Chef, was sich für ihn geändert hat und wie er zur Sparkasse gekommen ist.

Herr Steinbach, was ist denn für Sie anders, seitdem Sie Chef sind?

Theoretisch war ich auch schon vorher „Mit-Chef“.

Aber nicht der ganz große Chef.

Das stimmt. Ich sag: Anders ist erstmal nicht viel, aber dann doch einiges. Angefangen damit, dass ich Vorlagen unterschreibe, bei denen klar ist, dass die letzte Entscheidung jetzt bei mir liegt. Man denkt vielleicht auch ein wenig mehr nach, denn man weiß ja auch, dass jetzt keiner mehr dahinter kommt.

Mussten Sie sich denn umgewöhnen, nach dem Ausscheiden von Frank Grebe?

Also ich bin jetzt im 31. Jahr dabei und bin jetzt im elften Jahr als Vorstand dabei. Viel Neues ist da nicht mehr dabei und es war ja auch schon relativ lange bekannt, dass Frank Grebe geht. Deswegen konnte man sich natürlich schon ein bisschen darauf einstellen. Organisatorische Sachen haben wir schon mit und mit vorher verschoben, also auch die Zuständigkeit für einzelne Abteilungen.

Gunter Derksen ist seit dem 1. Januar neu im Vorstand. Er kommt von der Kreissparkasse. Wie funktioniert die Arbeit mit dem „Neuen“?

Als ehemaliger Regionalvorstand der Kreissparkasse war er bereits für Oberberg zuständig. So gesehen kennt er sich hier und bei unseren Kunden bereits sehr gut aus. Man merkt halt, dass er letztendlich hier aus der Region kommt. Das macht es an der Stelle schon einfacher.

Ihr Vorgänger Frank Grebe wusste schon als Pennäler, dass er nach dem Abi zur Sparkasse wollte. Wie war das bei Ihnen?

Ich habe wie Frank Grebe am Grotenbachgymnasium in Gummersbach Abitur gemacht. Und meine Mitschüler wussten schon , was ich werde, denn in der Abi-Zeitung ist zu lesen, dass ich Sparkassendirektor werde. Dabei hätte ich mir auch gut vorstellen können, Chemie zu studieren, weil ich eigentlich zur Berufsfeuerwehr wollte.

Banker und Chemie hat ja beides irgendwie mit Zahlen zu tun?

Genau.

Und warum die Berufsfeuerwehr?In Marienheide, wo ich aufgewachsen bin und heute noch lebe, war ich schon mit zehn Jahren in der Jugendfeuerwehr. Mein Vater war lange Zeit Löschgruppenführer in Marienheide. Das Thema Feuerwehr war also schon familiär beeinflusst.

Am Ende war es dann doch die Sparkasse.

Damals musste man sich ja noch zwei Jahre vorher bewerben und die Sparkasse hat mich sofort genommen. Und dann hat es so viel Spaß gemacht, dass ich nie mehr daran gedacht habe, woanders hin zu gehen. Und ich bin halt einfach der Region verbunden. Meine Frau und ich haben mal zwei Jahre außerhalb, in Rösrath gewohnt, aber das war nichts für uns. Etwas zu weit weg von zu Hause, und dann sind wir wieder zurückgekommen.

Und woher kommt ihre Affinität für Zahlen?

Mein Vater hat als Konstrukteur viel mit Zahlen gemacht, meine Mutter war beim Oberbergischen Kreis in der Kämmerei, und ich habe dann im Abitur Mathematik und Chemie als Leistungskurse gewählt.

Neben Feuerwehr und Zahlen hängt ihr Herz aber auch am Handball.

Das ist richtig. Ich habe in der Jugend in Marienheide gespielt, doch dann musste ich mich zwischen Handball und Feuerwehr entscheiden, denn beides ging auf Dauer nicht. Meine Kinder haben die Liebe zum Handball aufrecht erhalten und an meinen freien Wochenenden sitze ich immer noch gerne am Zeitnehmertisch.

Welche großen Aufgaben stehen an, die Sie bis Ende des Jahres erledigen wollen?

Ich glaube es sind gar keine großen Aufgaben, die wir gerade vor uns haben. Wir müssen nichts neu erfinden. Wir sind als Haus sehr gut aufgestellt, wir haben in der Vergangenheit viele Hausaufgaben gemacht und können erst mal auch beruhigt so weitermachen. Natürlich ist die Digitalisierung weiterhin ein Thema, wir wollen papierloser werden und die Kundenprozesse noch digitaler gestalten. Letztendlich sind das aber kleine Schritte.

Ihr Haus hat kürzlich vermeldet, in welch kurzer Zeit Ihre Kunden eine Ihrer Filialen erreichen. Wie bewerten Sie denn die aktuelle Zahl der Filialen in ihrem Geschäftsgebiet?

Also wir haben im Vergleich mit den Sparkassen im Rheinland sehr viele Filialen. Wir haben immer noch das dichteste Filialnetz im Rheinland. Daran wollen wir auch aktuell nichts ändern. Es ist auch nicht geplant, bestehende Filialen in SB-Filialen umzuwandeln. Sicherlich guckt man auch danach, wie sich die Zweigstellen entwickeln. Und man muss auch sehen, dass jüngere Kunden andere Bedürfnis haben als ältere, die es immer noch vorziehen, in eine Filiale zu kommen. Und dem wollen wir weiter Rechnung tragen.

Was heißt das für die Kunden hier in der Region?

Sie können uns als Sparkasse so erreichen, wie es ihren individuellen Bedürfnissen am besten entspricht. Kunden können uns telefonisch erreichen und mit unseren Mitarbeitenden sprechen. Wir haben kein fremdes Call Center, sondern es sind unsere eigenen Leute, die da am Telefon sind. Unsere Beratenden können zudem auch digital über Video beraten. Die Kunden können ihr Onlinebanking über unsere App tätigen. Und wenn sie besondere Fragen haben oder beispielsweise eine Baufinanzierung brauchen, dann kommen sie in die Filiale oder in die Hauptstelle. Am Ende entscheidet der Kunde, welchen Weg er zu uns sucht.

Die Sparkasse ist für Vereine und Institutionen immer Partner gewesen, wenn es um finanzielle Unterstützung in Form von Spenden ging. Können Sie dieses soziale Engagement fortführen?

Fortführen ist genau das richtige Wort. Wir werden das fortführen, weil viele Vereine und Institutionen darauf angewiesen sind. Außerdem ist es Teil unserer DNA – aus der Region, für die Region.