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Kunst gestrichen Kreishausneubau in Gummersbach geht auch drei Millionen günstiger

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Für das Areal um das Kreishaus muss der Bebauungsplan geändert werden.

Die Kreisverwaltung hat alle Positionen des Kreishausneubaus noch einmal durchleuchtet. 

Es geht also doch günstiger, wenn auch nicht im zweistelligen Millionenbereich. Aus den im vergangenen Jahr noch annoncierten 92,7 Millionen Euro für den Bau von Kreishaus II sind inzwischen nur noch 89,6 geworden. Damit hat die Kreisverwaltung den vom Kreistag beschlossenen Kostendeckel von 90 Millionen Euro bereits unterschritten, ohne mit einem Generalunternehmer im Detail verhandelt zu haben. Zuvor hatte die Verwaltung mit den an der bisherigen Planung beteiligten Unternehmen noch einmal alle Positionen kritisch überprüft und dort gestrichen, wo es möglich war, wie Kreisbaudezernent Felix Ammann dieser Zeitung sagte. „Und das, ohne Qualität oder Flexibilität einzubüßen“, wie Ammann betont. Das Gebäude werde unverändert modern und zeitgemäß sein.

Derweil befasst man sich im Gummersbacher Rathaus als der zuständigen Baugenehmigungsbehörde mit der Änderung des Bebauungsplans als Voraussetzung für eine Baugenehmigung. Der Rat der Stadt soll die entsprechende Satzung am 8. Juli beschließen. Und im Stadtentwicklungsausschuss, der in dieser Woche getagt hat, klang es nicht danach, als würde man auf Gummersbacher Seite etwaige Hürden sehen, die einen entsprechenden Beschluss noch stoppen könnten.

Baukosten sorgten anfangs für Empörung

Doch zurück auf die andere Straßenseite und damit ins Kreishaus. Dort hatte die Verwaltung im vergangenen Jahr wie berichtet mit ihren vorgestellten Plänen und vor allem mit den ermittelten Kosten bei der Opposition im Kreistag teils für Empörung gesorgt. An dem Grundsatzbeschluss zu einem Neubau änderte das indes nichts. Allerdings wurden mit der Kommunalwahl im Herbst auch die Karten, sprich die politischen Mehrheiten, neu gemischt. CDU und SPD saßen auf einmal als „GroKo“ in einem Boot, und mit dieser Mehrheit wurde beschlossen, dass das Kreishaus nicht teurer werden dürfe als die besagten 90 Millionen Euro.

Und so suchten Kreisverwaltung und Fachfirmen in den letzten Monaten nach Möglichkeiten, unter die Schallmauer zu kommen. Mit Erfolg. „Wir haben uns noch einmal alles angeschaut, von der Gründung des Gebäudes bis hin zum Toilettenpapierhalter“, sagte Ammann. So sei man beim Hochbau zu dem Schluss gekommen, die ursprünglich eingeplanten Holz-Alu-Fenster, bei denen die Holzseite innen gewesen wäre, gegen Alu-Alu-Fenster zu tauschen. Auch Teilbereiche der Außenfassade seien überplant worden. So habe man in Teilen eine Ausführung als reine Glasfassade umgeplant und durch kunststoffbeschichtete Bleche ersetzt. Beide Maßnahmen führten zu Einsparungen, wie Ammann erläuterte.

Aus zwei Trennwänden wird eine

Das gilt auch für die Ausstattung des größten und multifunktionalen Konferenzraums. Für diesen seien zwei doch sehr teure Trennwände vorgesehen gewesen. Jetzt plant man mit einer, denn man habe gesehen, dass in den meisten Fällen eine Trennung des Raumes genüge. Genügen sollen auch die Deckeneinbauten für die Raumakustik in den Büros. Auf Wandelemente soll verzichtet werden, die Standards für Büroräume werden dennoch erfüllt. Komplett gestrichen worden sind die Ausgaben für Kunst am Bau. Allein dafür sollten 335.000 Euro ausgegeben werden. Während Ammann mit der Baugenehmigung bereits im September dieses Jahres rechnet, wird die Vergabe der Umsetzung an einen Generalunternehmer wohl noch bis Ende kommenden Jahrs gehen. Der Baudezernent erläutert, dass es ein mehrstufiges Verfahren geben wird mit mehreren Angebotsrunden.

Mit den eigentlichen Bauarbeiten soll es dann im Januar/Februar 2028 losgehen. Aktuell als Fertigstellungstermin anvisiert ist Herbst 2030. Was die von der Politik beauftragte Überprüfung des Altbestands für eine künftige Nutzung angeht, so soll für diese ein Liegenschaftskonzept erstellt werden mit der Fragestellung, wie der Kreis dort die Ämter unterbringen kann, die nicht in den Neubau kommen. Bis Ende des Jahres rechnet Ammann mit einer Antwort. Was eine künftige Nutzung des Hohenzollernbades angeht, so will Ammann bis Ende der aktuellen Wahlzeit zu einem Ergebnis kommen. In die Überlegungen soll auch mit einfließen, dass die Stadt Gummersbach die an das Bad angrenzende alte Turnhalle (Stadtbibliothek) nicht mehr nutzt.