Jeder zweite Arbeitssuchende ist nur als Helfer qualifiziert. Die Arbeitsagentur ruft die Firmen auf, Hilfs- zu Fachkräften weiterzubilden.
ArbeitsmarktOberbergische Unternehmen können freie Stellen nicht besetzen

Computersteuerung im Stahlwerk Kind & Co. in Bielstein: Die oberbergischen Unternehmen suchen vor allem Fachkräfte.
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Die Arbeitslosigkeit ist im Januar im Oberbergischen wie auch im übrigen Bezirk der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach (also Leverkusen und Rheinisch-Bergischer Kreis) gestiegen, und zwar um 0,3 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent. 8938 Menschen waren somit arbeitslos gemeldet, 455 Personen mehr als im Dezember.
Diese Zahlen sind keine Überraschung für Nicole Jordy, die Vorsitzende der Agentur-Geschäftsführung: „Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Januar ist üblich und auch in dieser Höhe fast exakt auf dem Niveau des Vorjahres und recht gleichmäßig über die drei Regionen verteilt.“
335 neue Stellen im Oberbergischen Kreis
Allerdings liege die Zahl der Arbeitslosen über dem Wert des Vorjahres (5,8 Prozent). Eine Erholung sei jedenfalls am Arbeitsmarkt noch nicht in Sicht, erläutert Gordy in einer Pressemitteilung der Arbeitsagentur. Die Arbeitskräftenachfrage sei auch im Januar verhalten geblieben, wobei der Stellenbestand sich im ganzen Bezirk leicht erhöhte. Dies deute darauf hin, dass es schwierig sei, freie Stellen zu besetzen, analysiert die Agenturchefin.
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335 Stellen wurden im Januar von den oberbergischen Arbeitgebern neu gemeldet – 35 weniger als im Vormonat, aber 22 mehr als vor einem Jahr. Aktuell befanden sich damit 2072 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Agentur bietet Firmen in Oberberg Hilfe an
„Fakt ist: Lediglich knapp 20 Prozent der gemeldeten Stellen sind auf Helferniveau – aber 50 Prozent der gemeldeten Arbeitslosen suchen eine Helferstelle“, teilt Gordy mit. „Daher werden wir nicht müde, die Wichtigkeit von Qualifizierung und Weiterbildung in den Fokus zu rücken. Unsere Expertinnen und Experten des Arbeitgeber-Services beraten gerne die Unternehmen, wie es funktionieren kann, Hilfskräfte zu Fachkräften zu qualifizieren.“
Die meisten Bewerber pro Stelle gibt es in den Berufsfeldern Reinigung, Sicherheit, Lebensmittel- und Gastgewerbe, Land-, Forst- und Gartenbau sowie Verkehr- und Logistik.
Im vergangenen Monat meldeten sich 1753 Oberberger arbeitslos. Davon kamen 848 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 1295 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 433 eine Erwerbstätigkeit auf.
Beim Vergleich der Geschäftsstellen im Agenturbezirk Bergisch Gladbach entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im Januar recht unterschiedlich. Am günstigsten war die Veränderung im Geschäftsstellenbezirk Wipperfürth; dort sank der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 10 Prozent. Dem gegenüber steht die Entwicklung im Bezirk der Geschäftsstelle Gummersbach mit einer Zunahme von 6 Prozent.


