Im ehemaligen Handelshof in Gummersbach ist jetzt die Deutsche Post mit ihrem Zustellstützpunkt.
Neue HeimatDeutsche Post investiert in Gummersbach 1,7 Millionen Euro für neuen Zustellstützpunkt

Gut 100 Zusteller arbeiten im neuen Zustellstützpunkt. Der ist nun auf einer Ebene, was die Abläufe im Vergleich zur alten Adresse an der Poststraße deutlich einfacher macht. Überdacht sind die Plätze für die Fahrzeuge, damit die Wagen auch bei Regen störungsfrei beladen werden können.
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Die Deutsche Post hat in Gummersbach einen neuen Zustellstützpunkt im Ortsteil Mühlenseßmar in den Räumen des ehemaligen Großhandels Handelshof (Selgros) bezogen. Das alte Gebäude an der Poststraße, in dem die Post Mieter gewesen ist, wurde komplett aufgegeben. Bei der Vorstellung der neuen Räume waren auch Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit und Vize-Landrätin Heidrun Schmeis-Noack dabei. Hier einige Fragen und Antworten rund um den Umzug und das neue Domizil.
Warum hat die Post den alten Standort aufgegeben?
Niederlassungsleiterin Julia Tiemann erläuterte, dass die Betriebsabläufe nicht mehr gut gewesen seien. Brief- und Paketverteilung seien auf zwei Ebenen verteilt gewesen. Mit Blick auf ein weiter steigendes Paketaufkommen seien die Betriebsabläufe nicht mehr optimal gewesen. Hinzu gekommen sei, dass die alte Immobilie sanierungsbedürftig gewesen sei. Dazu haben offenbar auch ein undichtes Dach und nicht funktionierende Aufzüge gehört.
Wie viel hat die Deutsche Post investiert?
Für den neuen Postzustellstützpunkt wurden seitens des Konzerns 1,7 Millionen Euro investiert, wie Kathrin Lange, Geschäftsbereichsleitung, in der Becke berichtete. Und das in eine Mietimmobilie, wie sie betonte. Sie wollte diese Schritt auch als Invest in die Zukunft des Konzerns verstanden wissen.
Für welchen Bereich ist der Stützpunkt zuständig?
Gut 100 Beschäftigte sind an dem neuen Standort. Bergneustadt wurde aufgegeben und wird nun ebenfalls von Gummersbach aus angesteuert. In der Kreisstadt, Marienheide und Bergneustadt werden 45.000 Haushalte versorgt. An sechs Tagen in der Woche werden im Schnitt 154.000 Briefe und 30.000 Pakete zugestellt. Für diese Arbeit kommen immer mehr E-Autos zum Einsatz. Tiemann sagt, dass der Konzern bis 2050 CO2-frei sein wolle. Aktuell sei dieses Ziel auch in Gummersbach zu 60 Prozent umgesetzt. 39 der 69 Zustellfahrzeuge sind elektrisch betrieben. Und deren Anteil soll wachsen. Dazu gehört aber auch, dass die Deutsche Post „genug Strom finden muss“, wie es Peter Mayer, Regionaler Politikbeauftragter, am Mittwoch genannt hat. Auf Nachfrage erklärte er, dass die Post mit dem Versorger und der Stadt im Austausch sei, dass der geplante Ausbau der E-Flotte nicht zu Problemen an anderer Stelle führe.
Was sind die größten Probleme der Zusteller?
Der neue Standort, der bereits im Mai bezogen wurde, scheint sich zu bewähren. Vor allem der Wegfall der zweiten Ebene, die an der Poststraße jahrzehntelang Standard war, unterstützt die Männer und Frauen bei der Arbeit. Die Handicaps sieht die Deutsche Post draußen auf der Straße und hier bei den Gewichten, die ihre Beschäftigten bewältigen müssen. Nicht selten komme es vor, dass sich Kunden etwa schweres Hundefutter übers Internet bestellten. Mayer erläuterte, dass die Deutsche Post über die Politik erreichen wolle, dass die Obergrenze für Pakete von aktuell 31 auf 23 Kilogramm herabgesetzt werde. Und das dann aber für alle Logistiker. DHL habe nur eigene Mitarbeiter, während andere Anbieter die Zustellung mit Subunternehmern und diese mit weiteren Subs erledige. Das bereits ein 22 Kilogramm schwerer Bürostuhl nicht mal eben gewuchtet werden kann, davon durfte sich der Bürgermeister persönlich einen Eindruck machen.
Welchen Eindruck hat der Bürgermeister?
Halding-Hoppenheit sagte, dass er nicht gewusst habe, wie stark sanierungsbedürftig der alte Standort gewesen sei. Das gehe gar nicht. „Hier lässt sich nun gut und trocken arbeiten“, sagte er. Entscheidend für die Post seien aber nicht die äußeren und inneren Rahmenbedingungen, entscheidend seien die Menschen. Der Bürger draußen verbinde mit ihnen Zuverlässigkeit und Freundlichkeit. „Sie sind der verlässliche Arm der Wirtschaft. Ohne Sie läuft nichts.“