Dank eines starken Torhüters Domnik Kuzmanovic, einer sicheren Abwehr und eines 7:0-Laufs nach der Pause gewinnt der 34:26.
Handball-BundesligaVfL Gummersbach siegt nach fast 20 Jahren wieder beim THW Kiel

Mit neun Treffern war Ellidi Vidarsson der beste Werfer des VfL Gummersbach beim 34:26-Sieg gegen den THW Kiel.
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Die Bundesliga-Partie des VfL Gummersbach beim THW Kiel war ein Spiel mit vielen Geschichten. Ganz oben steht, dass die Blau-Weißen nach knapp 20 Jahren wieder einmal beide Punkte aus dem hohen Norden mitgenommen haben. Das hatten sie zuletzt 2006 getan. Am Ende stand ein sehr deutlicher 34:26 (14:15)-Sieg vor 10.285 Zuschauern in der ausverkauften Wunderino-Arena. Damit ist der VfL auch im dritten Spiel des Jahres ungeschlagen.
Während VfL-Trainer Gudjon Valur Sigurdsson im Anschluss sagte, dass er fast sprachlos sei, erklärte sein Gegenüber Filip Jicha, dass man die Niederlage als einen „Schlag ins Gesicht“ hinnehmen müsse. Mit dem Sieg ist der VfL nicht nur näher an den THW Kiel gerückt, sondern auch an den TBV Lemgo auf Platz vier. Lemgo ist am Donnerstag, 19 Uhr, der nächste Gegner in der Schwalbe-Arena.
VfL-Kreisläufer Ellidi Vidarsson war mit neun Treffern der beste Werfer des Spiels
Mit neun Treffern war Ellidi Vidarsson der erfolgreichste Werfer der Partie. Er hatte im Hinspiel mit drei vergebenen Chancen in den letzten zwei Minuten den Sieg der Gummersbacher gegen Kiel aus der Hand gegeben. Nun habe er schon ein deutlich besseres Gefühl, sagte Vidarsson nach dem Spiel lachend. Er verriet, wie die Vorbereitung auf das Spiel gegen Kiel ausgesehen hatte. „Wir hatten vier Trainingseinheiten, in denen wir uns nur auf Kiel vorbereitet haben, dazu kamen drei bis vier Stunden Videostudium.“
Sieggaranten waren Torhüter Dominik Kuzmanovic mit 20 Paraden, darunter zwei Siebenmeter, und eine vor allen in der zweiten Halbzeit sichere Abwehr mit Tom Kiesler und Stepan Zeman im Innenblock. Dazu kam ein starker VfL-Kapitän Julian Köster, der nach dem Abpfiff im Interview erklärte, dass es schon ein besonders Spiel für ihn und er auch angespannter als sonst gewesen sei. Er wechselt im Sommer nach Kiel und gab nun noch einmal alles für den VfL.
Der THW Kiel führte zur Pause mit 15:14
Der fand gut in die Partie und führte schnell mit 6:3 (7.). „Dann haben wir uns an der Kieler Abwehr festgebissen“, beschrieb es der VfL-Trainer. Mit seinem Tor aus dem Rückraum zum 8:6 (17:9 sorgte Tom Kiesler noch einmal für einen Zwei-Tore-Vorsprung, ehe die Kieler beim 9:8 (20.) erstmals in Führung gingen. In der folgenden Auszeit kritisierte Sigurdsson, dass seine Spieler keine Eins-gegen-Eins-Situationen gewinnen und ihre Chancen nicht konsequent nutzten .
Die Partie blieb eng. In der Folge wechselte die Führung zwischen den beiden Teams und die Hausherren gingen mit 15:14 in die Pause. Nach dem Wiederanpfiff legte der VfL mit einem 3:0-Lauf zum 17:15 (35.) vor. Als dann Tilen Kodrin frei an THW-Torhüter Gonzalo Perez de Vargas scheiterte, ebenso wie kurz darauf Kay Smits mit seinem Siebenmeter, war die Partie wieder ausgeglichen.
Mit einem 7:0-Lauf ebnete der VfL Gummersbach den Weg zum Sieg
Was nach dem 18:18 (41.) folgte, bezeichnete der VfL-Trainer anschließend als bei einem solchen Spielverlauf höchst ungewöhnlich. Julian Köster startete mit seinem Tor zum 19:18 (42.) einen 7:0-Lauf des VfL, in dem die Kieler kein Mittel mehr gegen die Abwehr der Gummersbacher fanden und alle Bälle, die aufs Tor kamen, von Dominik Kuzmanovic gehalten wurden. Da half es auch nicht, dass Kiel nach einer Auszeit auf den siebten Feldspieler umstellte. Drei der sieben Treffer gingen ins leere Tor.
Eine Viertelstunde vor Schluss führte der VfL mit 25:18 (45.), hielt in der Folge das Tempo weiter hoch und blieb konzentriert in der Abwehr. So stand am Ende ein Sieg mit acht Toren. „Auch wenn das Ergebnis etwas zu hoch ausgefallen ist, nehmen wir es dankend an“, schloss der VfL-Trainer.
Tore THW Kiel: Duvnjak (2), Reinkind (3), Landin (1), Överby (1), Laube (2), Johansson (3), Ankermann (1), Zerbe (6/3), Abdelhak (1), Bilyk (3), Pekeler (1), Imre (2/2).
VfL Gummersbach: Vidarsson (9), Kodrin (2), Vujovic (1/1), Köster (7), Häseler (3), Einarsson (1), Schluroff (6), Hallbäck (2), Kiesler (1), Smits (2).

