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WahlHaydar Tokmak ist 1. Bevollmächtigter bei der IG Metall Gummersbach

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Der künftige 1. Bevollmächtigte der IG Metall Gummersbach, Haydar Tokmak (M.), mit dem demnächst ausscheidenden Werner Kusel (l.) und dem ehrenamtlich tätigen 2. Bevollmächtigten Alexander Scharpel.

Der künftige 1. Bevollmächtigte der IG Metall Gummersbach, Haydar Tokmak (M.), mit dem ausscheidenden Werner Kusel (l.) und dem ehrenamtlich tätigen 2. Bevollmächtigten Alexander Scharpel.

Auf der Delegiertenversammlung hat die IG Metall Gummersbach Haydar Tokmak als Nachfolger von Werner Kusel zum 1. Bevollmächtigten gewählt.

Der Gewerkschaftssekretär der IG Metall Gummersbach, Haydar Tokmak, wird zum 1. Oktober deren neuer 1. Bevollmächtigter. Die Delegiertenversammlung hat den 43-Jährigen am Donnerstagabend bei einer Gegenstimme zum Nachfolger von Werner Kusel gewählt, der dieses Amt seit dem Jahr 2011 bekleidet. Tokmak war der einzige Kandidat, der am Ende eines Auswahlprozesses vom Ortsvorstand aufgestellt worden war.

Seine Vorstellung war geprägt von Respekt und Ehrfurcht: Einerseits vor dem neuen Amt, andererseits aber auch vor den Aufgaben, die vor der IG Metall liegen. Diesen Respekt zollt Tokmak auch Menschen wie Norbert Wrobel, Rolf Dresbach, Norbert Kemper oder Werner Kusel, die dieses Amt vor ihm bekleidet hatten. „Ohne euch würde das nicht gehen“, betonte Tokmak, dass diese Reise nur dann funktioniere, wenn die Mitglieder mitgingen.

2004 als Delegierter begonnen

„Gewerkschaft lebt von den engagierten Mitgliedern im Betrieb“, sagte Tokmak. Er erinnerte sich noch gut daran, wie es für ihn bei der IG Metall begonnen hat. Im Jahr 2004 hatten sein Betriebsrat bei Klöckner Moeller und IGM-Sekretär Uwe Baasch den jungen Kollegen zum Delegierten bestimmt. Und nicht nur das: Bei der Versammlung wurde er als Vertreter der Jugend für die Tarifkommission bestimmt. „Als ich mich am Mikro vorstellen sollte, hatte ich meinen Namen vergessen“, erzählte Tokmak.

Die Nervosität hatte er am Donnerstag hinter sich gelassen. Doch mit Demut schilderte er, dass er als Gastarbeiterkind im Bewusstsein der IG Metall aufgewachsen sei. Er erzählte: „Mein Opa war Hirte in Anatolien, er konnte weder schreiben noch lesen.“ Doch als man in dem kleinen Dorf gefragt habe, wer in Deutschland arbeiten wolle, habe er nicht lange gezögert und sei nach Gummersbach gekommen. Arbeit bekam sein Opa bei Teves bzw. ITT. „Und in die IG Metall ist er auch sofort eingetreten“, sagte Tokmak. Der Enkel setzt diese Tradition nun fort. Seine Wahl nennt Tokmak nicht nur einen „Karrieresprung“, sondern zugleich einen „unglaublich großen Auftrag.“ Denn immer mehr junge Menschen distanzierten sich von der Gewerkschaft.

Dank und Anerkennung für den Vorgänger

Obwohl Werner Kusel im September noch offiziell verabschiedet wird, nutzte Haydar Tokmak die Runde für einige launige Worte über seinen „Vorgänger“. Als gelernter Schmelzschweißer bei Steinmüller wusste er, wie man Dinge zusammenbringt, die einzeln nicht stark genug wären. „Du hast gelernt, dass Hitze, Druck und Präzision manchmal nötig sind, damit am Ende etwas Tragfähiges entsteht. Ein Schmelzschweißer verbindet Metall, ein Gewerkschafter verbindet Menschen. Du, lieber Werner, hast beides getan“, sagte Tokmak anerkennend.

Und dann folgte noch die Geschichte mit dem wohl bekanntesten Kusel-Zitat: „Einen Satz noch“. Wenn dieser Satz gefallen sei, hätten alle gewusst, dass es ernst wird und man den nächsten Termin besser verschieben sollte.

Werner Kusel blickt auf teils turbulente Jahre zurück

Zuvor hatte Werner Kusel noch einmal seinen Geschäftsbericht abgegeben. Das gab ihm zugleich die Möglichkeit, auf die teils turbulenten Jahre zu blicken. Von 1991 bis 2026 habe er 68 Sozialpläne mitverhandelt. 11.300 Kolleginnen und Kollegen seien betroffen gewesen. In keinem Fall seien die Löhne der Grund dafür gewesen, dass die Betriebe hätten schließen müssen. Die Liste der betroffenen Firmen las sich wie das „Who is Who“ der oberbergischen Wirtschaft vergangener Jahre. Angefangen natürlich bei Steinmüller.

Mit Blick auf die aktuellen Diskussionen zur Rente sagte Kusel, dass ein Eintrittsalter von 70 Jahren nicht mehr weit entfernt sei. Und ob das Altersteilzeit-Blockmodell noch zu halten sei, müsse man dann sehen. Deutlich wandte Kusel sich gegen die Pläne, eine Krankmeldung ab dem ersten Krankheitstag einzuführen und  an den Kündigungsschutz zu gehen. Aktuell hat die IG Metall in Oberberg rund 10.000 Mitglieder