Abo

JugendkulturpreisIn Gummersbach wurden junge Menschen für ihren Mut geehrt

3 min
Alle Kinder und Jugendliche die gewonnen haben, stehen mit ihren Werken nebeneinander.

Kreativ gegen Hass: Kinder und Jugendliche aus Oberberg wurden für ihre Beiträge gegen Rassismus ausgezeichnet.

Der Jugendkulturpreis 2025 wurde für kreatives Engagement und Mut zur Vielfalt in Gummersbach verliehen.

Im Lindenforum in Gummersbach wurde am Freitag der Jugendkulturpreis des Netzwerks gegen Rechts vergeben. Das diesjährige Motto „Erinnern heißt handeln! Für heute und morgen“ brachte Kinder und Jugendliche dazu, sich kreativ und kritisch mit den Themen Erinnerungskultur, Vielfalt und Zivilcourage auseinanderzusetzen.

Die Jury, bestehend aus acht Mitgliedern, hatte die Aufgabe aus der Vielfalt der insgesamt sieben Einsendungen die Preisträger auszuwählen.

Nadine Lindörfer, Leiterin der Koordinierungsstelle des Netzwerks gegen Rechts, führte durch den kurzweiligen Abend und betonte die Bedeutung des Jugendkulturpreises: „Am Ende des Tages hat es einen Selbstzweck für die Kinder und Jugendlichen. “

Jugendliche zeigen Kreativität und Haltung gegen Rassismus

Das Projekt „Haltung braucht keinen Anstrich – Handwerk gegen Rassismus“ der angehenden Malerinnen und Maler des Berufskollegs Dieringhausen überzeugte die Jury und wurde mit dem 1. Platz ausgezeichnet. Die Auszubildenden kombinierten eine historische Stupf- und Wickeltechnik mit auffälligen Neonfarben und persönlichen Botschaften gegen Rassismus.

Das Ziel sei eine bunte, laute und eindeutige Botschaft für Vielfalt, Respekt und Menschenwürde, so bunt wie sie selbst. Der zweite Platz ging an Anastasia A. aus Engelskirchen, die mit ihrem Text „Flamme“ eindrucksvoll darlegte, dass Erinnern kein Stillstand sei, sondern ein Antrieb zum Handeln gegen Hass und Gewalt. Sie beschrieb, wie Schweigen die Stille vergrößere, die letztlich erdrücke, und dass genau deswegen Mut und Engagement so wichtig seien.

Euer Engagement kann in diesen Momenten das Streusalz sein. Euer Engagement sorgt dafür, dass Menschen wieder aus dem Haus kommen und sich wieder bewegen können
Ronja Heukelbach, Politikwissenschaftlerin

Den dritten Platz belegte der Religionskurs der 7. Klassen des St.-Angela-Gymnasiums in Wipperfürth. Die Schülerinnen und Schüler setzten mit einem selbstgedrehten Video ein Zeichen, indem sie das Wort „Fehler“ in „Helfer“ verwandelten.

Musikalisch wurde die Veranstaltung von der Band Exit 25 begleitet, bei der auch die Preisträger des Vorjahres auftraten und unter anderem ihr eigens komponiertes Lied „Mein Gummersbach“ live präsentierten.

Nadine Lindörfer zeigte sich zufrieden: „Es ist schön zu sehen, dass sich mehr junge Menschen intensiv mit wichtigen gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen.“

Das Streusalz gegen Hass

Auch die stellvertretenden Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Gemeinden Gummersbach, Engelskirchen und Wipperfürth waren vor Ort, um sich die Beiträge der Jugendlichen ihrer Kommunen nicht entgehen zu lassen.

In ihren Grußworten betonten Helga Auerswald, Monika Güdelhöfer und Lothar Palubitzki die Bedeutung des mutigen und kreativen Engagements der jungen Generation. „Niemand kann ernsthaft wollen, dass narzisstische Gedanken in unserer demokratischen Gesellschaft wieder Fuß fassen“, so Auerswald.

Für einen Redebeitrag war die Politikwissenschaftlerin und Themenexpertin Ronja Heukelbach für den erkrankten Demokratie-Influencer Rafid Kabir eingesprungen. Auch Heukelbach ging in ihrer Rede auf die Bedeutung des Engagements angesichts wachsender rechter Hetze ein. Sie verglich die plötzlich und scheinbar unerwarteten rassistischen Angriffe mit Glatteis auf dem Weg. „Euer Engagement kann in diesen Momenten das Streusalz sein. Euer Engagement sorgt dafür, dass Menschen wieder aus dem Haus kommen und sich wieder bewegen können.“

Am Ende des Abends blieb der Tenor, dass die eingereichten Arbeiten, unabhängig von der Preisvergabe, eindrucksvoll zeigen, wie junge Menschen gegen Rassismus, für Demokratie und Zusammenhalt Position beziehen.